Wittenbergs neuer Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos, 2.v.l.) im Gespräch mit dem Fraktionschef der Linken, Horst Dübner, dem Fraktionschef der SPD, Reinhard Rauschning, dem Vorsitzenden des Gewerbevereins, Franz Neise, und dem Vorsitzenden des Bauausschusses Joachim Richter (CDU) (v.l.n.r.). Foto: Wolfgang Marchewka

Wittenbergs neuer Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos, 2.v.l.) im Gespräch mit dem Fraktionschef der Linken, Horst Dübner, dem Fraktionschef der SPD, Reinhard Rauschning, dem Vorsitzenden des Gewerbevereins, Franz Neise, und dem Vorsitzenden des Bauausschusses Joachim Richter (CDU) (v.l.n.r.). Foto: Wolfgang Marchewka

12.07.2015

Anregende Gespräche in angenehmer Atmosphäre mit Musik

Wittenberger Sonntag hat die Tradition der Hoffeste wiederbelebt

Wittenberg (wg). Vor 20 Jahren haben wir mit dem Wittenberger Freizeit Magazin zum ersten Mal ein Hoffest gefeiert, nach sechs Jahren Pause und vielen Anfragen setzen wir als Wittenberger Sonntag Magazin die Tradition fort. Vergangenen Dienstag fanden viele Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft trotz hochsommerlicher Hitze den Weg in den Medienhof an der Coswiger Straße, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

An aktuellen Themen herrschte kein Mangel. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und Gattin Gabriele freuten sich, dass die Hoffest-Tradition fortgesetzt wird: „Öffentlichkeit braucht Meinungsvielfalt, die seit 25 Jahren auch in Ostdeutschland gewährleistet ist.“

Asylgipfel mit neuen Ergebnissen 

Kurz zuvor hatte der MP in Magdeburg den zweiten Asylgipfel mit rund 50 Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Kirchen geleitet, die Ergebnisse können sich sehen lassen: „Sachsen-Anhalt gewährt den Kommunen im Vergleich zu anderen Bundesländern mehr Leistungen.“ 8.600 Euro pro Asylbewerber und Jahr erhalten die Kommunen, das wurde mit den kommunalen Spitzenverbänden ausgehandelt, die entsprechenden Summen werden im Nachtragshaushalt eingestellt.

Jeder Kreis und jede kreisfreie Stadt bekommt 20.000 Euro zusätzlich, um die Willkommenskultur zu fördern, außerdem werden an 150 Standorten im Land Sprachklassen eingerichtet. Weitere 600.000 Euro will das Land für die Integration der Flüchtlinge aufbringen, für Wittenberg macht dies circa 35.000 Euro aus. Gemeinsam mit den Arbeitsagenturen sollen Fachkräfte identifiziert und schnellstmöglich in Arbeit gebracht werden.

„Es geht beim Thema Asyl auch um unsere eigene Existenz“, betonte Haseloff, „wenn wir in der demographischen Entwicklung uns selbst überlassen bleiben, können wir die Sozialstandards in unserer Gesellschaft nicht aufrechterhalten.“ Man wolle das Asylproblem gemeinsam mit den Kommunen lösen, um die Chancen für Sachsen-Anhalt zu nutzen.

Nicht alle Probleme gelöst

„Als richtigen Schritt in die richtige Richtung, auch wenn nicht alle Probleme beseitigt sind“, bezeichnete Landrat Jürgen Dannenberg (Linke) den Asylgipfel. Mit den zusätzlichen Mitteln des Landes werde man zum 1. Januar 2016 eine zweite Stelle für die Integrationsarbeit schaffen. 1,5 Millionen Euro habe man vorab an Landesmitteln für Asyl in den Haushalt eingestellt, dafür auf die Erhöhung der Kreisumlage verzichtet.

Vizelandrat Jörg Hartmann (CDU) hält indes nichts davon, Asylbewerber aus sicheren Herkunftsländern auf die Landkreise zu verteilen, diese sollten in der zentralen Anlaufstelle in Halberstadt bleiben und abgeschoben werden, wenn kein Asylgrund vorliege.

Viel Lob für den neuen Bürgermeister

Jochen Kirchner (parteilos), Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung, der am Montag gleich im ersten Wahlgang zum neuen Bürgermeister der Lutherstadt gewählt wurde, war am Dienstag ebenfalls Gast des Hoffestes und ein gefragter Gesprächspartner. „Eine gute Entscheidung, diese Tradition wieder aufleben zu lassen, denn hier lassen sich in entspannter Atmosphäre interessante Gespräche führen“, freute sich Kirchner über die Einladung.

An den neuen Bürgermeister richten sich viele Erwartungen. „Macht Kirchner als Bürgermeister seinen Job so gut wie als Stadtentwickler, dann haben wir zusammen mit Oberbürgermeister Torsten Zugehör eine tolle Doppelspitze“, meinte Bettina Lange, Fraktionschefin der CDU. Kirchner sei für kreative Ideen bekannt, und die brauche es nach 2017, wenn der Boom um das Reformationsjubiläum vorbei sei.

„Wir wollen an der Stadtspitze nicht nur Juristen“, sagte Reinhard Rauschning, Fraktionschef der SPD. Kirchner sei kompetent und stets ein fairer Partner des Stadtrates gewesen. Mit Blick auf die zu bewältigenden Aufgaben sei Kirchner eine sehr gute Wahl.

Ein ideales Team an der Spitze

Dass Oberbürgermeister und Bürgermeister ein ideales Team bilden, betonte der CDU-Bundestagsabgeordnete Ulrich Petzold. Kirchner werde seine Erfahrungen als Stadtentwickler ins Amt einbringen.

Stefan Kretschmar, Fraktionschef der Freien Wähler, wünscht sich, dass Kirchner als Bürgermeister in Personalunion die Leitung seines Fachbereichs fortführe – im Interesse der Stadtentwicklung und zugunsten der Konsolidierung des Haushaltes.

„Eine Wertung steht mir nicht zu, aber zwischen Kirchner und der Wohnungswirtschaft gibt es viele Übereinstimmungen und gemeinsame Projekte“, so Rando Gießmann, Geschäftsführer der Wiwog.

Das Bedürfnis nach Konsens

Reinhild Hugenroth, Kreisgeschäftsführerin der Grünen, hofft auf eine gute Zusammenarbeit in Fragen der Fahrradpolitik. Dass OB und BM parteilos seien, widerspiegele offenbar ein Bedürfnis der Stadtgesellschaft nach Konsens.

„Kirchner ist ein zielstrebiger Arbeiter, der langfristig denkt, die positive Stadtentwicklung ist vor allem sein Verdienst“, erklärte Hans-Joachim Herrmann. Der Geschäftsführer der Stadtwerke ist seit dem 1. Juli neuer Präsident des Rotary Clubs Wittenberg. Künftig soll der RC verstärkt im gesamten Landkreis tätig sein. Herrmann, der auch Vorsitzender des Röhrwasservereins ist, liegt die Sanierung des Marktbrunnens besonders am Herzen, der Brunnen wird 2017 400 Jahre alt.

Erster Auftritt der Tomatenkönigin

Ihren ersten öffentlichen Auftritt als zweite Wittenberger Tomatenkönigin absolvierte Constanze I., die von Projektentwickler Helmut Rehhahn und Nicole Witt, bei der Wittenberg Gemüse GmbH für Öffentlichkeitsarbeit zuständig, begleitet wurde. Das Amt der Majestät wurde im Wittenberger Sonntag und im Internet ausgeschrieben und die 24-jährige Erzieherin bekam die meisten Stimmen. „Tomatenkönigin werden die Frauen, die gesund leben und eine feine Haut mit schönem Teint haben wollen“, spielte Rehhahn auf die gesundheitsfördernden Wirkungen des Verzehrs von Tomaten an.

Kurdirektor mit Sticks

Als Beigeordneter des Kreises war Deddo Lehmann einst bereits Gast des Hoffestes, aber heuer zum ersten Mal als Kurdirektor von Bad Schmiedeberg. Als Schlagzeuger, der zwar nicht mehr öffentlich mit Band auftritt, dafür mit seinem Sohn im großen Keller eifrig die Sticks schwingt („Er kann Noten, ich bin Autodidakt“), war von der Musik von „adoxa boreal“ sehr angetan. Er freue sich, dass das Hoffest wiederbelebt wurde: „Es war damals ein gesellschaftliches Event und ist es heute wieder. Die Zahl der Besucher zeigt, dass sich das Fest nach wie vor großer Beliebtheit erfreut.“

Wein im Namen von Martin Luther

77 Mitglieder hat der Gewerbeverein Wittenberg, dessen Vorsitzender Franz Neise ist überzeugt, demnächst das 80. begrüßen zu können, denn beim Hoffest ergaben sich etliche Möglichkeiten für Aufnahmegespräche. Und auch für die Entwicklung geschäftlicher Ideen: Man wolle als Gewerbeverein einen Wein am Markt platzieren, der mit Luther und den Lutherstädten Wittenberg, Weimar und Worms zu tun habe, Partner dafür habe er beim Hoffest gefunden.





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