Die Kindergarten-Betreuung und der Vorschulunterricht finden in diesem Kirchenraum in Ovinjuru statt. Foto: privat

Die Kindergarten-Betreuung und der Vorschulunterricht finden in diesem Kirchenraum in Ovinjuru statt. Foto: privat

11.10.2016

Kindern durch Bildung eine Perspektive geben

Verein „Zukunft Afrika“ hilft in Namibia

Wittenberg (wg). „Wir reisen bereits seit 2007 nach Namibia, wir kennen und lieben dieses faszinierende Land mit seiner abwechslungsreichen Landschaft und vielfältigen Tierwelt“, berichtet Sylvia Guttenberger im Gespräch mit der Redaktion des Wittenberger Sonntag, „wir wissen, wie die Menschen leben und wo sie Hilfe brauchen.“ 

Schon immer wollte die 42-Jährige Geschäftsführerin der Charisma Kommunikationsmarketing GmbH in Wittenberg etwas für Kinder in Afrika tun, hatte jedoch ihre Zweifel, ob Spenden immer 1:1 vor Ort ankommen. Deshalb unterstützte sie bislang Familien in Namibia privat. Im August 2015 erfuhr sie zum ersten Mal von dem Vorhaben, in Ovinjuru einen Kindergarten zu bauen – „Ewe Retu“ heißt das Projekt, der Name stammt aus der Otjherero-Sprache und bedeutet „Der Fels, auf dem wir bauen“

„Im Dezember 2015 erfolgte der erste Besuch vor Ort, danach fiel die Entscheidung, das Projekt durch einen Verein zu unterstützen“, erklärt Guttenberger. Im Mai 2016 wurde der Verein „Zukunft Afrika e.V.“ gegründet. Das Kindergarten-Projekt in Ovinjuru befindet sich noch in den Kinderschuhen, treibende Akteure sind die Menschen vor Ort wie Elizabeth de Beer, Geschäftsführerin von African Desk, die sich mit viel Liebe und Hingabe für Kinder in Namibia einsetzt sowie Floyd Hambira, der in Ovinjuru aufgewachsen ist, sechs Jahre in Köln studiert hat und fließend Deutsch spricht. Hambira arbeitet als Reiseguide von African Desk, durch ihn lernen deutsche Kultur-Reisende in Namibia Projekte kennen, wie auch Sylvia Guttenberger die Gemeinde in Ovinjuru. 

Das Kindergarten-Projekt will in Namibia das Fundament für eine bessere Zukunft legen, die ohne Bildung nicht zu haben ist. Mehrere kleine Gebäude sollen entstehen, in denen neben dem Kindergarten auch die Grundschule untergebracht ist. Zur Zeit werden die Kinder unter einfachsten Umständen in einer kleinen Kirche, die nur einen Raum hat, unterrichtet. Für den Bau des Kindergartens/Schule werden circa 110.000 Euro benötigt. „Unterstützung durch Bildung, Hilfe direkt vor Ort“, so umschreibt Guttenberger die beiden zentralen Anliegen der Vereinstätigkeit. 

Der Verein „Zukunft Afrika“ hat in der kurzen Zeit seines Bestehens 4.500 Euro Spendengelder gesammelt, dieses Geld soll zunächst für die Anlage eines Obst- und Gemüsegartens eingesetzt werden. Die Ernährung der Kinder ist sehr einseitig und besteht überwiegend aus Maisbrei, damit verbunden ist ein Mangel an wichtigen Nährstoffen und Vitaminen. „Mit einem großen und ertragreichen Obst- und Gemüsegarten wollen wir Abhilfe schaffen und den Kindern täglich eine warme, gesunde Mahlzeit bieten“, sagt Guttenberger. 

Für den Bau des Obst- und Gemüsegartens werden rund 9.000 Euro veranschlagt. Wichtigster und teuerster Posten ist dabei die professionelle Wasserversorgung, denn Wasser ist in Namibia rar und kostbar. Die handwerklichen Arbeiten wie den Zaunbau, das Anlegen der Bewässerungskanäle und das Setzen der Pflanzen übernimmt die Gemeinde von Ovinjuru. „Wir wollen die restlichen 4.500 Euro bis Mitte November aufbringen, damit die Pflanzen planmäßig im Dezember gesetzt werden können“, beschreibt Guttenberger das ehrgeizige Ziel.

Überdies hilft „Zukunft Afrika“ auch mit Kleider- und Sachspenden, der Versand ist aufwendig und teuer, ein 20 Kilogramm schweres Paket kostet 100 Euro. „Wir überlegen deshalb sehr genau, was wir versenden“, so Guttenberger.

Im Dezember reist sie wieder nach Ovinjuru, durch halbjährliche Besuche vor Ort soll die Entwicklung des Projekt verfolgt und mit den Initiatoren besprochen werden: „Wir wollen gemeinsam mit den Menschen an der Verwirklichung ihrer Ziele arbeiten.“

Hinweis: 

Der „Verein Zukunft Afrika“ ist als gemeinnützig anerkannt und stellt auf Wunsch Spendenquittungen aus. Spenden werden erbeten an - BIC: NOLADE21WBL, IBAN: DE 718055 0101 0101 0238 80. Nähere Informationen zu dem Vorhaben gibt es unter Tel.: 03491/76 22, unter www.charisma-callcenter.de/category/kinderhilfsprojekt-afrika/ sowie E-Mail:




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