Jutta Brinkmann zeigt die Mappe „Ecce Homo“, die Michael Morgner der Stiftung zu Weihnachten schenkte.

Jutta Brinkmann zeigt die Mappe „Ecce Homo“, die Michael Morgner der Stiftung zu Weihnachten schenkte.

23.01.2016

Neue Hängung im Alten Rathaus, der Bestand wächst weiter

„Die Sünderin“ neu in der Stiftung Christliche Kunst

Wittenberg (wg). Rund 450 Einzelblätter befinden sich im Besitz der Stiftung Christliche Kunst Wittenberg und der Bestand wächst weiter. Zu Weihnachten bekam die Stiftung von Michael Morgner die Mappe „Ecce Homo“ geschenkt und von Lovis Corinth wurde auf einer Auktion die Lithografie „Die Sündfluth“ (1923) ersteigert.

Zuvor kaufte die Stiftung das Bild „Die Sünderin“ von Katerina Belkina. Das Selbstporträt zeigt die aus Russland stammende international anerkannte Fotografie-Künstlerin hochschwanger in der Rolle der Sünderin, umgeben von einer lästernden Meute. Die Arbeit bekam im Rahmen der 2015 in der Exerzierhalle gezeigten Sonderschau „Cranach 2.0“ von der Jury den mit 6.000 Euro dotierten Hauptpreis zuerkannt.

„Auch wer die Ausstellung im Alten Rathaus bereits kennt, sollte einen erneuten Besuch einplanen, denn er findet eine komplett neue Hängung vor, gespeist aus dem umfangreichen Stiftungsbestand“, berichtet Jutta Brinkmann, Vorsitzende des Vorstands der Stiftung, Zu sehen sind unter anderem vier Arbeiten von Michael Triegel, Jahrgang 1968, ein Künstler, der aufwendig und realistisch wie die alten Meister malt. Er zählt neben Neo Rauch zu den wichtigsten Vertretern der Neuen Leipziger Schule.

Kokoschkas „Christus am Ölberg“ ist ebenso vertreten wie das Gethsemane-Motiv von Palle Nielsen oder Bodil Kaalunds Lithografie zu „Moses beim brennenden Dornbusch“. Direkt am Eingang befinden sich vier Arbeiten von Paul Sinkwitz (1899-1981), die zu einer umfangreichen Leihgabe gehören, die in den Bestand der Stiftung übergehen soll. Schwerpunkt der Arbeiten ist der deutsche Expressionismus, gezeigt werden alle Facetten der Grafik, vom Holzschnitt über Lithografien, Radierungen und Siebdruck bis hin zu Fotos von Aktionen.

„Jesus Reloaded"

Notwendig wurde die Neugestaltung der Dauerausstellung durch die derzeit in der Städtischen Galerie im Leeren Beutel in Regensburg gezeigte Sonderausstellung „Jesus Reloaded – Das Christusbild im 20. Jahrhundert von Chagall bis Rauschenberg.“ Zu sehen sind 130 Arbeiten von 40 Künstlern. „Alles, was Rang und Namen hat, ist auf diese Wanderausstellung, die anschließend in der Nähe von Münster und 2017 in Apolda gezeigt wird, vertreten“, berichtet Brinkmann.

Die Bandbreite reicht von anmutigen Radierungen von Marc Chagall zu einzelnen Bibelstellen sowie einer Serie von Otto Dix über den leidenden Christus über George Grosz, Palle Nielsen und Bernd Heisig bis hin zu Joseph Beuys und Keith Hering. Die Arbeiten zeigen die ganz unterschiedlichen Sichtweisen der Künstler auf die Figur Christi.

„Solche großen Ausstellungen sind für uns immer wieder eine Herausforderung“, sagt Brinkmann. Die nächste ist bereits in Vorbereitung und trägt den Arbeitstitel „Leipziger Künstler und die Religion“. Kuratiert von Dr. Ulrike Brinkmann, wird die Ausstellung von August bis November 2016 im Alten Rathaus zu sehen sein. Werke aus dem stiftungseigenen Bestand werden ergänzt durch Leihgaben der Künstler und deren Galerien sowie der Kunstsammlung der Sparkasse Leipzig und des Museums der Bildenden Künste Leipzig.

Die Exposition möchte die Positionen von Leipziger Künstlern zu christlichen Themen und religiösen Anklängen erstmals zusammenbringen. Dabei wird eine Brücke über die verschiedenen Generationen geschlagen: von Werner Tübke (1929-2004) und Bernhard Heisig (1925-2011) über Ulrich Hachulla, Arno Rink, Annette Schröder, Hans Aichinger, Edgar Knobloch, Michael Triegel bis hin zu Tim Eitel, Jochen Plogsties, Matthias Weischer, Tino Geiss und Falk Messerschmidt. „Ein Schwerpunkt liegt in der Präsentation von Arbeiten junger Künstler mit dem Ziel, diese auch außerhalb Leipzigs bekannt zu machen und zu fördern“, so Brinkmann.

2017: Barlach-Ausstellung

2017 plant die Stiftung eine große Barlach-Ausstellung in Kooperation mit der Schlosskirche, wo unter anderem der „Schwebende Engel“ zu sehen sein wird sowie mit der Stadtkirche, die Baralachs bekannten „Bettler“ zeigt.

2018: Reformationsausstellung der Dänen

2018 präsentiert die Stiftung die große Reformationsausstellung der Dänen, die 2017 von Königin Margrethe in Kopenhagen eröffnet wird. 27 der bekanntesten Künstler Dänemarks stellen ihre Sichtweisen auf die Thesentür der Schlosskirche dar, wobei alle Genres zugelassen sind.






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