18.06.2016

Klartext-Kommentar von Wolfgang Marchewka

Grüne Jungs

Die passende Begleitmusik zur beginnenden Fußball-EM lieferte die Nachwuchsorganisation der Grünen in Rheinland-Pfalz, und die Berliner schlossen sich flugs an: „Patriotismus = Nationalismus. Fußballfans Fahnen runter!“, verbreiteten die Nachwuchspolitiker in den so genannten Sozialen Netzwerken. Nach grüner Nachwuchslesart wäre also jeder fröhliche Fahnenschwenker dem Nationalismus verfallen – sofern er Deutscher ist. 

Warum bezeichnen wir diese Aussage als „passend“? Nun, die Fußball-Europameisterschaft genießen weltweit höchste Aufmerksamkeit und das deutsche Fernsehen meldete bereits den historischen Quotenrekord für ein Auftaktspiel: Die Begegnung Deutschland gegen die Ukraine schauten sich 26,57 Millionen Menschen an. Bei so viel Interesse am Fußball bekam auch ganz Deutschland die grüne Aussage mit - und das ist auch gut so, denn nun weiß fast jeder Bürger in unserem Lande, wie der grüne Nachwuchs tickt und was man von diesen Leuten erwarten darf, wenn sie in der Zukunft die Möglichkeit bekommen sollten, an wichtigen Stellen selbst Politik machen zu dürfen.

Auf die Idee, dass diese Art von Fahnen-Appell schlichtweg dummes Zeug ist, hätte die Grüne Jugend selbst kommen können, wenn sie sich tatsächlich für den Fußball und andere Sportarten interessieren würde, denn wirkliche Nationalisten, Hooligans, Neonazis und gewöhnliche Kriminelle benötigen keine Fahnen, um ihre Art von Sport auszuleben: Da reichen Faustschläge, Fußtritte, der zweckentfremdete Gebrauch von Holzlatten, Stühlen oder Messern – der wirkliche Sportsfreund sah auch das via TV mit Grausen, als diverse, meist jüngere Männer verschiedener Nationen in und vor den Stadien aufeinander losgegangen sind.

Außerdem haben Fußball und mit diversen Fahnen in unseren Landesfahnen veredelte Fußballpartys nicht nur national, sondern sogar international das Image Deutschlands verbessert: Stichwort „Sommermärchen“ 2006, als die schwarz-rot-goldenen Bundesbürger bei der WM im eigenen Lande so ausgelassen und dennoch friedlich feierten, dass die gesamte Welt über dieses neue Deutschland staunte – bis hin zum damaligen Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan. Aber im Jahr 2006 hat die grüne Jugend vermutlich noch derartig in den Windeln gelegen, dass sie von diesem farbigen Fest der internationalen Freundschaft nichts mitbekommen hat.

Dazugelernt haben sie anscheinend nichts, denn auf die heftige Kritik, die sogar auch aus den Reihen von bereits erwachsenen Grünen kam, reagierten sie so: „Wir bleiben dabei: Freude am Fußball statt an der Nation.“ Das ist bitter.

Immerhin: Wir wissen jetzt, dass die alte deutsche Redensart „Grüne Jungs“ für Leute, die von wichtigen Themen und Dingen keine Ahnung haben, eine ganz neue und sogar politische Bedeutung gewonnen hat.




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