09.10.2017

zum Klartext im Wittenberger Sonntag

Entdemokratisierung unseres Landes

wie ich Ihnen bereits früher einmal mitgeteilt hatte, lese ich seit meinen Besuchen in der schönen Lutherstadt Wittenberg - zuletzt im wahrlich beeindruckenden Asisi-Panorama - Ihre Internet-Seite www.wittenbergersonntag.de, und dort natürlich auch den „Klartext". Zu Ihrer Ausgabe vom 30. 09. 2017 möchte ich die folgenden Ergänzungen machen:

Kürzlich ist mir das Lachen im Hals stecken geblieben, als sich in der aktuellen Ausgabe der "ZDF-Heute-Show" Oliver Welke auf die Suche begab nach den Anfängen für den aktuellen Boom des Rechtspopulismus', der mit dem Einzug der AfD in den deutschen Bundestag gerade einen finsteren Höhepunkt erlebt und der auch Thema Ihres Kommentars ist. Als „Stunde Null" spielte der Satiriker Bilder der legendären Pressekonferenz ein, in der Günter Schabowski, SED-Funktionär und Mitglied des Zentralkomitees der SED, der Weltöffentlichkeit mitteilte, dass ab sofort Reisefreiheit für alle DDR-Bürger gelte. Nur ein böser Gag der Satire-Sendung? Leider nein, fürchte ich. 

Sicher: Auch in den westdeutschen Bundesländern wird AfD gewählt. Aber der Prozentsatz ist vergleichsweise gering. Ich musste im Zusammenhang mit der Bundestagswahl und dem starken Abschneiden der Rechtspopulisten tatsächlich immer wieder an das Jahr des Mauerfalls denken. Damals, als ich bereits in Hamburg lebte, bekam ich hautnah und für mich und die meisten anderen Hamburger unvergesslich und überwältigend mit, wie tausende frisch eingereister DDR-Bürger auf den Straßen der Hansestadt unterwegs waren, glücklich, endlich die lang ersehnte, hart und friedlich erkämpfte Reisefreiheit genießen zu können. Unvorstellbar ist für mich, dass womöglich die gleichen Leute und deren Nachfahren heute AfD wählen, die Partei der Grenzen und Mauern, der Ausgrenzung, Intoleranz und Diskriminierung. 

Ich habe damals mit einigen Bürgern, von denen die meisten aus Mecklenburg-Vorpommern kamen, Bekanntschaft geschlossen und wir waren uns alle einig, egal ob Ossis oder Wessis, dass wir Zeugen eines großartigen Kapitels deutsch-deutscher Geschichte geworden sind, das uns alle prägen würde. 

Damals hätte ich jedenfalls nie und nimmer gedacht, dass knapp 30 Jahre später diejenigen, die 1989 für Freiheit, für Gerechtigkeit, für Menschlichkeit und für das Ende eines zutiefst menschenverachtenden Regimes auf die Straße gegangen sind, jemals für das krasse Gegenteil streiten würden: Für Abschottung und gegen Europa, für die Ausgrenzung Schutzbedürftiger und die Begrenzung freier Medien, gegen Religionsfreiheit und für die Entdemokratisierung unseres Landes.

Danke, dass Sie in Ihrer Zeitung diese Zusammenhänge immer wieder darlegen und damit, so hoffe ich, den einen oder anderen AfD-Wähler langfristig zum Umdenken bewegen. 

Mit freundlichen Grüßen

Ellen Bork Hamburg.




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