Gleich mehrere Verstöße gegen die Tierschutz-Hundeverordnung sind auf diesem Foto dokumentiert: kurze Kette, feuchte und zugige „Schutzhütte“, die diesen Namen nicht verdient. Foto: Catrin Rhode

Gleich mehrere Verstöße gegen die Tierschutz-Hundeverordnung sind auf diesem Foto dokumentiert: kurze Kette, feuchte und zugige „Schutzhütte“, die diesen Namen nicht verdient.
Foto: Catrin Rhode

03.11.2017

Tierschützerin: Verstöße gegen gesetzliche Vorschriften

In der Elbaue: Hütehunde an der Kette fixiert

Wittenberg/Seegrehna/ Bodemar (wm). Catrin Rhode ist nicht nur Bürgerin im Ortsteil Seegrehna, sondern auch die Leiterin des Tierheims in Dessau – und in beiden Funktionen ist die engagierte Tierschützerin betrübt über die Haltebedingungen, in denen drei Hütehunde seit Wochen in der Elbaue leben müssen: Sie sind die meiste Zeit an einer kurzen Kette festgemacht und zudem noch mehrere 100 Meter von der Schafherde getrennt. „Ein klarer Verstoß gegen die Tierschutz-Hundeverordnung“, sagt Catrin Rhode im Gespräch mit der Redaktion des Wittenberger Sonntag. Amtstierarzt Dr. Thomas Moeller vom Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz der Kreisverwaltung Wittenberg bestätigt sowohl die Fachkenntnisse der Tierschützerin Rhode als auch den Handlungsbedarf: „Es ist in der kommenden Woche ein Gespräch geplant mit dem Eigentümer der Schafherde.“ 

Vor Ort bestätigen sich die Angaben der Tierschützerin: Jeweils ein Hund ist an einer kurzen Kette fixiert und auch die „Schutzhütten“ machen nicht den Eindruck, als würden sie den gesetzlichen Bestimmungen genügen: Mindestens eine ist weder wind- noch wasserdicht, so dass die Feuchtigkeit in dieser regenreichen Jahreszeit ständig nach innen dringen kann – ebenfalls ein klarer Verstoß gegen die Tierschutz-Hundeverordnung. 

Darin heißt es, Zitat: „(1) Wer einen Hund im Freien hält, hat dafür zu sorgen, dass dem Hund 1. eine Schutzhütte, die den Anforderungen des Absatzes 2 entspricht, und 2. außerhalb der Schutzhütte ein witterungsgeschützter, schattiger Liegeplatz mit wärmegedämmtem Boden zur Verfügung stehen. Während der Tätigkeiten, für die ein Hund ausgebildet wurde oder wird, hat die Betreuungsperson dafür zu sorgen, dass dem Hund während der Ruhezeiten ein witterungsgeschützter und wärmegedämmter Liegeplatz zur Verfügung steht. (2) Die Schutzhütte muss aus wärmedämmendem und gesundheitsunschädlichem Material hergestellt und so beschaffen sein, dass der Hund sich daran nicht verletzen und trocken liegen kann. Sie muss so bemessen sein, dass der Hund 1. sich darin verhaltensgerecht bewegen und hinlegen und 2. den Innenraum mit seiner Körperwärme warm halten kann, sofern die Schutzhütte nicht beheizbar ist.“ 

Dazu Catrin Rhode: „Nichts davon ist umgesetzt worden, eine Hütte ist besonders schlimm, feucht und mit großen Spalten.“ Auch die Kettenhaltung ist inakzeptabel: Verlangt wird eine Laufleine von mindestens fünf Metern Länge, an der ein Hund sich nach beiden Seiten bewegen kann. 

Ehrenfried Kühn, Landwirt in Bodemar, ist zwar nicht Eigentümer der Hunde, aber der großen Schafherde, in der die Hütehunde arbeiten. Kühn weiß um das Problem, sieht aber auch einen Unterschied zwischen der Theorie der gesetzlichen Bestimmungen und der Umsetzbarkeit in der Praxis: „Wir haben schon einmal Versuche gemacht, die Hunde an einer Laufleine festzumachen. Dann haben sie sich im Band verwickelt und es war schlimmer als zuvor an der Kette.“ Gemeinsam mit Amtstierarzt Dr. Moeller will Ehrenfried Kühn in der kommenden Woche nach einem Lösungsweg suchen.





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