Blick von der Seite des Gröberner Sees in Anhalt-Bitterfeld Richtung Gräfenhainichen, wo der „Hainicher Südstrand“ entstehen soll. Foto: Wolfgang Gorsboth

Blick von der Seite des Gröberner Sees in Anhalt-Bitterfeld Richtung Gräfenhainichen, wo der „Hainicher Südstrand“ entstehen soll. Foto: Wolfgang Gorsboth

25.04.2021

Der Investor Blausee GmbH setzt auf eine touristische Nutzung

Enrico Schilling: Am Gröberner See soll der „Hainicher Südstrand“ entstehen

Gräfenhainichen (wg). „Wir wollen mit dem Baurecht das Bergrecht verdrängen und endlich Zeichen setzen für Naherholung und touristische Nutzungen am Gröberner See“, erklärt Gräfenhainichens Bürgermeister Enrico Schilling (CDU) im Gespräch mit dem Wittenberger Sonntag. Der Stadt liegt ein Antrag der Blausee GmbH als Investor zur Entwicklung des Nordufers vor, deshalb wird sich der Stadtrat am 27. April um 18 Uhr auf seiner Sitzung im Vereins- und Versammlungsraum in der Wittenberger Straße 67a mit der Aufstellung des B-Plans Nr. 24 „Hainicher Südstrand“ befassen. 

Der Gremminer See mit Ferropolis und der Gröberner See verdanken ihrer Entstehung der Bergbauvergangenheit des ehemaligen Braunkohletagebaus Golpa-Nord und unterliegen deshalb immer noch dem Bergrecht. Beide Seen hat die Blausee GmbH gekauft mit dem Ziel, Naherholungsgebiete zu entwickeln und touristische Angebote zu schaffen. Auf der Südseite des Gröberner Sees, die zum Landkreis Anhalt-Bitterfeld gehört, hat die Blausee GmbH ein See- und Waldresort mit Strand geschaffen, ähnliches ist für die Gräfenhainicher Seite auf einer Fläche von circa zehn Hektar geplant. 

„Wir wollen als Stadt einen Schub geben, damit es endlich nach vielen Jahren des Stillstands vorwärts geht“, betont Schilling, schon sein Amtsvorgänger Harry Rußbült habe sich dafür eingesetzt, dass die Seen endlich zur Nutzung freigegeben werden. Beim Gröberner See sei zudem der Endwasserstand längst erreicht, sodass es keinen Grund mehr gebe, das Gewässer nicht aus dem Bergrecht zu entlassen. 

Am „Hainicher Südstrand“ sollen laut Ideenkonzept des Investors vier Mehrfamilienhäuser im Schutz der steilen Böschung am Uferrundweg entstehen. Auf der plateauartigen Wiese bis zum Ufer sind Pachtgrundstücke vorgesehen. Im östlichen Bereich sollen eine Siedlung mit Tiny Houses im Böschungsbereich sowie eine Reihe mit Stelzenhäusern vor der Schilfkante entstehen. Weiterhin geplant sind eine Marina mit Bootsanleger sowie ein kleiner Strand im Osten, außerdem ein großer öffentlicher Strand im westlichen Teil des Planungsgebiets. Grün-, Gehölz- und Schilfstrukturen sollen erhalten bleiben. 

„Wir erhoffen uns von der Umsetzung der Pläne des Investors auch Impulse für die Naherholung für unsere Bürgerinnen und Bürger“, erklärt Schilling, der keinen Hell daraus macht, dass man an beiden Seen längst hätte weiter sein müssen. Erst Ende August 2020 wurde für den Gremminer See die Allgemeingebrauchsverfügung erteilt, seitdem darf an vier Stellen gebadet werden, auch das Paddeln ist erlaubt, mehr aber nicht: Bauliche Veränderungen sind vom Bergrecht nicht gedeckt. 

„Vorbehaltlich der Zustimmung durch den Stadtrat und den Ergebnissen der Beteiligung der Öffentlichkeit können wir vielleicht in zwei Jahren mit der Realisierung beginnen“, wagt Schilling eine Prognose. Wahrscheinlich werde der Investor ähnlich wie auf der Seeseite in Anhalt-Bitterfeld in Haftung gehen, damit das Bergamt sein Okay gibt. 

Bild: Blick von der Seite des Gröberner Sees in Anhalt-Bitterfeld Richtung Gräfenhainichen, wo der „Hainicher Südstrand“ entstehen soll. Foto: Wolfgang Gorsboth




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