Wer am Schlossplatz außerhalb der fünf erlaubten Parkplätze parkt, riskiert nicht nur ein Knöllchen, sondern auch, dass sein Fahrzeug kostenpflichtig abgeschleppt wird. Foto: Wolfgang Gorsboth

Wer am Schlossplatz außerhalb der fünf erlaubten Parkplätze parkt, riskiert nicht nur ein Knöllchen, sondern auch, dass sein Fahrzeug kostenpflichtig abgeschleppt wird. Foto: Wolfgang Gorsboth

15.10.2021

Stadtentwickler und Touristiker kritisieren die zahlreichen Falschparker

Verwaltung will alle fünf Parkplätze an der Tourist-Information entfernen

Wittenberg (wg). Auch in der zweiten Lesung konnte sich der Bauausschuss nicht darauf verständigen, die fünf Parkplätze am Schlossplatz in der Nähe der Tourist-Information zu entfernen, wie von der Verwaltung vorgeschlagen. Der Ausschuss plädierte für eine weitere Lesung, dabei soll auf Anregung der Freien Wähler und der SPD auch geprüft werden, ob die Fußgängerzone auf den Schlossplatz ausgeweitet werden könne. 

In der ersten Lesung hatte der Bauausschuss die Verwaltung beauftragt, bei der Entscheidung über die Parkplätze die Tourist-Information einzubeziehen, denn mit Blick auf deren Besucher seien schließlich die Plätze damals eingerichtet worden. „Aus touristischer Sicht sind diese Parkplätze laut Auskunft der Leiterin Kristin Ruske schon wichtig“, erklärte Enikö Andersen vom Fachbereich Stadtentwicklung, gleichwohl habe man aber auch von Seiten der Touristiker kein Verständnis für die vielen Falschparker, vor allem an den Wochenenden und zu besonderen Anlässen sei die Situation besonders schlimm. 

„Die Tourist-Information zeigt deshalb für das Anliegen der Stadt Verständnis“, berichtete Andersen, auch weil Kurzzeitparken im verkehrsberuhigten Bereich für Schwerbehinderte mit Sondergenehmigung weiterhin möglich sei, Busse und der Lieferverkehr ebenso wenig tangiert würden wie die Altstadtbahn. Ein absolutes Halteverbot gelte nur vor der Thesentür. 

Den Vorstoß der Stadt, alle fünf Parkplätze zu entfernen, begründete Andersen damit, dass über die erlaubten Parkbereiche hinaus der Radfahrern und Fußgängern vorbehaltene Bereich des Plattenbandes bis zur Amtsgerichtskreuzung hinauf auf beiden Straßenseiten zugeparkt werde (der Wittenberger Sonntag berichtete). Auf Knöllchen reagierten die Falschparker in der Regel mit Unmut, überdies sei das Plattenband bautechnisch für das Parken ungeeignet. 

Der Schlossplatz mit dem zum Unesco-Welterbe zählenden Schlosskirchenensemble, der Schlosswiese und den Wallanlagen zähle zu den prominentesten Plätzen der Lutherstadt, betonte die Stadtplanerin, es gehe darum, „den Wert des öffentlichen Raums in den Fokus“ zu rücken und den „Schlossplatz in seiner Funktion als geschichtsträchtiger Aufenthaltsort und Besuchermagnet zu stärken, den Geh- und Radweg wieder seiner ursprünglichen Nutzung zuzuführen und Parkverkehr fernzuhalten.“ 

Zwar weise ein Parkleitsystem an der Amtsgerichtskreuzung Autofahrer auf innenstadtnah gelegene Parkplätze hin, doch werde dieses oft ignoriert: „Die Erfahrung zeigt, dass Autofahrer ihren Pkw gerne so nah wie möglich am Ziel abstellen wollen, wenn andere dort bereits parken, wird dies als Einladung verstanden, auch wenn dort das Parken verboten ist.“ Deshalb mache auch der Antrag der Fraktion AdB keinen Sinn, alternativ Parkplätze an der Kopfseite des Eispavillons einzurichten, vielmehr müsse die Frage in diesem sensiblen Bereich grundsätzlich geklärt werden. 

„Aufgrund der Bedeutung des Schlossplatzes muss die Fußgängerzone ausgeweitet werden“, erklärte Stefan Kretschmar (Freie Wähler), „dann ist die verkehrsrechtliche Situation eindeutig und wir haben keine Probleme mehr.“ SPD-Stadtrat Johannes Ehrig verwies auf die ausreichenden Parkplätze in der Pfaffengase, von dort laufe man nur eine Minute bis zur Tourist-Information, zudem: „Hotelzimmer werden heutzutage vorab über das Internet gebucht, dort findet jeder Gast auch die wichtigsten touristischen Informationen.“ Auch seine Fraktion sei dafür, den Schlossplatz in die Fußgängerzone einzubeziehen. 

Der Antrag der Grünen, zwei Parkplätze beizubehalten, einer davon für Behinderte, die Parkflächen vom Plattenband auf die Straße zu verlegen und deutlich zu markieren, fand keine Zustimmung seitens der Verwaltung: Dafür sei die Straße zu schmal, für Busse des ÖPNV oder Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr müsse ein ungehindertes Durchkommen gewährleistet sein. Aus diesem Grund fand auch der Änderungsantrag der AfD-Fraktion keine Zustimmung, alle fünf Parkplätze mit entsprechender Kennzeichnung auf die Straße zu verlegen. 

Bild: Wer am Schlossplatz außerhalb der fünf erlaubten Parkplätze parkt, riskiert nicht nur ein Knöllchen, sondern auch, dass sein Fahrzeug kostenpflichtig abgeschleppt wird. Foto: Wolfgang Gorsboth





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