07.06.2021

Mehr Spielgräte und Sitzmöglichkeiten für die Altstadt

Mit Familienfreundlichkeit die Verweildauer erhöhen

Wittenberg (wg). Wie kann nach der Pandemie die Altstadt wieder attraktiver werden, wie können die Aufenthaltsqualität verbessert und damit die -dauer verlängert werden? Dazu will die Stadtverwaltung die SKW-Spende in Höhe von 650.000 Euro einsetzen – 500.000 Euro sind für einen Kultursommer gedacht, 150.000 Euro für zusätzliche Spielgeräte. 

„Leider sind die Risiken für Großveranstaltungen aktuell noch zu groß, sodass der Kultursommer nach dem Vorbild des Refomationssommers 2017 erst in 2022 stattfinden wird“, informierte Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos) bei einem Online-Pressegespräch. In diesem Sommer werde man sich mit kleineren Formaten wie den Überraschungskonzerten „Wittenberg für Dich!“ begnügen müssen. 

Das Sterben der Innenstädte, der Boom des Online-Shoppings und die Digitalisierung der Arbeitswelt, so Zugehör, habe es schon vor Corona gegeben, die Pandemie hätte sich aber als Brandbeschleuniger erwiesen: Die Bummler, Touristen und Pendler blieben aus, reine Einkaufsstraßen sind offenkundig anfällig für Krisen. Dienstleistung und Konsum allein reichen nicht, es ist die soziale und funktionale Vielfalt, die urbanes Leben ausmacht, die Mischung mit nicht-kommerziellen Nutzungen und definierten Freiräumen. 

„Wir wollen deshalb die Innenstadt mit Spielgeräten und Sitzmöglichkeiten kinder- und familienfreundlicher machen, gleichzeitig alle Generationen, Touristen und Einheimische ansprechen“, kündigte Stadtplanerin Enikö Andersen an. Ein Schwerpunkt wird das Areal am Amselgrund sowie der gegenüber liegende Spielplatz am soziokulturellen Zentrum „Pferdestall“ sein. 

Auf der Betonfläche sollen multifunktional nutzbare Skate-Curbs installiert werden, auf denen die Sportler ihre Slide- und Grindtricks ausprobieren können – oder auf denen man ganz einfach auch nur sitzen kann. Der Basketballkorb wird eine Markierung für Streetbasketball bekommen und auf dem Kinderspielplatz wird auf dem Beach-Volleyballplatz ein festes Netz dauerhaft gespannt, der Outdoor-Grillplatz um Sitzmöglichkeiten erweitert, außerdem das mutwillig zerstörte Trampolin ebenso repariert wie die Seilbahn. 

Das „Gras“ nennt sich ein Spielgerät zum Baumeln und Schaukeln für Kinder, zwei davon sollen im Bereich der Jugendherberge ihren Standort finden. Die massiven Sitzbänke auf dem Arsenalplatz werden gern von Skatern und BMXern als Sportgerät genutzt, weshalb es zu Verschleißschäden gekommen ist. „Wir wollen diese Bänke mit Stahlkanten nachrüsten“, sagte Andersen. 

Im gesamten Altstadtgebiet sollen weitere Spielgeräte aufgestellt werden, wobei die „Promenade der Generationen“ in der Fleischerstraße durchaus als Vorbild dienen könnte. „Viele Jogger, die den Wallanlagen-Rundweg nutzen, wünschen sich entlang der Strecke Fitness- und Gymnastikgeräte, ein Wunsch, den die Stadt aufnehmen will“, berichtete Andersen. 

Etliche Sitzgelegenheiten müssten ertüchtigt oder ausgetauscht werden, weitere Reparaturen stünden auf den Innenstadt-Spielplätzen am Luthergarten und am Tierpark an. Da das Stadt-Budget dafür nicht ausreicht, sollen auch hier Teile der SKW-Spende zum Einsatz kommen. Mehr Fassadenbegrünung und die Gestaltung leerer Schaufenster sollen die Altstadt ebenfalls attraktiver machen. An der Tourist-Information am Schlossplatz und hinter dem Alten Rathaus werden mit Unterstützung der Stadtwerke zwei neue Ladestationen für E-Bikes aufgestellt. 

Die Umsetzung aller Maßnahmen soll zeitnah erfolgen, allerdings, so Andersen, hätten einige Hersteller Materialengpässe, sodass mit Lieferfristen von bis zu fünf Monaten gerechnet werden müsse. 

Bild: Planerin Enikö Andersen will die Altstadt kinder- und familienfreundlicher machen. Foto: Wolfgang Gorsboth/A




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