02.10.2021

Allein im Landkreis Wittenberg fehlen immer noch 75 Lehrkräfte

Vier Wochen nach Schulstart: Katastrophaler Lehrermangel

Wittenberg (WiSo). Das Schuljahr ist bereits vier Wochen alt und doch wissen viele Schulen nicht, ob und wann sie für alle Schüler den von den Lehrplänen geforderten Unterricht anbieten können. „Die Lehrkräfteversorgung ist im Landkreis Wittenberg und im ganzen Land desolat“, erklärt Thomas Lippmann, bildungspolitischer Sprecher der Landtagsfraktion der Linken und Landtagsabgeordneter für den Wahlreis Wittenberg. 

Mit der erneuten Ausschreibung zum 16. September 2021 von fast 1.000 Lehrerstellen habe das Landesschulamt deutlich gemacht, „wo überall die Säge klemmt und wie tief die Einschnitte im Unterrichtsangebot noch sind.“ Für die Schulen im Landkreis Wittenberg würden insgesamt noch 75 Lehrkräfte gesucht – 30 für die Sekundar- und Gemeinschaftsschulen, 20 für die Grundschulen, 15 für Förderschulen und zehn für Gymnasien und die Berufsschule. 

„Diese Stellenausschreibung ist vom verspäteten Zeitpunkt und von ihrem Umfang her ein Akt der Verzweiflung und eine Kapitulation vor den Problemen“, kritisiert Lippmann. „Jahrelang wurden von den Regierungsparteien CDU und SPD Mahnungen und Fakten ignoriert und wichtige Weichenstellungen verhindert und so eine Suppe eingebrockt, die jetzt von den Schülern ausgelöffelt werden muss. Jetzt liegt das Kind sprichwörtlich im Brunnen und niemand hat einen Plan, wie es dort wieder herausgeholt werden kann.“ 

Es sei ein Drama, wenn in der Sekundarschule „Heinrich Heine“ in Wittenberg immer noch sechs Lehrkräfte fehlten und an weiteren sechs Sekundar- und Gemeinschaftsschulen im Landkreis jeweils drei bis vier Lehrkräfte händeringend gesucht würden. Ebenso fehlten an elf Grundschulen jeweils zwei bis drei Lehrkräfte, ebenso an mehreren Förderschulen. 

„Da es sich um die wiederholte Ausschreibung von Stellen handelt, die bisher nicht besetzt werden konnten, bestehen kaum Hoffnungen, dass sich jetzt noch ausreichend viele Bewerber finden werden“, sagt Lippmann. Die Ausschreibung laufe noch bis zum 7. Oktober 2021, mit einer Besetzung sei somit im besten Fall nach den Oktoberferien, also Anfang November, zu rechnen. Man könne nur hoffen, dass zumindest einige Stellen dann noch zu besetzen seien. 

„Seit 20 Jahren kämpfe ich darum, dass in Sachsen-Anhalt mehr Lehrkräfte ausgebildet werden“, so Lippmann, „damit hätte ein solcher Mangel, wie wir ihn jetzt erleiden müssen, verhindert werden können.“ Die Bildungsgewerkschaft und die Fraktion der Linken hätten sich in diesen Jahren unermüdlich und mit viel Nachdruck immer wieder dafür eingesetzt, den längerfristigen Lehrkräftebedarf realistisch einzuschätzen und die Lehrerausbildung in Halle und vor allem auch wieder in Magdeburg rechtzeitig zu steigern. 

Bild: Thomas Lippmann, bildungspolitischer Sprecher der Landtagsfraktion der Linken. Foto: Wolfgang Gorsboth




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