Augustinusvorstand Matthias Monecke. Foto: Wolfgang Gorsboth

Augustinusvorstand Matthias Monecke. Foto: Wolfgang Gorsboth

30.11.2017

Beim Wittenberger Augustinuswerk gibt es viele neue Vorhaben

Pflege: Ambulant geht künftig vor stationär

Wittenberg (wg). „Die Ambulantisierung aller Leistungen ist das vom Gesetzgeber vorgegebene Ziel, alle Bewohner und Klienten, die bislang stationär betreut wurden, haben Anspruch auf ambulante Betreuung bis hin zur eigenen Wohnung“, erklärt Augustinus-Vorstand Matthias Monecke im Gespräch mit der Redaktion des Wittenberger Sonntag.

Mit dem Teilhabegesetz und den Pflegestärkungsgesetzen hat der Bund einen Perspektivwechsel vollzogen und die Rahmenbedingungen wesentlich verändert – aus Objekten der Fürsorge werden selbstbestimmte Subjekte. Mit dem Land Sachsen-Anhalt hat das Augustinuswerk eine Leistungsvereinbarung für das Modellprojekt „Intensiv Ambulant Betreutes Wohnen“ unterzeichnet, das für den gesamten Landkreis gilt, die Umsetzung hat bereits begonnen. Das Modellprojekt ist auf fünf Jahre angelegt und wird danach weitergeführt.

Der Vorrang der Ambulantisierung ist rechtlich verpflichtend und wird in Zukunft die vorherrschende Form der Leistungserbringung sein. „Wir bilden dazu interdisziplinäre Teams, die alle Leistungen aus einer Hand erbringen können“, berichtet Monecke. „Ab 2018 wird der gesamte Bereich des intensiv betreuten Wohnens ambulantisiert.“ 

Im Bereich der Altenpflege hat sich das Augustinuswerk durch Investitionen bereits auf die neuen Rahmenbedingungen eingestellt, unter anderem wurden in Bad Schmiedeberg zwei neue Wohngemeinschaften und eine neue Tagespflege in Betrieb genommen.

In Zahna am Ratsteich wird März/April 2018 eine Tagespflege mit circa 15 Plätzen und eine Wohngemeinschaft für neun Personen in Betrieb gehen, investiert werden rund 600.000 Euro. In Jessen wurde im September ein Infopunkt eröffnet, dort können sich Angehörige, Menschen mit Behinderungen und Pflegebedürftige beraten lassen. „Wir beraten anbieterunabhängig“, betont Monecke. Ein weiterer Infopunkt wird im Januar 2018 zentral an der Hauptstraße in Coswig eröffnet, der Umbau läuft derzeit. 

„Wir wollen flächendeckend im Landkreis ein Beratungs- und Informationsnetzwerk aufbauen“, sagt Monecke. Eine Refinanzierung gebe es nicht, die Kosten müssten aus eigener Kraft gestemmt werden. „Wir halten trotzdem eine umfangreiche Information für Betroffene und deren Angehörigen für eminent wichtig, außerdem ist es unser Anspruch an ein modernes Dienstleistungskonzept, dahinzugehen, wo die Klienten sind und nicht umgekehrt.“ Die nächsten Infostellen wird es in Bad Schmiedeberg und in Gräfenhainichen geben. 

In Gräfenhainichen startet erstmals eine Kooperation mit einem privaten Investor. Im ersten Schritt errichtet der Investor bis zur zweiten Jahreshälfte 2018 zwei Wohngemeinschaften und eine Tagespflege, das Augustinuswerk übernimmt die Betreibung, perspektivisch wird ein weiterer Ausbau für betreutes Wohnen und ambulant betreute Wohnformen für Menschen mit Behinderungen angedacht. Die Initiative zu diesem Kooperationsmodell ging unter anderem vom CDU-Bundestagsabgeordneten Sepp Müller aus. 

Ökohof 

Zum 1. Januar 2018 übernimmt die vor drei Jahren gegründete Stiftung Augustinuswerk 100 Prozent der Anteile des Diakoniehofes Rackith. „Der Hof bleibt erhalten, wir werden knapp eine Millionen Euro investieren“, so Monecke. Geführt wird der Hof als Integrationsbetrieb mit bis zu 12 Mitarbeitern, davon sechs mit Behinderungen, die so in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden. 

Entstehen werden zwei neue Hühnerställe für insgesamt 15.000 Tiere, die Bodenhaltung auf Bio-Niveau nach dem modernsten Stand ermöglichen: Die Tiere können frei entscheiden, ob sie sich drinnen oder draußen aufhalten und für den Fall des Ausbruchs einer Vogelgrippe verfügen beide Ställe über einen „Wintergarten“, der auch bei Quarantäne einen ständigen Auslauf absichert. 

Die Eier werden wie bisher im Hofladen, aber auch im Großhandel verkauft, außerdem wird es weiterhin geschlachtete Enten und Gänse geben. Neu wird der Gemüseanbau auf Bio-Niveau sein, dazu mietet die Stiftung Augustinuswerk ab Januar 2018 Gewächshäuser von Petite Fleur an, um die Pflanzen für die Freilandanpflanzungen vorziehen zu können. Das Gemüse und auch Blumen können vor Ort in Rackith gekauft werden. 

Westernstadt“ 

Der Bereich der Kinder- und Jugendhilfe nimmt künftig einen größeren Stellenwert ein. So wurde für die von der Stadt Oranienbaum-Wörlitz übernommene Kinder- und Jugendbegegnungsstätte in Gohrau der Bauantrag gestellt, alle Maßnahmen sollen im laufenden Betrieb erledigt werden. Der hintere Bereich wird als Kita betrieben, im vorderen Teil laufen erste Sanierungsmaßnahmen, jeder Flügel bekommt Sanitärzellen. 

 „Derzeit wird die Fassade verkleidet“, berichtet der Augustinusvorstand, „wir orientieren uns dabei an das Konzept Westernstadt, also Pullman City in kleiner Version.“ Künftig können dort Kinder und Jugendliche Gold waschen oder Bogen schießen und vieles mehr. Der Kundenstamm soll erweitert, das Thema „Westernstadt“ bundesweit vermarktet werden. Das Objekt ist unter anderem für Klassenfahrten, Ferienlager und auch für Sportgruppen geeignet, da eine Sporthalle vorhanden ist. Die Übernachtungskapazität soll 70 Plätze betragen.




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