Rando Gießmann, Geschäftsführer der Wiwog und der Wigewe, stellt den Siegerentwurf für den Solitärbau neben der Turnhalle „Am Elbhafen“ vor.

Rando Gießmann, Geschäftsführer der Wiwog und der Wigewe, stellt den Siegerentwurf für den Solitärbau neben der Turnhalle „Am Elbhafen“ vor.

06.09.2021

Kommunales Wohnungsbauunternehmen investiert circa 28 Millionen Euro

Gießmann: Neues Wohngebiet „Am Stadthafen“ nimmt Gestalt an

Wittenberg (wg). Das Wohngebiet „Am Stadthafen“ nimmt seit dem offiziellen Baustart am 26. April 2021 Gestalt an: „Wir liegen voll im Zeitplan“, erklärt Rando Gießmann, Geschäftsführer der Wittenberger Wohnungsbaugesellschaft (Wiwog), die das ehrgeizige Vorhaben gemeinsam mit ihrer Schwestergesellschaft Wigewe realisiert. „Wir hatten allerdings im Mai wegen des Starkregens schlaflose Nächte, da ein Hochwasser der Elbe den Bau der Tiefgarage gefährdet hätte.“ Alles sei gut gegangen, im September werde die Tiefgarage samt Decke fertig gestellt sein. 

Im ersten Bauabschnitt entstehen in der zweiten Reihe an der Elbe in Kleinwittenberg drei Häuser mit insgesamt 44 Eigentumswohnungen zwischen 50 und 120 Quadratmetern. „90 Prozent der Wohnungen sind bereits reserviert“, freut sich Gießmann über die große Nachfrage von Wittenbergern, aber auch von Auswärtigen, wie zum Beispiel ehemalige Wittenberger, die als Rentner in ihre Heimatstadt zurückkehren wollen. Die Fertigstellung soll im Sommer 2022 erfolgen. 

Der zweite Bauabschnitt, eine Wohnanlage mit 18 barrierearmen Mietwohnungen zwischen 50 bis Quadratmetern, beginnt im Oktober 2021 und richtet sich vor allem an Senioren, steht aber allen Interessierten offen. Ins Erdgeschoss wird das Senioren- und Pflegezentrum (SPZ) „Am Lerchenberg“ als gewerblicher Mieter einziehen und dort Tagespflege sowie zusätzliche Dienstleistungen anbieten. „Schwerpunkt des Neubaus an der Robert-Koch-Straße ist altersgerechtes Wohnen“, erläutert Gießmann, „damit tragen wir dem Wunsch nach Wohnen in den eigenen vier Wänden bis ins hohe Alter Rechnung.“ 

Der dritte Bauabschnitt auf der ehemaligen Industriebrache, auf der in 2018 der 37 Meter hohe Speicher und in 2019 die Reismühle abgerissen wurden, betrifft in der ersten Reihe am Fluss vier Eigenheim-Grundstücke, die bereits alle reserviert sind. „Wir verkaufen diese Grundstücke aber erst, wenn der Neubau der Hochwasserschutzanlage gesichert ist“, betont Geschäftsführer Gießmann, dies sei Aufgabe der Stadt, derzeit liefen die Ausschreibungen, der Baubeginn sei für Oktober 2021 geplant. 

Solitärbau, kein Hochhaus 

Der vierte und letzte Bauabschnitt betrifft im östlichen Teil des Areals einen Solitärbau am Standort des abgerissenen Speichers neben der Turnhalle „Am Elbhafen“. Vorab wurde ein Architektur-Wettbewerb ausgelobt, der mit 5.000 Euro bedachte erste Platz ging an das Weimarer Architektenbüro „Jörg Lammert Gerotekten GmbH“ und damit an einen gebürtigen Wittenberger. Platz zwei (3.000 Euro) wurde von der Jury den „Architekten Leuschner, Gänsicke und Beinhoff“ aus Hamburg/Wittenberg zuerkannt und Platz drei (1.000 Euro) an bc Architekten + Ingenieure GmbH Wittenberg. Alle anderen Teilnehmer erhalten eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 500 Euro. Die drei Siegerentwürfe sind aktuell im Foyer der Wiwog in der Sternstraße ausgestellt. 

„Wegen der Corona-Pandemie haben wir die offizielle Preisverleihung ausfallen lassen“, so Gießmann. „Alle drei mit Preisen bedachten Entwürfe haben Vor- und Nachteile hinsichtlich der städtebaulichen und funktionalen Umsetzbarkeit.“ So habe der Siegerentwurf die Jury in der hohen gestalterischen Qualität, die auch die Freiraumnutzung in den Außenanlagen einbeziehe, überzeugt, aber es gebe noch zu lösende Parkplatzprobleme. 

„Wir sind mit Jörg Lammert im Gespräch, was einige funktionale Anpassungen seines Entwurfs betrifft und im November wird der Aufsichtrat endgütig über den Zuschlag entscheiden“, kündigt Gießmann an. Baubeginn werde im Frühjahr 2023 sein, entstehen sollen circa 20 hochwertige Mietwohnungen mit Elbeblick. Auch der Neubau wird mit 22 Metern eine prägnante Landmarke sein, aber deutlich niedriger als der Speicher mit 37 Metern – und auch niedriger als die 24 Meter, die der Bebauungsplan erlauben würde. Befürchtungen der Anwohner, hier werde ein Hochhaus gebaut, seien unbegründet, betont Gießmann. 

Der Wiwog-Geschäftsführer verweist außerdem auf die Pläne der Stadt, in den nächsten Jahren das „Freiraumkonzept Hafenpromenade“ umsetzen, welches den Elbabschnitt zwischen Kleinwittenberg und Altstadt umfasst. Das neue Wohngebiet werde sich in dieses Konzept einfügen. 

Dramatische „Bauflation“ 

Wiwog/Wigewe werden in das Wohngebiet „Am Elbhafen“ inklusive Infrastruktur circa 28 Millionen Euro investieren, große Sorgen bereiten dem Geschäftsführer die dramatisch steigenden Baupreise sowie Materialengpässe: „Die Stahlpreise haben sich verdoppelt, betrachtet man alle Baumaterialen, so ergibt sich binnen eines Jahres ein Preisanstieg von 20 Prozent.“ Experten sprächen bereits von einer „Bauflation“. 

Die Wiwog plane und baue durchdacht und effizient, „aber unter diesen Rahmenbedingungen können wir einfach nicht mehr preiswert bauen. Sollte diese Entwicklung andauern, wird es aus wirtschaftlichen Gründen keinen Neubau mehr geben, weil die immensen Mehrkosten nicht auf die Mieter umgelegt werden können. Wohnen ist und bleibt auch ein soziales Gut.“ Deshalb hoffe man, dass sich die Baupreise mittelfristig normalisierten. 

Bild: Rando Gießmann, Geschäftsführer der Wiwog und der Wigewe, stellt den Siegerentwurf für den Solitärbau neben der Turnhalle „Am Elbhafen“ vor.





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