22.08.2016

Stiftung Christliche Kunst zeigt 50 Arbeiten

Jubiläumsausstellung widmet sich Leipziger Künstlern

Wittenberg (wg). „Offenbarung. Leipziger Künstler und die Religion“ ist der Titel der Jubiläumsausstellung, mit der die Stiftung Christliche Kunst Wittenberg ihren 15. Geburtstag feiert. Zur Eröffnung am 26. August, 17 Uhr, im Alten Rathaus haben zahlreiche der an der Ausstellung beteiligten Künstler ihr Erscheinen zugesagt.

„Die Idee entstand 2015, als wir die Ausstellung ‚Cranach und die Moderne’ zeigten“, berichtet Jutta Brinkmann, Vorsitzende der Stiftung Christliche Kunst Wittenberg. Dr. Richard Hüttel, Kunsthistoriker und von 2003 bis 2011 Leiter der Sammlungen des Museums der Bildenden Künste in Leipzig, gab die Anregung. Als schwierig erwies sich die Umsetzung der Idee, da der Kulturausschuss eine Förderung ablehnte. Die Finanzierung konnte über die heimische Wirtschaft, die VNG-Stiftung Leipzig sowie Lotto-Toto abgesichert werden.

„Ausstellungen mit Künstlern aus dem Raum Leipzig gab es in den vergangenen Jahren viele, neu ist die Zusammenstellung mit Augenmerk auf religiöse Anklänge im Werk“, beschreibt die Stiftungsvorsitzende den innovativen Ansatz. „Leipziger Schule“ sowie „Neue Leipziger Schule“ ist national wie international zum gefragten Kunstlabel geworden – nach Jahrzehnten der Abstraktionen und Installationen feiert die Kunstwelt die Rückkehr zur gegenständlichen Malerei.

Große christliche Erzählungen finden sich im Werk von Werner Tübke und Michael Triegel, der 2014 den Kunstpreis der Stiftung erhalten hat. Tübke sowie die in der Ausstellung gezeigten Künstler Bernhard Heisig und Wolfgang Mattheuer lehrten an der Leipziger Kunstakademie, die heute als Hochschule für Grafik und Buckkunst (HGB) firmiert.

Tübke zum Beispiel verortet christliche Themen ganz in der Gegenwart und setzt sich in ihnen mit eigenem Erleben, wie dem Schrecken des Zweiten Weltkriegs oder der Konfrontation mit den DDR-Kulturfunktionären, auseinander. „Für Tübke wird Christus zu einer politischen Figur des Widerstandes“, sagt Brinkmann. Das Ende der DDR bedeutete zunächst auch das Ende der alten Leipziger Schule, erst die „Neue Leipziger Schule“ weckte das Interesse wieder. „Lehrer“ dieser „Schule war Arno Rink, der ebenfalls in Wittenberg gezeigt wird. Aus seiner Meisterklasse an der HGB gingen Schüler hervor wie Tim Eitel und Tom Fabritius, die ebenfalls in der Ausstellung präsent sind.

Bei den jüngeren Künstlern finden sich deutliche Bezüge zu religiösen oder christlichen Themen eher selten und trotzdem verwenden sie immer wieder biblische Zitate oder Anregungen. „Das Religiöse begegnet einem hier in anderen Zusammenhängen und wird so zu einer Offenbarung“, erklärt Brinkmann. So, wenn der Fußballstar Neymar wie der Gekreuzigte im Tor hängt (Tino Geiss), ein durchlöchertes Schweißtuch in Anspielung auf die Finanzkrise statt des Antlitzes Jesu verschlissene Prozentzeichen zeigt (Annette Schröter) oder zwei Teenager zu Evangelisten werden (Hans Aichinger).

„Wir zeigen circa 50 Arbeiten, von Malerei über Grafik bis hin zum Scherenschnitt“, berichtet Brinkmann. Aus dem eigenen Bestand stammen Arbeiten von Bernhard Heisig, Werner Tübke, Edgar Knobloch, Michael Triegel, Elisabeth Voigt und Kathrin Henschler. Die übrigen Arbeiten sind Leihgaben der Kunsthalle der Sparkasse Leipzig, von Galerien, Sammlern und den Künstlern selbst. Kuratiert wurde die Ausstellung von der Kunsthistorikerin Dr. Ulrike Brinkmann. Zur Ausstellung erscheint eine Broschüre.

Für die Jubiläumsausstellung muss die Dauerausstellung komplett abgebaut werden, da der zweite Raum im Erdgeschoss des Alten Rathauses nach wie vor von den Städtischen Sammlungen belegt wird. Rund 100 Kunstwerke gehen als Leihgabe an das Museum Abtei Liesborn im Kreis Warendorf, das 2016 seinen 50. Geburtstag feiert. Dort zeigt die Stiftung die Ausstellung „Jesus reloaded – Das Christusbild im 20. Jahrhundert von Gaugin bis Baselitz“.

Hinweis:  Die Ausstellung „Offenbarung. Leipziger Künstler und die Religion“ wird am Freitag, dem 26. August, 17 Uhr, im Alten Rathaus eröffnet. Zur Einführung spricht Dr. Richard Hüttel. Die Ausstellung kann bereits ab 15 Uhr besichtigt werden und ist bis zum 13. November 2016 zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr.




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