Burkhard Müller (l.) erhielt den „Lucas-Cranach-Preis“ in der Kategorie „Impulse für die Stadt“. Das Bild hat Symbolwert: Bei der jüngsten Verleihung der Town & Country-Stiftungspreises auf der Schlosswiese an regionale Vereine agierte Müller wie immer bescheiden im Hintergrund. Foto: Wolfgang Gorsboth

Burkhard Müller (l.) erhielt den „Lucas-Cranach-Preis“ in der Kategorie „Impulse für die Stadt“. Das Bild hat Symbolwert: Bei der jüngsten Verleihung der Town & Country-Stiftungspreises auf der Schlosswiese an regionale Vereine agierte Müller wie immer bescheiden im Hintergrund. Foto: Wolfgang Gorsboth

05.11.2021

Auszeichnung beim Neujahrsempfang der Stadt am 14. Januar 2022

Wittenberger Stadtrat wählte Preisträger des „Lucas-Cranach-Preises“

Wittenberg (WiSo). Am Mittwoch, dem 3. November, wählte der Wittenberger Stadtrat im nichtöffentlichen Teil vier Preisträger für den „Lucas-Cranach-Preis“ 2022, diese werden traditionell im Rahmen des Neujahrsempfangs der Lutherstadt Wittenberg am Freitag, dem 14. Januar 2022, ausgezeichnet. Insgesamt standen elf Kandidaten zur Auswahl, die von Bürgern sowie Vertretern der Stadtgesellschaft vorgeschlagen wurden. 

Kunst und Kultur 

In der Kategorie „Kunst und Kultur“ entschied sich der Stadtrat dafür, Eva Löber mit dem „Lucas-Cranach-Preis“ auszuzeichnen. Noch vor der Wende hat sie sich herausragend für den Erhalt der beiden Cranach-Höfe engagiert, ihr ist es zu verdanken, dass wieder Kunst und mit ihr Künstler, Studenten, Kinder und viele tausende Besucher in die Häuser kommen. Das Erinnern an den bedeutendsten Maler der Reformation Lucas Cranach d. Ä. und der Erhalt der historisch wertvollen Bausubstanz waren die beiden Hauptanliegen Löbers während ihres Zeit als Vorstandsvorsitzende der Cranach-Stiftung. 

Aus den vernachlässigten Höfen entstanden prosperierende Orte der Kunst, der Kultur, des Handwerks und der Begegnung. Idealismus, Mut, Hartnäckigkeit, Leidenschaft, Unermüdlichkeit, Kampfgeist und Fairness sind die prägenden Eigenschaften dieser engagierten Frau. Sie hat ihr Leben mit ganzer Leidenschaft den Cranach-Höfen gewidmet und damit ihre individuelle Handschrift in Wittenberg hinterlassen. 

Arbeit im Ehrenamt 

In der Kategorie „Arbeit im Ehrenamt“ entschieden sich die Mitglieder des Stadtrates dafür, den „Lucas-Cranach-Preis“ an Herrn Marco Glaß zu verleihen. Mit seinem gemeinnützigen Verein „Projektschmiede Wittenberg e.V.“ ruft Marco Glaß seit 2011 zahlreiche karitative Projekte ins Leben, die die Bürger zum gemeinsamen Miteinander anregen und zudem das Freizeitangebot in Wittenberg erweitern. 

Durch seine unermüdliche und fortwährende Akquise von Spendengeldern und anderen Zuwendungen schafft er wiederkehrende Veranstaltungen und Projekte wie das Sommerkino, den Handicap-Day oder den Weihnachtsspendenkalender. Erwähnenswert sind die jüngst in der Altstadt entstandenen Kunstwerke einer 3D-Street-Art-Reihe, die auch den diesjährigen Tag des offenen Denkmals in attraktiver und zeitgemäßer Weise bereichert haben. 

Impulse für die Stadt 

In der Kategorie „Impulse für die Stadt“ zeichnet der Stadtrat Burkhard Müller mit dem „Lucas-Cranach-Preis“ aus. Der Geschäftsführer der HIS Haus- und Industrieservice GmbH Town & Country Lizenzpartner, unterstützt seit Jahren viele soziale Einrichtungen, Kindertagesstätten, Sportvereine, Freiwillige Feuerwehren der Stadt, den Wittenberger Tierpark sowie Verbände, die sich im Natur- und Umweltschutz engagieren. Mit Engagement, Empathie und Spenden trägt er zum Funktionieren des städtischen Zusammenlebens bei und hilft mit Rat und Tat. 

Dabei leistet er Überdurchschnittliches und stellt seine eigenen Interessen zur Lösung vielfältiger Probleme in Vereinen und Organisationen zurück. Auch als Arbeitgeber und Unternehmer ist er eine feste Größe in der Stadt und beteiligt sich zudem aktiv an der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund.

Sonderpreis 

Abschließend sprachen sich die Stadträte dafür aus, den Sonderpreis des „Lucas-Cranach-Preises“ an Dr. Gerd Gruber zu verleihen. Gruber sammelt seit seiner Jugend Bilder und Grafiken zur Kunst des 20. Jahrhunderts. Sein besonderes Interesse gilt dabei den weniger bekannten Künstlern der 1920er und 1930er Jahre, deren Bilder nach 1933 als „entartet“ eingestuft und aus Galerien entfernt oder vernichtet wurden. Bewegend sind Bilder und Grafiken aus seiner Sammlung, die in Zuchthäusern und Konzentrationslagern entstanden sind und ihre Erschaffer überlebt haben. 

Inzwischen umfasst die Sammlung Gerd Gruber mehr als 8.000 Werke und wurde als einzige Privatsammlung aus Sachsen-Anhalt in das Verzeichnis national wertvollen Kulturgutes aufgenommen. Seine Kunstschätze wurden in mehr als 120 Ausstellungen im In- und im Ausland gezeigt. Mit seiner Sammlungs- und Biografiearbeit gelingt es ihm, authentische Zeitzeugnisse wieder im öffentlichen Bewusstsein der Gegenwart zu platzieren und dadurch einen wichtigen Beitrag gegen das Vergessen von Unrecht und Entwürdigung zu schaffen. 

Da der Neujahrsempfang in diesem Jahr pandemiebedingt ausgefallen ist, erhalten auch die vier Preisträger 2021 ihre Auszeichnung im Rahmen des Neujahrsempfangs 2022, diese sind: Peter Conrad (Kunst und Kultur), Veronika Dorn (Arbeit im Ehrenamt), Prof. Dr. Heiner Lück (Impulse für die Stadt) und Ecosia GmbH, Christian Kroll (Sonderpreis).

Hintergrund 

Mit dem „Lucas-Cranach-Preis“, der zweithöchsten Auszeichnung Wittenbergs, erinnert die Lutherstadt an die bedeutsame Persönlichkeit Lucas Cranach d. Ä. und ehrt diejenigen, die in der Gegenwart ihr Bestes für die Stadt geben. Der Preis besteht aus einer Urkunde und einer Ehrenmedaille in Form der silbernen Cranach-Schlange. Die Auszeichnung wurde erstmals in 2016 verliehen. 

Bild: Burkhard Müller (l.) erhielt den „Lucas-Cranach-Preis“ in der Kategorie „Impulse für die Stadt“. Das Bild hat Symbolwert: Bei der jüngsten Verleihung der Town & Country-Stiftungspreises auf der Schlosswiese an regionale Vereine agierte Müller wie immer bescheiden im Hintergrund. Foto: Wolfgang Gorsboth





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