28.08.2021

Architekturmaler präsentiert in 56 Kunstwerken Deutschlands Unesco-Welterbestätten

Alexander Dettmar zeigt im Alten Rathaus „Steinerne Spuren“

Wittenberg (wg). „Es gibt ein großes Bedürfnis nach Kunst und Kultur und wir hoffen erstens, dieses mit unserer neuen Ausstellung zu befriedigen und zweitens, dass wir nicht wieder in einem Corona-Lockdown landen werden“, sagte Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos) anlässlich der Vernissage „Steinerne Spuren – Welterbestätten in Deutschland“ mit Malerei von Alexander Dettmar im Alten Rathaus. Für die musikalische Umrahmung sorgten Michael Stolle (Klavier) und Wolfgang Praetorius (Violoncello). 

In der Exposition werden 56 Arbeiten gezeigt, die meisten Kunstwerke sind in der Galerie „Kunst.Wittenberg“ im Alten Rathaus zu sehen, weitere Gemälde werden im Cranachhaus, Markt 4, sowie in der Stadt- und in der Schlosskirche ausgestellt. Die Idee, Wittenbergs Hauptkirchen einzubeziehen, hatte Stadtkirchenpfarrer Dr. Johannes Block, denn die aktuelle Ausstellung widmet sich den Unesco-Welterbestätten und Stadt- und Schlosskirche gehören ebenso dazu wie Luther- und Melanchthonhaus, die in der neuen Ausstellung prominent vertreten sind. 

Um an der Vernissage in Wittenberg teilnehmen zu können, musste Dettmar die Finissage seiner Ausstellung „Ich glaube an die Kraft der Farbe“ in der Wollhalle Güstrow absagen. Parallel ist in der Lübecker Marienkirche seine Ausstellung „Painting to Remember – Zerstörte deutsche Synagogen“ zu sehen, denn Dettmar ist als einer der bedeutendsten Architekturmaler Deutschlands ein überaus gefragter Künstler, dessen malerischen Bildexpeditionen ihn durch viele Städte Europas führten. 

Seine Ausstellung „Steinerne Spuren“ war auf der Wartburg zu sehen und erzielte dort unter Corona-Bedingungen mit mehr als 70.000 Besuchern einen Sensationserfolg. In Wittenberg werden zusätzlich zu dieser Ausstellung weitere Gemälde gezeigt, die in 2016 in der Lutherstadt entstanden sind, damals war Dettmar Gast der Cranach-Stiftung. Die Rückkehr nach Wittenberg nach fünf Jahren sei mit Wehmut verbunden, denn er habe gerne hier gelebt und sich wohlgefühlt, bekannte Dettmar. Das Cranach-Atelier habe ihm sehr gefallen und Wittenberg sei eine von „großer geistiger Kraft inspirierte Stadt“. 

Dettmar, der sich selbst einen „Maler der Steine“ nennt, und städtische Gassen, Straßen und Plätze zu seinem Atelier macht, malt Bilder ohne Menschen. Sein Stil ist gekennzeichnet durch die Reduzierung von Details und einem pastosen Farbauftrag, der von dunklen, erdigen Tönen über Gelb bis hin zu intensivem Rot reicht. Die Farben, die wie gebrannte Tonerde wirken, erinnern an den Ursprung von Architektur. 

Zu sehen sind Bilder des klassischen Weimar, der Lutherstadt Wittenberg, der Völklinger Hütte, von Sanssouci in Potsdam, von Quedlinburg, der Wartburg, der Dom in Passau, Rathaus und Dom in Bremen, eine Stadtansicht von Meißen und vieles mehr. Seine stillen, auf Bewahrung abzielenden Gemälde vermitteln Geschichte, Gedächtnis und Erinnerung, wobei sich der Künstler auf die Architektur der dargestellten Gebäude konzentriert. 

„Ein Gast auf Zeit zu sein, ist ein Privileg“, erinnerte Dettmar an seine Zeit im Wittenberger Cranach-Atelier. Er male seine Objekte „jungfräulich und unbelastet und lege alle meine Kraft in diese Bilder. Habe ich diese Bilder gemalt, ist die Kraft weg und das heißt, dass ich als Künstler niemals zweimal dieselbe Stadt und dieselben Gebäude aufsuche – wohl aber als Mensch, denn zu einer Stadt gehört immer auch die Begegnung mit ihren Bürgern und deshalb bin ich heute gerne hier zu Gast.“ 

Dettmar hat nicht nur heute noch im Stadtbild sichtbare Bauten dokumentiert, zu seinen außergewöhnlichen Motiven, mit denen er in ganz Deutschland bekannt wurde, zählen seine Bilder von den von Nationalsozialisten zerstörten Synagogen, die er wieder auferstehen ließ und mit denen er leidenschaftlich „gegen das Vergessen“ gemalt hat. 

Hinweis

Die Ausstellung „Steinerne Spuren“ ist bis zum 31. Dezember 2021 in der Galerie „Kunst.Wittenberg“ im Alten Rathaus zu sehen, Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Weitere Kunstwerke von Alexander Dettmar zeigt das Cranach-Haus, Markt 4, bis zum 31. Oktober, Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 10 bis 17 Uhr, Sonn- und Feiertage von 13 bis 17 Uhr. Die Kunstwerke in der Stadt- und Schlosskirche sind zu den Kirchenöffnungszeiten zu sehen. 

Bild: „Stadtkirche mit Cranach-Haus“ (2016): Oberbürgermeister Torsten Zugehör (re.) und Alexander Dettmar hingen zur Vernissage symbolisch das letzte Bild in der Ausstellung „Steinerne Spuren“ in der Galerie „Kunst.Wittenberg“ auf. Foto: Wolfgang Gorsboth





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