06.02.2017

zu Klartext: „Von Politikern und Feinden der Demokratie“

„Unbequeme Wahrheiten“ beim Namen genannt

Verehrter Herr Marchewka,

mit Freude las ich Ihren Kommentar vom 4. Februar. „Von Politikern und Feinden der Demokratie“ empfand ich zunächst als fast zu provokant, schließt die von Ihnen eröffnete Dualität doch die Letztgenannten von der Gruppe der Ersteren aus. Die von Ihnen auf die Überschrift folgenden Ausführungen lösten meinen inneren Konflikt allerdings rasch wieder und ich verstand, wieso eine solche Aufspaltung von Zeit zu Zeit als notwendig erachtet werden könnte. Darüber hinaus weiß man als treuer Klartext-Leser auch, dass hier auch mal „unbequeme Wahrheiten“ beim Namen genannt werden und da nicht immer Platz für Kuschelkurs ist. 

Es wäre gelogen zu behaupten, dass meine Meinung sich immer mit der der Redakteure decken würde, doch schätze ich die Ehrlichkeit, mit der Sie an die facettenreichen Themen herangehen. Das gibt dem Leser das Gefühl, dass Ihnen eine gewisse redaktionelle Unabhängigkeit gegeben ist und das schätze ich sehr. 

Ich persönlich habe in den vielen Jahren privater Diskussionen mit Vertretern verschiedener politischer Richtungen gelernt, dass kaum ein Thema die Gesellschaft derart zu spalten im Stande ist, wie das der Politik. 

Neben dieser Spaltung von der Wahl bis hin zum Kaffeetisch beobachte ich jedoch auch, dass hinter jeder noch so kruden politischen Meinung ein fühlender Mensch steckt. Ein Mensch mit Sorgen und Ängsten, der sich in seinem Handeln gegenüber anderen nur insofern unterscheidet, als dass er ab und zu haarsträubende Ansichten von sich gibt, ohne diese er jedoch ansonsten nicht von seinen Mitmenschen zu unterscheiden wäre. 

Ich traf Väter mit Angst vor Arbeitslosigkeit, der Angst, die eigene Familie nicht mehr adäquat versorgen zu können. Der Alptraum für jeden, der sich als Versorger sieht. Ich sprach mit Müttern, die über wie auch immer geartete Medien von Übergriffen von Einwanderern auf deutsche Kinder erfuhren und ihre Sorgen mit einem falschen Kreuz auf dem Wahlzettel zu dämpfen versuchten. 

Oft sind es diese Menschen, die etwas zu beschützen versuchen und dabei den falschen Weg wählen, indem sie statt der eigenen Unterdrückung die der anderen in Kauf nehmen. Das werden Sie – und so auch ich – nicht gutheißen, doch kann ich deren Motive zumindest nachvollziehen, wenn schon nicht teilen. 

Mein Wunsch wäre demnach, dass wir diesen verängstigten Menschen die Hand reichen und ihnen mit Verständnis begegnen, anstatt sie in eine Ecke zu drängen, in der sie mit ihrer Unwissenheit und ihrem Hass unter sich gelassen werden. 

Zuletzt möchte ich Ihrem ganzen Team meinen tiefsten Respekt bekunden und Danke sagen für all die anregenden Artikel und dafür, dass immer auch Platz für eine konstruktive Diskussion besteht.

Mit freundlichem Gruß

Andreas Plaul, Torgau





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