07.07.2021

Pretzscher Stadtkirche zeigt die Orgellandschaft Elbe-Elster

Ausstellung widmet sich der „Königin der Instrumente“

Pretzsch (WiSo). Die vom Verein „Mitteldeutsche Kirchenstraße“ gestaltete Ausstellung über die vielfältige Orgellandschaft des brandenburgischen Elbe-Elster-Landkreises ist bis zum 30. September in der Evangelischen Stadtkirche Pretzsch zu sehen: Beispielhaft werden kleine und größere Orgeln in Bild und Text zu den Öffnungszeiten der Kirche vorgestellt. Weitere Termine gibt es nach Vereinbarung, Schulklassen erhalten eine besondere Führung. Und am 22. Juli steht ein besonderes Orgelkonzert auf dem Plan. 

Die Orgel wird wegen ihres prächtigen Äußeren und ihres gewaltigen Klanges als „Königin der Instrumente“ bezeichnet. „Als abendländisches Hauptinstrument der Liturgie steigert sie nicht nur die Feierlichkeit der Gottesdienste, sie symbolisiert mit ihrem vielstimmigen Klang auch den Zusammenklang zwischen himmlischer und weltlicher Sphäre“, erklärt Christoph Krause, Pfarrer i.R. in Bad Schmiedeberg und ergänzt: „Keine Orgel ist wie die andere, jede ist an die Akustik des Raumes angepasst, in dem sie erklingt.“ 

Meisterwerke des Instrumentenbaus 

Die eindrucksvollen Instrumente in Kirchen und Konzertsälen sind Meisterwerke des Instrumentenbaus und der Feinmechanik. Von der Antike bis heute spiegelt der Orgelbau technische Entwicklungen, aber auch stilistische Umbrüche wider, so dass heute an vielen erhaltenen oder restaurierten Orgeln die Stilvielfalt von 500 Jahren Kirchenmusik zu erkennen und klanglich zu erleben ist. Deutschland zählt zu den wichtigsten Ländern für die Weiterentwicklung des Orgelbaus und der Orgelmusik. Beides wurde vor drei Jahren von der Unesco als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt. 2021 ist die Orgel „Instrument des Jahres“. 

Vorgestellt werden Orgeln aus 27 Kirchen in der ostelbischen Region, dabei präsent sind bekannte Traditionsfirmen wie Voigt aus Bad Liebenwerda sowie die Orgelbauer Silbermann, Sauer, Eule, Rühlmann, Schröther und Johann Carl Friedrich Lochmann, der die Dommitzscher Orgel baute. 

„Aber auch die Pretzscher Orgel rückt in diesem Jahr besonders in den Blick“, berichtet Krause, „vor 175 Jahren wurde sie in der Werkstatt des Zahnaer Orgelbaumeisters Moritz Baumgarten geschaffen und anschließend in der Pretzscher Stadtkirche St. Nikolaus aufgebaut und in einem festlichen Gottesdienst in Dienst gestellt.“ Es handelt sich um eine mechanische Schleifladenorgel mit 21 Registern, zwei Manualen und Pedal. Das Jubiläum der Kirchenorgel sei der Anlass gewesen, die Orgelausstellung nach Pretzsch zu holen. 

Zwei Orgelkonzerte mit Paolo Oreni 

Ein Höhepunkt der Pretzscher Orgelschau: Beim Konzert mit dem renommierten italienischen Organisten Paolo Oreni aus Mailand am Donnerstag, dem 22. Juli um 17 Uhr, wird die Pretzscher Orgel zu hören sein. Es erklingen barocke, klassische, romantische und zeitgenössische Kompositionen. 

Das zweite Konzert beginnt um 19.30 Uhr in der Evangelischen Stadtkirche Bad Schmiedeberg. Dort spielt Oreni die Geißler-Voigt-Orgel von 1853/1997. Auf dem Programm stehen Werke vom Barock bis zur Gegenwart. 

Der Eintritt zu beiden Konzerten ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Oreni, 1979 in Treviglio geboren, studierte bereits mit elf Jahren bei Giovanni Walter Zaramella am Musikinstitut „Gaetano Donizetti“ Orgel und Orgelkomposition und später am Nationalkonservatorium von Luxemburg. 

Bild: Der renommierte italienische Organist Paolo Oreni aus Mailand bringt am Donnerstag, dem 22. Juli, um 17 Uhr die Pretzscher Orgel besonders gut zum klingen. Screenshot: Wolfgang Marchewka




Video

Oberbürgermeister Zugehör

mehr Videos

Videos Stimmen aus der Region

Oberbürgermeister Zugehör

Videos Kultur

Schlosskirche Wittenberg Sarah Herzer an der Orgel
Schlosskirche
Alaris Schmetterlingspark
Kommunaler Bildungsbericht im Kreistag vorgestellt
Kreistag beschließt mehr Geld für die Sporthalle im Volkspark


FIW mbH & Co. KG, Wittenberger Sonntag/Freizeit Magazin, 06886 Lutherstadt Wittenberg, Coswiger Straße 30 A, E-Mail: