10.04.2021

Partnerschaft für Demokratie im Landkreis ruft zu Projektanträgen auf

Gegen Extremismus und die Erosion von Demokratie

Wittenberg (wg). Unter dem Motto „Demokratie fördern, Vielfalt gestalten, Extremismus vorbeugen“ ruft die Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Wittenberg zivilgesellschaftliche Akteure, Vereine und nichtstaatliche Organisationen auf, Projekte einzureichen, die mit bis zu 10.000 Euro gefördert werden können. „Diese Projekte sollen sich schwerpunktmäßig mit einer der beiden Säulen befassen, auf die sich der Begleitausschuss der Partnerschaft für Demokratie auf seiner Sitzung verständigt hat“, berichtet Landrat Jürgen Dannenberg (Linke). 

In der ersten Säule geht es um „Demokratiebildung anders gedacht – Gestaltung einer zeitgemäßen und pluralen Erinnerungskultur im Landkreis“. Gefragt sind Projekte, die sich mit Geschichte, vor allem der NS-Geschichte, auseinandersetzen, um daraus Orientierung für ein demokratisches Miteinander in der Gegenwart abzuleiten: „Und da kommen wir ins Spiel“, erklärt Melanie Engler, Leiterin der Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin, welche seit Juni 2020 die externe Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie übernommen hat und mit ihren Mitarbeiterinnen die Projektanträge begleiten und deren Umsetzung unterstützen wird. 

Die digitalen oder analogen Projekte sollen Menschen in ihrer Vielfalt abbilden und Teilhabe ermöglichen. Gefragt sind auch Projekte, die Kindern und Jugendlichen außerschulisches Lernen ermöglichen. Mögliche Themen sind NS-Geschichte vor der Haustür, Orte des Erinnerns im Landkreis, Biographie von Tätern vor, während und nach dem Nationalsozialismus, Auseinandersetzung mit Formen der Stigmatisierung, Ausgrenzung und Verfolgung sowie Erinnerungskultur im Wandel. 

„Zusammenhalt in einer demokratischen Gesellschaft: Gefahren erkennen und Handlungsstrategien entwickeln“, ist das Thema der zweiten Säule, gefragt sind Projekte, die sich mit einer freien, offenen und pluralen Gesellschaft vor Ort befassen. „Dabei geht es um Projekte, die sich mit Fake News und Verschwörungserzählungen auseinandersetzen, um Desinformation und Propaganda“, so Engler. Weitere Projekte können sich Formen von Teilhabe oder den bevorstehenden Wahlen zum Landtag und zum Bundestag widmen.

Einen Antrag stellen 

Antragsberechtigt sind alle gemeinnützigen Initiativen, Träger und Gruppen, die bereits im Landkreis aktiv sind oder es werden wollen. Da auch das Jahr 2021 Corona-bedingt von umfangreichen Infektionsschutzmaßnahmen geprägt sein wird, sollten Antragsteller entsprechende Hygienekonzepte sowie digitale Alternativen vorhalten.

Anträge können bis zum 19. April, 16. Juni und 30. August eingereicht werden, jeweils nach diesen Fristen erfolgt eine fachliche Stellungnahme durch die Koordinierungs- und Fachstelle sowie eine Prüfung auf Förderfähigkeit durch das federführende Amt in der Kreisverwaltung. Über die Genehmigung entscheidet der Begleitausschuss als das „strategische Herz der Partnerschaft für Demokratie“, wie Engler betont. Im Aktions- und Initiativfonds stehen 30.000 Euro zur Verfügung, ein Projekt kann mit maximal 10.000 Euro gefördert werden. 

Mikro-Fonds für kleine Projekte

„Aufgrund der guten Erfahrungen im vergangenen Jahr werden wir wieder den Mikro-Aktionsfonds auflegen“, kündigt Engler an, „hierbei können kleine Projekte mit bis zu 1.000 Euro gefördert werden.“ Mit diesem Fonds könne man kurzfristig und unter Pandemiebedingungen auf aktuelle Situationen und Herausforderungen reagieren, Anträge könnten jederzeit in 2021 gestellt werden, die Projekte müssten aber bis Jahresende abgeschlossen sein. 

Hinweis 

Wer Fragen hat, Anregungen geben möchte oder Unterstützung sucht, meldet sich bei der Koordinierungs- und Fachstelle für Demokratie im Landkreis Wittenberg, c/o Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin, Tel.: 035386/60 99 75, E-Mail: , Internet: www.demokratie-lkwittenberg.de. 

 Bild: Landrat Jürgen Dannenberg, Gedenkstättenleiterin Melanie Engler und Juliane Roubal von der Koordinierungs- und Fachstelle rufen dazu auf, Projektanträge zu stellen. Foto: Wolfgang Gorsboth




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