19.07.2021

„Avantgarde in Wittenberg“ läuft bis Ende September

Wittenberg (wg). Die Stiftung Christliche Kunst Wittenberg verlängert ihre Sonderausstellung „Avantgarde in Wittenberg“ bis zum 30. September 2021. Gezeigt werden 90 Kunstwerke – Highlight aus 19 Stiftungsjahren. Geöffnet ist von Montag bis Samstag von 10 bis 17 Uhr, Sonntag von 12 bis 17 Uhr. Der Zugang erfolgt über das Besucherzentrum im Schloss. 

Vor 19 Jahren übergab der württembergische Kunstliebhaber Ulrich Scheufelen der Stadt Wittenberg einen besonderen Kunstschatz. Seitdem ist die Sammlung mit religiös-existenzialistischer Grafik der Moderne unter dem Dach der eigens gegründeten „Stiftung Christliche Kunst Wittenberg“ zu Hause. Allen Werken gemeinsam ist die Auseinandersetzung mit Themen des Glaubens und der Religion. 

Seit der Gründung der Stiftung wurde die Sammlung durch die Vorsitzende Jutta Brinkmann betreut, stetig erweitert sowie im In- und Ausland bekannt gemacht. Als ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende hatte sie wesentlichen Anteil daran, dass der Stiftungsbestand von ursprünglich 240 Arbeiten auf inzwischen knapp 700 Arbeiten angewachsen ist. 

Die Schilder unter den ausgestellten Arbeiten bieten außer den üblichen Angaben zum Künstler, Titel, Technik und Jahr auch Informationen über die Sonderausstellungen und Städte, wo die Graphiken zu sehen waren – in Haderslev, Korsør, Hobro und Lemvig in Dänemark, Beveren in Belgien sowie in vielen Städten Deutschlands. 

Die Schilder werfen zugleich Schlaglichter auf herausragende Ereignisse in 19 Stiftungsjahren – angefangen 2005 mit der themenbezogenen Sonderschau zu Marc Chagall „Die Bibel“ oder die „Patriarchen“ in 2011 aus Anlass des zehnjährigen Jubiläums: Die Arbeiten der vier zeitgenössischen dänischen Künstler Bodil Kaalund, Bjørn Nørgaard, Jørgen Haugen Sørensen und Ingvar Cronhammar wurden rege in der Lutherstadt diskutiert. 

Von Nørgaard, einem Lieblingskünstler der dänischen Königin, wird „Der weibliche Christus“ (1969) gezeigt: Bjørns Frau Lene Adler Petersen geht nackt mit einem Kreuz durch die Kopenhagener Börse, die nadelbestreiften Herren sind irritiert – Anspielung auf die Tempelreinigung im Neuen Testament, als Jesus die Händler verjagt, eine radikale Kritik an die Finanzwelt, die an Aktualität nichts verloren hat. 

Werke wie diese zeigen, dass sich die neue Sonderschau keineswegs nur an ein der Kirche nahestehendes Publikum richtet, sondern aktuelle Themen behandelt, die im Hier und Heute verankert sind. Dies entspricht auch dem Anspruch der Stiftung, in Wittenberg als Stadt der Reformation mit Graphiken der Moderne zu christlichen Inhalten ein ergänzendes Angebot zu schaffen, das möglichst viele Kunst- und Kulturinteressierte anspricht. 

Die Sonderschau versammelt ein Stelldichein der namhaftesten Künstler des ausgehenden 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart wie Beckmann, Chagall, Dix, Kokoschka, Picasso, Barlach, Kollwitz, Kandinsky, Beuys, Rouault und Gauguin. Dass das Who’s who international bedeutender Künstler vertreten ist, machte die Sammlung für großzügige Zustiftungen attraktiv, von denen einige in der Sonderschau gezeigt werden, ebenso Arbeiten der Preisträger verschiedener Kunstwettbewerbe wie von Michael Triegel, Katerina Belinka, Thomas A. Straub, Michael Morgner und Franca Bartholomäi. 

Bild: In der Sonderausstellung wird auch Pablo Picassos Lithographie „David und Bathseba“ (1947) gezeigt. Foto: Wolfgang Gorsboth




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