Blick von der Promenade mit dem Gleis der ehemaligen Hafenbahn auf die Schlosskirche: Dieser Übergangsbereich zwischen Hafenquartier und Altstadt soll aufgewertet werden. Foto: Wolfgang Gorsboth

Blick von der Promenade mit dem Gleis der ehemaligen Hafenbahn auf die Schlosskirche: Dieser Übergangsbereich zwischen Hafenquartier und Altstadt soll aufgewertet werden. Foto: Wolfgang Gorsboth

02.05.2021

Das Hafenquartier soll ein innerstädtisches Ausflugsziel werden

Aus einer Wittenberger „Hinteransicht“ eine attraktive Schauseite machen

Wittenberg (wg). Das im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) 2030 formulierte Leitbild „Wittenberg – Stadt an der Elbe“ nimmt weiter an Fahrt auf: Nach dem am Montag, dem 26. April, offiziell vollzogenen Baustart für das Wiwog/Wigewe-Projekt „Wohnen an der Elbe“ in Kleinwittenberg (der Wittenberger Sonntag berichtete) ging jetzt auch die Beschlussvorlage „Freiraumkonzept Hafenpromenade“ in die politische Beratung, am 26. Mai 2021 soll der Stadtrat final diskutieren und beschließen. 

Von „hohen Ansprüchen“, die im Vorfeld zu erfüllen gewesen seien, sprach Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) im Bauausschuss. Mit dem „Freiraumkonzept Hafenpromenade“ habe man sich in 2020 für das Bundesprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ beworben. „Obwohl das Programm von Anfang an stark überzeichnet und die Erfolgsaussicht deshalb sehr gering war, wurde die Lutherstadt als Modellprojekt ausgewählt“, erklärte Kirchner, die Stadt erhalte eine Förderung in Höhe von knapp 2,7 Millionen Euro. Die Gesamtkosten beliefen sich auf einen „niedrigen zweistelligen Millionenbetrag“, weshalb das Projekt Hafenpromenade nur über einen längeren Zeitraum und durch Akquise weiterer Fördermittel umgesetzt werden könne. Mit der baulichen Realisierung soll laut Zeitplan am 15. April 2023 begonnen werden. 

„Bislang ist das Hafenquartier, welches am Tunnel Richtung Altstadt beginnt und bis Kleinwittenberg reicht, wenig attraktiv, weil die Wahrnehmung von der Dessauer Straße aus in Form einer Hinteransicht erfolgt“, erklärte Stadtentwicklerin Janine Stiller. Die Promenade selbst werde von einheimischen Radlern, Fußgängern und Elberadtouristen als Durchgangsraum genutzt, wobei es aufgrund der hohen Frequenz auch zu Konflikten komme, die man durch eine Verbreiterung der Promenade auf bis zu 5,50 Metern entschärft wolle. 

Sich bewegen und begegnen 

Mit der Freiraumkonzeption soll sich das Hafenquartier zur neuen Vorder- und Schauseite mit attraktiven Erholungsangeboten und einer hohen Aufenthaltsqualität, kurzum zu einem „Lieblingsort der Wittenberger“ entwickeln, wobei Stadt und Wasser vernetzt und das Areal erlebbar gestaltet werden. Vor dem Hintergrund des Klimawandels und der Corona-Pandemie zeige sich, wie unverzichtbar öffentliche Plätze, Räume, Grünanlagen und gestaltete Uferbereiche für das Wohlbefinden der Bevölkerung und das soziale Miteinander seien: Der Aufenthalt im Freien, in der Natur und am Wasser stünden für Lebensqualität. 

Außer der Umgestaltung der Hafenpromenade sind sogenannte Hafenterrassen vorgesehen, es sollen Freiräume zum Verweilen, Flanieren, Sport und Spiel und zu Begegnungen geschaffen werden – im Kontext des Hafens, des Hochwasserschutzes, des Natur- und des Denkmalschutzes mit Blick auf die aus dem 19. Jahrhundert stammenden Fabrikanlagen. Ein innerstädtisches Ausflugsziel soll entstehen, mit dem sich die Wittenberger identifizieren. Allerdings gibt es im Hafenquartier zwischen Wikana und OBI noch große, hässliche Brachen in Privatbesitz: „Wir geben als öffentliche Hand den Anschub und hoffen, dass die Privaten mit Investitionen nachziehen werden“, sagte Bürgermeister Kirchner. 

Die Resonanz im Bauausschuss war durchweg positiv: Für Stefan Kretschmar (Freie Wähler) „geht ein Traum in Erfüllung“, dessen Anfänge bis 2004 zurückreichen. Teile des Areals stünden als FFH-Gebiet bzw. als Biosphärenreservat unter besonderem Schutz, ein Pfund, mit dem Wittenberg zusätzlich wuchern könne. Für Horst Dübner (Linke) nimmt das ISEK-Leitbild Stadt an der Elbe immer mehr konkrete Gestalt an, wobei auch die Erinnerung an den früheren Industriestandort nicht zu kurz kommen dürfe, weshalb die in die Promenade integrierten Gleise der ehemaligen Hafenbahn erhalten bleiben müssten. 

Prof. Dr. Helmut Zühlke (CDU) regte an, das gegenüberliegende Ufer der Halbinsel in die Neugestaltung naturschutzkonform einzubeziehen, da es sich derzeit wenig attraktiv präsentiere. Auch sei zu überlegen, ob nicht durch die Anlage von Sichtachsen ein ungehinderter Blick von der Promenade über das Hafenbecken und die Halbinsel auf die nahe Elbe geschaffen werden könne. 

Bild: Blick von der Promenade mit dem Gleis der ehemaligen Hafenbahn auf die Schlosskirche: Dieser Übergangsbereich zwischen Hafenquartier und Altstadt soll aufgewertet werden. Fotos: Wolfgang Gorsboth




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