16.07.2021

Nach Re-Start: Angebote der Kulturellen Bildung werden stark nachgefragt

Museen der Stiftung Luthergedenkstätten können wieder erkundet werden

Wittenberg (wg). Nach dem Re-Start können die Museen der Stiftung Luthergedenkstätten wieder erkundet werden: „Es kommen Individualtouristen, noch fehlen uns die Reisegruppen und die ausländischen Touristen, die vor Corona mehr als 50 Prozent der Besucher ausgemacht hatten“, berichtet Dr. Stefan Rhein, Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen Anhalt, im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag. In den Sommerferien werde man sich auf Inlandtouristen und Familien fokussieren. 

Von Schulklassen würden nach dem digitalen Homeschooling die analogen Angebote der Abteilung Kulturelle Bildung sehr stark nachgefragt, ebenso von Kita-Gruppen. Großer Beliebtheit erfreue sich der neue „Mittelalterraum“: Hier könnten Kita-Kinder sowie Grundschüler mit Theaterspiel, Bastelei und Ritterspielen die Zeit des Mittelalters und den Alltag auf einer Burg erleben. Auch Luthers Hund „Tölpel“ und die Mitmachausstellung „Der Mönch war’s“ entwickelten sich langsam wieder zu Publikumsmagneten. 

„Die energetische Sanierung des Lutherhauses und die neue Dauerausstellung sind die beiden größten Aufgaben, die die Stiftung in den nächsten Jahren stemmen muss“, erklärt Dr. Rhein und freut sich, dass der Bund die hälftige Finanzierung in Höhe von fünf Millionen Euro bereits bewilligt habe. Ob der geplante Eröffnungstermin der neuen Ausstellung im April 2024 gehalten werden könne, hänge davon ab, ob sich die neue Landesregierung zügig konstituiere und zeitnah ihren Finanzierungsanteil freigebe. 

„Das Lutherhaus muss mit Blick auf die Betriebskosten und den Klimaschutz dringend gedämmt werden“, so Dr. Rhein, „wir benötigen eine neue Gebäude-Leittechnik, um Energie zu sparen, neue Fenster und eine Umstellung der Beleuchtung auf LED.“ Die 2003 eröffnete Dauerausstellung habe zudem ihre Lebenszeit überschritten, dies beträfe vor allem die technische Ausstattung: „Damals war die Dragball-Technik mit Curser absolut neu und hipp, heute kann damit kaum jemand umgehen, weil Touchscreens der Maßstab sind.“ Überdies erwarte der Museumsbesucher digital aufbereitete Informationen. 

Außerdem soll die Kulturelle Bildung künftig in der neuen Dauerausstellung eine deutlich größere Rolle einnehmen. „Wir wollen zusätzliche Angebote für Kinder und Jugendliche schaffen und die Museumspädagogik auch räumlich im Lutherhaus etablieren“, sagt Dr. Rhein. Bei den ausgestellten Exponaten werde man neue Themen einbringen, wie die internationale Präsenz der Reformation, gleichzeitig die Anzahl der Exponate reduzieren und sich dabei noch stärker auf Highlights konzentrieren. 

Sanierung des Wendelsteins

Noch bis Mitte September 2021 und damit länger als geplant wird die Sanierung des Wendelsteins am Lutherhaus dauern. „Bei den großen Sanierungsmaßnahmen in 1983 und in 2003 wurde der Wendelstein vergessen, die Bauschäden sind größer als erwartet“, erklärt der Stiftungsdirektor. Vor allem die Einflüsse der chemischen Industrie hätten vor der Wende die Bausubstanz stark angegriffen, so dass Bauteile ersetzt werden müssten. Besondere statische Probleme gebe es bei dem reich verzierten und mit Schiefer eingedeckten Kuppeldach, ebenso müssten die Steingewände an den Fenstern restauriert bzw. komplett erneuert werden. 

Ausblick auf eine neue Sonderausstellung 

Ab dem 20. August zeigt die Stiftung im Augusteum die neue Sonderausstellung „Pest. Eine Seuche verändert die Welt“. Sie beschäftigt sich mit der disruptiven Kraft der Pest, die bis heute ihre Spuren in der abendländischen Kultur hinterlassen und das kulturelle Gedächtnis Europas tief geprägt hat. Gezeigt wird, wie die Pest im Zusammenspiel mit anderen Seuchen auch Antrieb für tiefgreifende Veränderungen in Medizin, Gesellschaft und Religion war und wie sie die Zeit der Reformation prägte bzw. wie die neuen reformatorischen Ideen Auswirkungen auf die Bekämpfung der Pest und den Umgang mit Seuchen und Erkrankungen im Allgemeinen hatte. 

Außerdem bereitet die Stiftung Aktionen zum Tag des offenen Denkmals am 11. und 12. September 2021 in Kooperation mit dem Luther-Melanchthon-Gymnasium vor. 

Bild: Der Wendelstein am Lutherhaus wird denkmalgerecht Instand gesetzt. Foto: Wolfgang Gorsboth




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