"Das Leben überholt uns fast täglich“, kommentiert Landrat Jürgen Dannenberg (Linke) die sich ständig ändernden Flüchtlingszahlen. Foto: Archiv / Wolfgang Gorsboth

"Das Leben überholt uns fast täglich“, kommentiert Landrat Jürgen Dannenberg (Linke) die sich ständig ändernden Flüchtlingszahlen. Foto: Archiv / Wolfgang Gorsboth

28.08.2015

Die ersten Flüchtlinge ziehen am Montagabend ein

Mehrzweckhalle Holzdorf wird Notunterkunft

Wittenberg (wg). „Die angemessene Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen ist das wichtigste“, erklärt Landrat Jürgen Dannenberg (Linke) auf der kurzfristig für Freitagmittag anberaumten Pressekonferenz. Priorität habe die Unterbringung in Wohnungen, angesichts stetig steigender Zahlen gebe es ein Notfall-Konzept für die vorübergehende Unterbringung in Turnhallen.

Am Donnerstag hat der Kreis entschieden, erstmals davon Gebrauch zu machen: Montagabend werden circa 50 Flüchtlinge vorwiegend aus Syrien in die Mehrzweckhalle in Holzdorf einziehen, ab Samstag wird die Unterkunft dafür hergerichtet. Maximal 100 bis 130 Personen können dort untergebracht werden, Gerüchte von 1.200 bis 1.400 Personen, die im Umlauf waren, entbehren laut Aussage des Landrates jedweder Grundlage.

Da sich die Mehrzweckhalle direkt vor dem Bundeswehrstandort Holzdorf befindet, gab es eine Sicherheitskonferenz im Fliegerhorst, an der neben der Bundeswehr und Vize-Landrat Jörg Hartmann (CDU) auch die Bürgermeister der umliegenden Orte, des Nachbarkreises Elbe-Elster sowie die Polizei teilnahmen. Dass Flüchtlinge die Tore zur Kaserne stürmen könnten, ist nicht das Problem, wohl aber eine Eskalation wie in Heidenau. Die Bundeswehr ist darauf eingestellt, neben Polizei können auch Feldjäger zum Einsatz kommen. 

Im Monat August kamen rund 3.000 Asylbewerber nach Sachsen-Anhalt, bis Jahresende werden insgesamt 23.000 erwartet, das Land hat seine jüngste Schätzung um 2.000 nach oben korrigiert. Für den Kreis Wittenberg bedeutet dies eine Aufnahme von knapp 200 Personen pro Monat, wobei sich der Trend auch 2016 so fortsetzen dürfte. „Es werden uns regelmäßig im gesamten Kreisgebiet Wohnungen angeboten“, bestätigen Dannenberg und Hartmann. Alle Wohnungen würden geprüft und je nach Erfordernis saniert und möbliert. 

In Holzdorf-Ost sind 100 Wohnungen angeboten worden, davon sollen in einem ersten Durchlauf 30 für die Aufnahme von Flüchtlingen hergerichtet werden. Ab September stehen weitere 21 Wohnungen in Vockerode zur Verfügung. Da die angebotenen Wohnungen nicht ausreichen, wird Anfang Dezember in Gräfenhainichen die erste Gemeinschaftsunterkunft bezogen, als zweite das Katasteramt in Wittenberg im Verlauf des ersten Quartals 2016.

Um die soziale Betreuung der Flüchtlinge sicherzustellen, hat der Kreis mehrere Stellen ausgeschrieben, die Auswahl erfolgt derzeit. In Kooperation mit dem Kultusministerium und der Kreisvolkshochschule werden Sprachkurse eingerichtet. Inzwischen, so Dannenberg, engagiere sich ein breites Spektrum Ehrenamtlicher aus Kirchgemeinden, Vereinen und Verbänden für die Flüchtlinge.

8.600 Euro zahlt das Land pro Asylbewerber an die Kreise, die Kostenkalkulation beruht auf 2014 und wird jetzt aktualisiert, unter anderem wegen gestiegener Mieten. Die Landesregierung hat die Verabschiedung des Nachtragshaushalts von September auf Oktober verschoben, um Mehraufwendungen für die Kommunen einarbeiten zu können.




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