Corinna Reinecke, Geschäftsführerin des AWO-Kreisverbandes, blickt vom Dach der Wohnanlage in der Marstallstraße auf die zu bebauende Brache, im Hintergrund in der Mitte die hofseitige Ansicht des Hauses in der Coswiger Straße 31. Foto: Wolfgang Gorsboth

Corinna Reinecke, Geschäftsführerin des AWO-Kreisverbandes, blickt vom Dach der Wohnanlage in der Marstallstraße auf die zu bebauende Brache, im Hintergrund in der Mitte die hofseitige Ansicht des Hauses in der Coswiger Straße 31. Foto: Wolfgang Gorsboth

02.08.2017

AWO investiert in der Wittenberger Altstadt 9,5 Millionen Euro

Corinna Reinecke: „Das ideale Quartier“

Wittenberg (wg). Circa 9,5 Millionen Euro wird der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) investieren, um in unmittelbarer Nähe zu seiner Wohnanlage und Geschäftsstelle in der Marstallstraße/Pfaffengasse die Angebotspalette zu erweitern, inklusive Neubau der Kita „Buddelflink“. Damit verschwindet die Brache zwischen Juristenstraße und Coswiger Straße und das heruntergekommene, unter Denkmalschutz stehende Haus in der Coswiger Straße 31 wird saniert.

Weil eine der letzten großen Brachen in der Altstadt beseitigt wird, firmiert das ambitionierte Projekt unter dem Titel „Das ideale Quartier“.

Über die städtebauliche Dimension im Sinne der Aufwertung des Altstadt-Quartiers hinaus verweist der Titel auch auf ein hohes Innovationspotenzial: „Wir müssen vor den Hintergrund des Pflegestärkungsgesetzes neue Modelle entwickeln“, betont Dr. Erhard Hellwig-Kühn, Vorstandsvorsitzender des AWO-Kreisverbandes, im Gespräch mit der Redaktion des Wittenberger Sonntag, „dabei werden die Erfahrungen, die wir in den vergangenen 20 Jahren in unserer Wohnanlage gemacht haben, mit einfließen.“

Mit dem Pflegestärkungsgesetz II soll vor allem die Selbstständigkeit erhalten bzw. gefördert werden. Das bedeutet, dass ambulante, niederschwellige Angebote Vorrang vor stationären Leistungen haben und dass sich die Wohn- und Betreuungsformen künftig stärker differenzieren müssen mit Blick auf Wohngemeinschaften und Tagespflege. Den in den stationären Einrichtungen verbleibenden Schwer- und Schwerstpflegebedürftigen müssen zusätzliche Betreuungsangebote gemacht werden. 

Überdies wünscht der Gesetzgeber, dass sich die Einrichtungen zum Quartier hin öffnen und sich die verschiedenen ambulanten, teilstationären und stationären Angebote stärker vernetzen. 

Der Altbau in der Coswiger Straße 31 firmiert unter dem Titel „Seniorenhaus im Altstadtzentrum“, im Entree wird die AWO über ihre Betreuungsleistungen informieren, inklusive Betreuung und Beratung pflegender Angehöriger. Im ersten Stock ist eine Arztpraxis vorgesehen, im zweiten und dritten Obergeschoss kleine Wohnungen à 35 bis 40 Quadratmetern und im vierten Obergeschoss zwei Wohnungen à 60 Quadratmeter, alle Wohnungen sind barrierefrei. 

Auf der Brache neugebaut werden zwei Wohngruppen für ambulant betreutes Wohnen mit 24 barrierefreien Appartements sowie einem Begegnungsraum, der als Kaminzimmer konzipiert wird. Angedacht ist der Erwerb des Hauses in der Marstallstraße 16, hier sollen barrierefreie 1,5 bis 2-Raum-Wohnungen mit hofseitigen Balkonen und Fahrstuhl entstehen. 

„Wir stellen uns mit diesen neuen Angeboten auf die Wünsche der älteren Bevölkerung ein“, sagt Hellwig-Kühn. Immer mehr Senioren wollten so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben und gleichzeitig die Sicherheit haben, jederzeit erforderlich werdende Pflegeleistungen in Anspruch nehmen zu können. 

„Wir bieten eine Verbundlösung aus betreuten Wohnformen, Wohngemeinschaften, Tagespflege und seniorengerechtes Wohnen“, erklärt Corinna Reinecke, Geschäftsführerin des AWO-Kreisverbandes. Die Leistungen umfassen auch palliativmedizinsche und hospizliche Betreuung, die Mitarbeiter werden entsprechend geschult. 

In der Juristenstraße entsteht der Ersatzneubau für die Kita „Buddelflink“, das Gebäude in der Coswiger Straße 22a ist durch Sanierungsstau so marode, dass ein zeitnaher Abriss unvermeidlich geworden ist. „Hier ist nicht zuletzt wegen erheblicher technischer Mängel der Worst Case eingetreten“, erklärt Reinecke. „Wir werden in einem geordneten Verfahren und in enger Abstimmung mit der Lutherstadt, aber auch dem Landkreis als zuständiger Behörde nach einer für alle Beteiligten akzeptablen Interimslösung suchen.“ 

Sowohl eine temporäre Unterbringung im ehemaligen Ärztehaus in Piesteritz, als auch in der ehemaligen Karl-Marx-Schule sowie im ehemaligen Kindertreff in der Halleschen Straße kommen aus Sicht der AWO nicht in Frage, favorisiert wird eine Containerlösung in der Altstadt. Der Neubau wird wie bisher 60 Plätze umfassen, davon entfallen 30 auf den Krippenbereich, hier verzeichnet die AWO eine steigende Nachfrage. Der Spielplatz soll auf dem Dach entstehen, gleichzeitig der alte „Buddelflink“-Spielplatz weiter genutzt werden. 

Auch wenn bei den Fördermitteln für das Gesamtvorhaben noch nicht alle Details geklärt sind, gibt es grünes Licht: Baubeginn soll im Frühjahr 2018 sein. Unter anderem wird geprüft, ob diese Form der Quartiersentwicklung als Modellprojekt eingestuft werden kann, für das es Mittel vom Bund (Förderprogramm Soziale Stadt, Stadtumbau) gibt. Für den Kita-Neubau können Mittel nach dem „Gesetz zum weiteren quantitativen und qualitativen Ausbau der Kinderbetreuung“ beantragt werden.





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