28.10.2021

Wegen großer Schäden dauerten die Bauarbeiten länger als geplant

Sanierung des Wendelsteins am Lutherhaus ist vollendet

Wittenberg (WiSo). Nach einjähriger Bauphase ist der Wendelstein am Lutherhaus wieder ohne Gerüst erlebbar. Die ursprüngliche Dauer der Arbeiten war auf drei Monate geschätzt worden, doch das historisch wertvolle Bauwerk erwies sich als stark sanierungsbedürftig: Bei der Sandsteinkonstruktion des Treppenturmes, beim Dachstuhl und bei der Schiefereindeckung traten vorher nicht sichtbare Schäden zu Tage, die so massiv waren, dass sich sowohl die Bauzeit erheblich verlängerte als auch die Kosten stark anstiegen. 

Die alte Schieferdeckung des Daches und die Schalung wurden heruntergenommen und neu aufgebracht sowie das Dachtragwerk saniert. Bei der Prüfung der Sandsteinkonstruktion auf Standsicherheit wurde festgestellt, dass der Ringanker, der den Turmaufsatz trägt, verrostet war und somit den Sandstein von innen massiv angegriffen hatte. Daher musste er zusätzlich ausgetauscht werden. 

Da die Turmhaube nicht im Ganzen abgehoben, der Ringanker ausgetauscht und anschließend die Haube wieder aufgesetzt werden konnte, musste er in einem langwierigen und kostenintensiven Prozess stückweise ausgetauscht werden. Zusätzlich erwies sich auch der Brüstungsbereich als stark verwittert. Durch eingelaufenes Regenwasser und Frost wies der Sandstein dort Sprengungen auf, sodass einzelne Steine ausgetauscht und auch Verzierungen ersetzt werden mussten. 

Die Sanierung kostete 370.000 Euro und liegt somit 140.000 Euro über den vorher veranschlagten Kosten. Die Baumaßnahme wurde durch das Bundesprogramm der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) „Investitionen für nationale Kultureinrichtungen in Deutschland“ sowie dem Land Sachsen-Anhalt gefördert. Einen Teil der Kosten trägt die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt selbst.

Hintergrund: 

Der Wendelstein ist das historische Treppenhaus des Lutherhauses, er wurde 1565/66 an der Nordseite des dreistöckigen Gebäudes errichtet. Der preußische Architekt Friedrich August Stüler erhöhte ihn um 1850/60 durch ein Belvedere mit Umgang und Maßwerkbrüstung. Darüber setzte er ein reich verziertes Kuppeldach mit krabbenbesetzten Graten und Kreuzblume. Ziel dieses Turmaufsatzes war, das Lutherhaus deutlich im Stadtpanorama zu markieren und ein Pendant zum Turm der Schlosskirche zu schaffen.





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