18.08.2021

Stiftung bietet Erlebnisführungen, Vorträge und Angebote für Kinder

Umfangreiches Rahmenprogramm zur Pest-Sonderausstellung

Wittenberg (WiSo). Am Freitag, dem 20. August, eröffnet die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt im Augusteum ihre neue Sonderausstellung „Pest. Eine Seuche verändert die Welt“. Die zerstörerische Kraft der Pest hat bis heute Spuren in der abendländischen Kultur hinterlassen und das kulturelle Gedächtnis Europas tief geprägt. 

Die Sonderausstellung begibt sich auf Spurensuche der Krankheit und schlägt den Bogen von den frühesten nachweisbaren Ausbrüchen der Pest in der Steinzeit bis in die jüngste Gegenwart und beleuchtet dabei die unterschiedlichen Erklärungen für die Seuche und die Reaktionen auf ihr Auftreten. Sie zeigt, dass die Pest Antrieb war für tiefgreifende Veränderungen in Medizin, Gesellschaft und Religion und auch die Zeit der Reformation prägte – und wie die neuen reformatorischen Ideen Auswirkungen auf die Bekämpfung und den Umgang mit Seuchen und Erkrankungen allgemein hatte. 

Die Eröffnung wird begleitet von einem bunten Rahmenprogramm für Groß und Klein. So sind bereits am Samstag, dem 21. August, Familien um 10 und um 14 Uhr eingeladen, mit dem Programm „Eintauchen in die Welt der Wissenschaft“ die Geschichte der Medizin zu entdecken. In einer Führung durch die Sonderausstellung gibt es auf kindgerechte Art und Weise Spannendes zu entdecken. 

Mithilfe eines Actionbounds, den man sich zum Start der Führung auf sein Smartphone herunterladen kann, können die jungen Wissenschaftler Fragen beantworten und somit das ein oder andere Wissenswerte rund um die Pest und die Medizin erfahren. Im Anschluss werden die neuen Erkenntnisse in die Praxis umgesetzt und in einem Kreativ-Workshop eine eigene Gesundheitsrezeptur kreiert. Kosten pro Kind: fünf Euro; Anmeldung per Mail an: oder Tel.: 03491/42 03 116. 

Von der Pest bis zu Corona 

Am Dienstag, dem 24. August, widmet sich der Historiker Prof. Dr. Volker Reinhardt um 18.30 Uhr in einem Digitalvortrag dem Thema „Die große Pest 1347 bis 1353 und Corona 2020/2021“ den Ähnlichkeiten und Unterschieden der beiden großen Seuchen. Die erste große Pestwelle der Jahre 1347 bis 1353 hatte verheerende Folgen: Sie kostete ein Viertel bis ein Drittel der Bevölkerung das Leben, entwertete den Tod durch serielles und anonymes Massensterben und erschütterte den Glauben an die Kirche und ihre Vermittlung zwischen Gott und den Menschen. 

Da die offizielle Erklärung, dass Gott eine verdiente Strafe verhänge, die meisten Menschen nicht überzeugte, machten sich viele auf die Suche nach den vermeintlich Schuldigen – furchtbare Pogrome waren die Folge. Die Corona-Erfahrung der Jahre 2020 und 2021 legt nahe, Ähnlichkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten und natürlich die Frage zu stellen: Was können wir heute aus dem Umgang mit einer Pandemie in einer fernen Vergangenheit lernen? Den Vortrag können Interessierte unter www.martinluther.de und auf den Social-Media-Kanälen der Stiftung verfolgen. 

Wie die Menschen vor 500 Jahren mit der Pest lebten, wird in der Erlebnisführung „Schwarze Beulen und fauler Atem“ erfahrbar, mit der die Gäste das Wittenberg kennenlernen, als die Seuche hier ihr Unwesen trieb. Beginnend in der Ausstellung, in der sie alles Wissenswerte rund um die Pest erfahren, führt sie anschließend der Weg durch die dunklen Gassen der Stadt bis zur Schlosskirche – beschützt von einem Pestarzt, der mit Anweisungen hilft und essiggetränkte Tücher und einen medizinischen Trank bereithält. 

Wegen der großen Nachfrage ist der Termin am 28. August bereits ausgebucht, weswegen die Stiftung einen Zusatztermin am 18. September um 19.30 Uhr anbietet. Kosten pro Person: 19,90 Euro; Anmeldung und Buchung bei der Tourist-Info per Mail an: oder Tel.: 03491/49 86 10. 

Mit Tölpel durch die Ausstellung 

Am Sonntag, dem 29. August, startet die Reihe für Kinder „Sonntags mit Tölpel in der Sonderausstellung“, in der jeden letzten Sonntag im Monat während der Ausstellungslaufzeit die kleinen Besucher zusammen mit Luthers Hund Tölpel ein besonders interessantes Exponat kennenlernen und anschließend zum jeweiligen Thema in der Werkstatt handwerklich tätig werden. Kosten: sechs Euro pro Kind zzgl. Eintritt für Erwachsene; Anmeldung per Mail an: oder Tel.: 03491/42 03 116. 

Wer tiefer in die Thematik einsteigen möchte, kann dies mit dem Podcast zur Sonderausstellung „Pestilenz!“ unter www.martinluther.de sowie über alle gängigen Podcast-Kanälen. An jedem dritten Donnerstag im Monat – beginnend mit dem 19. August – geht Mirko Gutjahr, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Luthergedenkstätten und Kurator der Ausstellung, gemeinsam mit der Journalistin Claudia Gutjahr-Almaguer auf Sendung. In sieben Podcast-Folgen beleuchten sie verschiedene Aspekte der Seuche, sprechen mit Historikern, Medizinern sowie Kulturwissenschaftlern und versuchen, der Pest und ihrer Geschichte auf die Spur zu kommen. 

Hinweis 

Weitere Informationen zur Sonderausstellung „Pest. Eine Seuche verändert die Welt“ sowie zu allen Veranstaltungen, Programmen und Angeboten finden Interessierte auf www.martinluther.de. 

Bild: In den Zeiten, als die Pest wütete, entstanden sogenannte Totentanzbilder. Foto: Archiv





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