28.11.2017

liest neues deutschland

Digitale Selbstverteidigung gegen Übergriffe von Regierungen und Konzernen

Berlin (ots) - Mit dem Darknet verbindet der Sachbuchautor und Journalist Stefan Mey keineswegs nur ethisch verwerfliche und illegale Geschäfte, sondern auch die politische Hoffnung, dass dort ein besseres Internet entstehe. "Der Zustand des Internets macht mir mehr Angst als der Zustand des Darknet", sagte Mey im Gespräch mit der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "neues deutschland" (Dienstagausgabe).

Zwar sei es problematisch, wenn ethische Schwellen durch die Anonymität in diesem unabhängigen Netzwerk verschwänden. Doch Probleme sieht er auch im jetzigen Internet: "Das halbe Internet der westlichen Welt gehört in seinen wichtigsten Infrastrukturen Amazon, Google, Facebook, Apple und Microsoft." Von einem herrschaftsfreien digitalen Raum, wie in seinen Anfängen gedacht, könne keine Rede sein.

"Das Darknet ist für mich einfach ein Baustein einer digitalen Selbstverteidigung gegen Übergriffe von Regierungen und Konzernen." So hätten viele Projekte "aus dem normalen World Wide Web" auch eine Darknet-Adresse "als eine Art zweite Zugangstür" oder "Postfächer für Whistleblower". 

Stefan Mey beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Technologie und den Auswirkungen des Internets auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Für sein Buch "Darknet. Waffen, Drogen, Whistleblower" begab er sich in die Tiefen des Internets





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