Christian Geers hatte es in seiner Kindheit nicht leicht. Die Hilfe, die er damals erhielt, motiviert ihn nun, anderen Menschen zu helfen. Foto: Alexander Baumbach

Christian Geers hatte es in seiner Kindheit nicht leicht. Die Hilfe, die er damals erhielt, motiviert ihn nun, anderen Menschen zu helfen. Foto: Alexander Baumbach

24.01.2015

Christian Geers will betroffenen Eltern helfen

Auf der Suche nach verschwundenen Kindern

Wittenberg (ba). Christian Geers hat ein ungewöhnliches Hobby: Er sammelt vermisste Kinder. „Wie oft hört man in den Medien von verschwundenen Kindern oder Jugendlichen. Die meisten sind zwar schnell wieder da - aber in einigen Fällen bleiben die Kinder monate- oder gar jahrelang verschwunden„, erzählt er. Dabei sei jeder Fall einer zu viel. Seit viereinhalb Jahren fahndet Geers gemeinsam mit seiner Partnerin und Freunden im Internet nach Vermisstenfällen in Deutschland, Österreich und sogar in Spanien. Dafür hat Geers im Sommer 2010 die Webseite www.die-vermisstensuche.com ins Leben gerufen.

Mit Hilfe sozialer Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Jappy versucht er, möglichst viele Menschen zu erreichen und damit die Sichtbarkeit der Suchmeldungen zu erhöhen. „Je mehr Menschen die Suchanzeigen sehen und sie verbreiten, um so größer ist die Chance, einen Kontakt zu haben“, erzählt er. Derzeit sind 56 Vermisste in der Datenbank gelistet. Der Wittenberger hatte bereits Erfolgserlebnisse: „Im August 2011 gab es Kontakt mit einem Vater, dessen sechsjähriger Sohn von seiner Mutter nach Paris entführt worden war“, berichtet Geers, „der Vater hatte das alleinige Sorgerecht.

Danach lief das Auslieferungsverfahren - mit Erfolg, der Vater war überglücklich!“ Und im Herbst des vergangenen Jahres habe eine Mutter über Facebook nach ihrer 15-jährigen Tochter gesucht. Da habe er in der Vermisstenmeldung sogar eine Audio-Aufzeichnung der Mutter mit auf die Webseite gestellt. „Zwei Tage später war das Kind wohlbehalten zurück“, strahlt Geers. Aber nicht immer ist die Suche nach verlorenen Kindern erfolgreich. Die einzige noch offene Suchanzeige für Sachsen-Anhalt reicht zurück ins Jahr 1998. Damals verschwand in Halle die 13 Jahre junge Mandy Schmidt. Sie ist bis heute nicht aufgetaucht, die Polizei schließt ein Verbrechen nicht aus.

Mit einer anderen Mutter steht Christian Geers in Kontakt, die ihren Jungen seit mehr als 30 Jahren sucht. „Wir organisieren beide zusammen eine Veranstaltung in Berlin zum 'Tag der vermissten Kinder' am 25. Mai“, berichtet Geers.
Die Motivation für sein Tun findet er in seiner eigenen Kindheit: „Meine Mutter ist früh verstorben, mein Vater hat uns häufig geschlagen, wenn er betrunken war.“ Erst im Kropstädter Kinderheim sei es ihm dann gut gegangen. „Jetzt will ich einfach anderen helfen“, betont Geers.

Hinweis:

Das Suchportal steht im Internet unter www.die-vermisstensuche.com und auf Facebook. Kontakt zu Christian Geers gibt es per E-Mail unter oder telefonisch: 03491 - 64 82 39.





Videos Stimmen aus der Region

Oberbürgermeister Zugehör
Keine Angst – uns geht es gut
Kommunaler Bildungsbericht im Kreistag vorgestellt
Kreistag beschließt mehr Geld für die Sporthalle im Volkspark

Videos Politik

Bürgerforum Coswig
Sepp Müller stellt sich! GroKo und was nun? Teil 1
Sepp Müller stellt sich! GroKo und was nun? Teil 2

Videos Kultur

Neue Liedertour mit Karl Neukauf
75 Jahre Saxophone Joe
Alaris Schmetterlingspark.m4v
Dicke Luft und kein Verkehr - Der Zoff geht weiter
Jukebox im Clack Theater Wittenberg

Videos Auto

Volvo XC40 Winter-Testfahrten


Wittenberger Sonntag Verlags GmbH, 06886 Lutherstadt Wittenberg, Coswiger Straße 30 A, E-Mail: