Die Gewerbeeinheit, in der sich C&A sowie dm befanden, macht fast die Hälfte der gesamten Leerstandsfläche in der Wittenberger Altstadt aus. Foto: Wolfgang Gorsboth

Die Gewerbeeinheit, in der sich C&A sowie dm befanden, macht fast die Hälfte der gesamten Leerstandsfläche in der Wittenberger Altstadt aus. Foto: Wolfgang Gorsboth

17.11.2017

Konzertierte Aktion zur Steigerung der Altstadt-Attraktivität

Gewerbeflächen Wittenberger Innenstadt: Leerstand weiter verringern

Wittenberg (wg). Der Mix aus Wohnen, Einkaufen, Kultur und Events entscheidet darüber, ob eine Innenstadt als attraktiv empfunden wird - oder nicht. Das Thema Wohnen funktioniert sehr gut, meinte Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) beim Pressegespräch am heutigen Freitag, es gebe Zuzüge aus anderen Städten, dazu haben auch Investitionen der Wohnungswirtschaft beigetragen. 

Beim Leerstand sieht es differenzierter aus, zumal die durch die Schließung von C&A und dem Umzug des Drogeriemarktes dm entstandenen Lücken um 2.200 Quadratmeter zugenommen haben. Die Stadt in Kontakt mit dem Eigentümer der Immobilie, man sei optimistisch, dass es bis zur Jahresmitte 2018 eine Wiederbelegung geben werde. 

Vom Mai 2017 bis November 2017 hat sich der Leerstand um 615 Quadratmeter verringert, dank der Landeskirchen und kirchennahen Einrichtungen, die in Wittenberg Ladengeschäfte als Repräsentanzen angemietet hatten – und sich nun wieder mit zwei Ausnahmen aus der Lutherstadt verabschiedet haben. 

Insgesamt beträgt die Gewerbefläche in der Altstadt rund 30.000 Quadratmeter, davon entfallen 10.000 auf das Arsenal. 

Seit 2016 steht der Stadt mit dem Programm Aktive Stadt- und Ortsteilzentren (ASO) ein neues Förderinstrument zur Verfügung, bislang wurden 770.000 Euro ausgereicht. 

Gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Halle-Dessau, dem Kreisverband der Dehoga, der Wirtschafts-Förderungs-Gesellschaft, der Wittenberg Marketing GmbH und dem Gewerbeverein wurde eine ASO-Lenkungsgruppe gegründet, denn: „Eine Attraktivitätssteigerung der Altstadt und eine Reduzierung des Leerstandes gelingen nur als konzertierte Aktion, für die wir sowohl neue Ideen, als auch weitere Mitstreiter suchen“, erklärt Bürgermeister Kirchner. 

Zu den neuen Ideen gehören Überlegungen der Marketing GmbH, künftig verstärkt Social Media einzusetzen, um Wittenberg zu bewerben, angedacht wird zusätzlich eine Kampagne unter dem Motto „Schoppen und Genießen in Wittenberg“ und Leerstände sollen auch durch Jungunternehmer und Existenzgründer beseitigt werden. Die mitten in der Altstadt gelegene Stadtbibliothek soll attraktiver werden, knapp eine Millionen Euro will die Stadt investieren. 

„Damit auch künftig Fördermittel fließen, erwarten die Geldgeber, dass wir für das Fördergebiet Altstadt neue Handlungsziele formulieren“, erläutert Kirchner. Die Rahmenbedingungen sollen aktualisiert werden, dies betrifft das Integrierte Stadtentwicklungs-Konzept (ISEK) ebenso wie das elf Punkte umfassende Aktionsprogramm zur Steigerung der Attraktivität in der Innenstadt unter dem Titel „Wir für Wittenberg“. 

Hans Schubert von NetworkOffice Wittenberg regt an, in der Stadtverwaltung eine Anlaufstelle für Leerstands-Management zu schaffen. Potenziale sieht er im Status Wittenbergs als Kreisstadt, die eine besondere Verantwortung und Bedeutung mit Blick auf Handel, Kultur und Gesundheitsversorgung habe. „Es kommen inzwischen sogar immer mehr Bürger aus Südbrandenburg in die Lutherstadt“, sagt Schubert. 

Ein besonderes Problem sind Ladengeschäfte, die aufgrund ihres schlechten Zustandes gar nicht für Vermietungen angeboten werden können. Oft ist es schwierig, überhaupt die Eigentümer zu ermitteln und viele zeigen kein Interesse, ihre Ladengeschäfte zu sanieren, weil das Geld fehlt oder der Ansprechpartner eine zerstrittene Erbengemeinschaft ist. Letztlich, so Kirchner, sei der Leerstand in der Wittenberger Altstadt durchaus geringer als in vergleichbaren Städten. 

2017 haben viele Touristen Wittenberg gesucht und auch Eindrücke vom Einzelhandel gewonnen, sowohl bei der Stadt als auch bei Schubert haben sich Interessenten gemeldet, die hier geschäftlich tätig werden wollen. Diese sollten in den Branchen-Mix passen und bisherige Leerstellen (Fisch, Haushaltswaren, Stoffe) schließen. Tourismus und Shopping sollten stärker verbunden werden. 

Für neun Gewerbeflächen mit zusammen 700 Quadratmetern bestehen Nutzungsinteressen. Von den 32 leerstehenden Gewerbeflächen befinden sich zehn im Sanierungszustand und sind nicht vermietbar. Für vier dieser Objekte liegen inzwischen Bauanträge vor. 

Hintergrund 

Seit der Wende wurden aus drei klassischen Förderprogrammen folgende Summen in die Altstadt investiert: 44 Millionen Euro Städtebaulicher Denkmalschutz, 30 Millionen Euro Stadtsanierung, 28 Millionen Euro Stadtumbau Ost/Aufwertung. Dazu kommen Sonderprogramme wie für die Schlosssanierung, Mittel aus dem Kulturinvestitions-Programm sowie GA-Mittel (Gemeinschaftsaufgabe).

Die ASO-Fördermittel wurden bislang ausgegeben für die Sanierung von Ladengeschäften, für Ordnungsmaßnahmen im Bereich des ehemaligen KTC, für die Stadtmöblierung und für Marketing-Aktivitäten.




Video

Oberbürgermeister Zugehör

mehr Videos

Videos Stimmen aus der Region

Oberbürgermeister Zugehör
Keine Angst – uns geht es gut
Kommunaler Bildungsbericht im Kreistag vorgestellt
Kreistag beschließt mehr Geld für die Sporthalle im Volkspark

Videos Politik

Bürgerforum Coswig
Sepp Müller stellt sich! GroKo und was nun? Teil 1
Sepp Müller stellt sich! GroKo und was nun? Teil 2

Videos Kultur

Neue Liedertour mit Karl Neukauf
75 Jahre Saxophone Joe
Alaris Schmetterlingspark.m4v
Dicke Luft und kein Verkehr - Der Zoff geht weiter
Jukebox im Clack Theater Wittenberg

Videos Auto

Volvo XC40 Winter-Testfahrten


Wittenberger Sonntag Verlags GmbH, 06886 Lutherstadt Wittenberg, Coswiger Straße 30 A, E-Mail: