14.04.2021

Viel Kritik an der Baustelle für eine Erdbeerplantage im Flur Nudersdorf

Projektmanager hat ohne Baugenehmigung Tatsachen geschaffen

Leserbrief von Bündnis 90/Die Grünen 

„Es ist bedauerlich, dass der interfraktionelle Antrag im Bauausschuss der Lutherstadt Wittenberg gegen die Baumaßnahme einer Erdbeerplantage in der Flur Nudersdorf im Landschaftspark Fläming gescheitert ist“, sagt der Vorstand von Bündnis 90/Die Grünen, Kreisverband Wittenberg. 

Tatsache ist, dass Projektmanager Helmut Rehhahn mit Hilfe seines Investors Tatsachen geschaffen hat. Da wurde eine Grube ausgehoben, ein Regenwasserbecken gebaut, fünf Bohrungen durchgeführt, um das Grundwasser anzuzapfen und das alles gegen geltendes Recht. Für die Baumaßnahme liegt weder eine Baugenehmigung vor, noch wurden die ökologischen Risiken in Bezug auf das Grundwasser für den Landschaftspark Fläming geprüft und welche Auswirkungen dies auf Flora und Fauna hat. 

Das zeigt wieder einmal, welche Rechtsauffassung Herr Rehhahn hat. Er nennt das Schaffen von Fakten „unternehmerisches Risiko.“ Da war es nur folgerichtig, dass die Stadt die Baumaßnahme gestoppt hat. Vor allem die älteren Stadtratsmitglieder wollen Herrn Rehhahn wegen seiner Praktiken in der Gemarkung Apollensdorf nichts mehr durchgehen lassen. 

Als ehemaliger Stadtrat und heutiges Mitglied im Vorstand des Kreisverbandes Wittenberg von Bündnis 90/Die Grünen kann ich dies nachvollziehen. Deshalb wünscht sich der Vorstand, dass nicht nur die zwei Vertreter der Grünen, sondern eine klare Mehrheit zum Antrag der Fraktion "Die Linke" mit „ja“ positioniert. Ebenfalls soll sich der Kreistag Wittenberg weiter mit der Problematik beschäftigen. Erst wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen, sollte in der Sache entschieden werden. 

Fakt ist, der Fläming ist ökologisch ein sensibles Gebiet. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass durch die Klimaerwärmung, bei uns aufgetreten in Form dreier Hitzesommer, der Wald stark geschädigt ist und hoch gelegene landwirtschaftliche Flächen wenig Ertrag gebracht haben. 

Einige Reinsdorfer und manch andere Bewohner im Fläming können erzählen, was und wie viel sie in ihren Gärten in den vergangenen drei Jahren ernten konnten: so gut wie nichts, denn es war einfach zu trocken. „Warum man dann eine wasserintensive Fruchtproduktion, wie es die Erdbeere ist, auf so einer Fläche anbauen will, entzieht sich unserer Kenntnis“, sagen ortskundige Hobbygärtner. 

Vielleicht fließt diese Erkenntnis der Bürgerinnen und Bürger in die Entscheidungen der Verantwortlichen mit ein. 

Der Vorstand des Kreisverbandes Wittenberg von Bündnis 90/Die Grünen lehnt die Baumaßnahme Erdbeerplantage aus ökologischen Gründen (Absenkung Grundwasser, keine Kenntnis von den Auswirkungen auf Flora und Fauna) ab. Wir fordern den Landrat auf, dafür zu sorgen, dass kein Grundwasser durch die widerrechtlich durchgeführten Bohrungen abgeschöpft wird und die Bohrlöcher zu schließen sind, bis alle Auswirkungen der Baumaßnahme geprüft und durch den Stadtrat der Lutherstadt Wittenberg und den Kreistag Wittenberg entschieden wurden. 

Der Kreisverband Wittenberg von Bündnis 90/Die Grünen wird die Entwicklung um die Erdbeerplantage in der Flur Nudersdorf im Auge behalten und kritisch begleiten.

Reinhard Lausch, Vorstandsmitglied Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Wittenberg 

Bild: Nach Baustopp herrscht derzeit Ruhe auf der rechtswidrig in einem Landschaftsschutzgebiet begonnenen Baustelle für eine Erdbeerplantage. Foto: Wolfgang Gorsboth




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