Großen Spaß bereitete den Schüler beim Sport- und Bewegungsfest das Fußballspielen auf dem Kleinfeld mit Bande. Foto: Wolfgang Gorsboth

Großen Spaß bereitete den Schüler beim Sport- und Bewegungsfest das Fußballspielen auf dem Kleinfeld mit Bande. Foto: Wolfgang Gorsboth

25.09.2021

Mit Praxis- und Projektorientierung aufs Leben vorbereiten

Evangelische Gesamtschule feiert zehnjähriges Bestehen

Wittenberg (wg). Mit einem Sport- und Bewegungstag für die gesamte Schülergemeinschaft feierte die Evangelische Gesamtschule „Philipp Melanchthon“ am vergangenen Mittwoch im Arthur-Lambert-Stadion ihr zehnjähriges Bestehen. Zum Festgottesdienst Anfang September in der Stadtkirche waren Prominenz aus der Politik wie Ministerpräsident Reiner Haseloff, Vertreter aus dem Landkreis, der Lutherstadt und dem Landesschulamt sowie Eltern eingeladen. 

„Für Kinder und Jugendliche sind solche offiziellen Festakte eher weniger spannend, außerdem war aufgrund der Corona-Regeln die Platzkapazität in der Stadtkirche begrenzt“, erklärt Ingo Kliche, Geschäftsführer der Evangelischen Gesamtschule, „für unsere Schüler haben wir uns deshalb eine Mischung aus Spiel, Spaß und Bewegung einfallen lassen und dafür das Team Trixitt aus Bochum engagiert, die im Stadion mehrere Sport- und Spielstationen aufgebaut haben.“ Die Kinder und Jugendlichen der Klassen 5 bis 12 hatten bei schönstem Herbstwetter viel Freude bei den klasseninternen Wettkämpfen, ob beim Speedmaster, Austoben auf dem Hindernisparcours, beim Fußballspielen oder Völkerball. 

Das große Schulfest für Schüler, Eltern, Lehrer und Freunde der Bildungseinrichtung habe man, so Kliche, wegen Corona auf 2022 verschoben. Planmäßig stattfinden wird am 30. September das Schöpfungsfest zum Erntedank im Luthergarten in Kooperation mit dem Wittenberg-Zentrum des Lutherischen Weltbundes: Während die 5. Klassen im Luthergarten mehrere Stationen absolvieren, fertigen die Klassen 6. bis 12. in der Schule Schmetterlinge an, die sie zum gemeinsamen Gottesdienst am Himmelskreuz präsentieren werden. 

„Vor zehn Jahren haben wir mit einer Klasse mit 21 Schülern und Birgit Freihube als Lehrerin (heute Direktorin) in einem Raum in der Geschwister-Scholl-Grundschule begonnen“, blickt Kliche zurück. „Wir waren damals die erste Evangelische Gesamtschule in Mitteldeutschland.“ Jahr für Jahr sei die Schule gewachsen, sodass die Kapazitäten am Standort nicht mehr ausgereicht hätten. 

Ein wichtiger Meilenstein war deshalb der Bezug der eigenen Schule in der Kreuzstraße 20 a Mitte Oktober 2018, der erste Neubau einer Schule in privater Trägerschaft in Sachsen-Anhalt seit 1990: Ein Gebäude mit smartem Hightech und einer topmodernen medientechnischen Ausrüstung, denn als Schule in freier Trägerschaft wollte man den hohen Anspruch realisieren, besser und innovativer als andere zu sein. Fünf Millionen Euro hatte der Trägerverein investiert, eine öffentliche Förderung gab es nicht, der Kosten- und Zeitrahmen wurde eingehalten.

Von Anfang an setzte man im Neubau auf die Verbindung von traditionellen und modernen Unterrichtsmethoden: Alle Klassenräume verfügen über interaktive Whitebords, die dank der Verbindung mit Computer/Netzwerk zu überdimensionalen Bildschirmen werden, auf denen vom Lehrer für den Unterricht vorbereitete digitale Dateien, Schaubilder und Videos abgespielt werden können, zudem sind Webanwendungsnutzungen möglich, können sämtliche Tafelanschriebe und Notizen digital erfasst und abgespeichert werden. 

„Der entscheidende Vorteil digitaler Unterrichtsangebote liegt in der erheblichen Erweiterung des didaktischen Handwerkszeugs einer Lehrkraft, womit sich der Unterricht besser differenzieren und individueller auf jeden Schüler abstimmen lässt“, erklärt Kliche. Digitales Lernen bedeutet aber nicht, dass das Klassenzimmer zum Fernsehraum degeneriert, denn der Fokus der schulischen Arbeit bleibt – analog oder digital - der gleiche: die Vermittlung fächerspezifischer Kompetenzen, bei denen der Mensch im Mittelpunkt steht. 

Weil die Evangelische Gesamtschule über Hard- und Software, E-Learning-Konzepte und digital versierte Lehrer verfügt, kam sie mit dem digitalem Fernunterricht auch gut durch die Corona-Krise: Schulen, die hier vorgedacht haben und wie die Evangelische Gesamtschule „Philipp Melanchthon“ in Wittenberg in der digitalen Champions-League spielen, hatten bessere Karten. 

„Eine Schule braucht Zeit, um sich zu entwickeln“, resümiert Kliche, „die Bewältigung der Corona-Pandemie war sehr anspruchsvoll, jetzt brauchen wir wieder einen normalen Schulalltag mit Bodenhaftung.“ Aktuell besuchen 296 Schüler die Evangelische Gesamtschule, es gibt 35 Lehrer und drei pädagogische Mitarbeiter. Alle Arbeitsgemeinschaften, die wegen der Pandemie ausgesetzt waren, finden wieder statt. Perspektivisch will die Schule das außerschulische Bildungsangebot ausweiten, aber allen Ganztagsschulen in Sachsen-Anhalt fehlen derzeit Lehrer. 

Es gibt eine 12. Klasse, die in 2023 als erste das Abitur an der „Philipp Melanchthon“ absolvieren wird und eine 11. Klasse, die als Qualifizierungsphase der gymnasialen Oberstufe dient. Weil die Schule weiter wachsen will, gibt es große Pläne: So soll der Bestandsbau um eine komplette Etage aufgestockt werden. Erste bauvorbereitende Maßnahmen sollen in den Sommerferien 2022, die eigentliche Aufsto-ckung in den Sommerferien 2023 erfolgen, sodass der Schulbetrieb nicht gestört wird. 

Bild: Großen Spaß bereitete den Schüler beim Sport- und Bewegungsfest das Fußballspielen auf dem Kleinfeld mit Bande. Foto: Wolfgang Gorsboth




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