08.04.2021

Oberbürgermeister Torsten Zugehör: „Wir werden gute Gastgeber sein“

Wittenberg ist Eröffnungsstadt für den Tag des offenen Denkmals

Wittenberg (wg). „Der 12. September wird ein wunderbarer Tag“, glaubt Oberbürgermeister Torsten Zugehör, denn dann ist die Lutherstadt Gastgeberin der zentralen Eröffnung des „Tages des offenen Denkmals“. Bereits im 30. Jahr der Wiedervereinigung hatte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) die Lutherstadt ausgewählt, doch aufgrund der Corona-Pandemie mussten alle Präsenzveranstaltungen abgesagt werden. Eigentümer sind eingeladen, ihre Denkmale zu öffnen, Interessierte können sich bis zum 31. Mai unter www.tag-des-offenen-denkmals.de anmelden. 

„Ein Jahr später freuen wir uns noch genauso intensiv“, bestätigt der OB, „dass die Lutherstadt für die Eröffnung ausgewählt wurde, bedeutet für uns eine große Ehre und wir werden beweisen, dass wir gute Gastgeber sind.“ Mit Blick auf Corona müssten natürlich verschiedene Varianten geplant werden, „aber wir gehen davon aus, dass die Eröffnung als große Präsenzveranstaltung mit einem attraktiven Rahmenprogramm stattfinden kann.“ 

In der Denkmalsanierung habe Wittenberg, beginnend mit der Eröffnung der Reformationsdekade, eine „Metamorphose erlebt, die ihresgleichen sucht.“ Knapp 49 Millionen Euro Fördermittel seien für das Reformationsjubiläum nach Wittenberg geflossen. Seit der Wende seien rund 177 Millionen Euro mit einem städtischen Eigenanteil in Höhe von 31 Millionen Euro in die Altstadt investiert worden. Davon hätten öffentliche Denkmäler und private Bauten gleichermaßen profitiert. Zahlreiche Architektur- und Städtebaupreise belegten die hohe Qualität der denkmalpflegerischen Leistungen. 

Man könne die Denkmäler einteilen in „Lernorte“ wie die Museen oder die Leucorea, in „Lebensorte“ wie die Cranach-Herberge und die Alte Canzley und in „Wohnorte“ wie die Werkssiedlung Piesteritz, ein recht junges Denkmal, welches mehr Beachtung verdient habe. „Sein und Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“ lautet in 2021 das Motto des Tages des offenen Denkmals. „In Wittenberg stehen die Cranach-Höfe für das Sein und das restaurierte Schloss für den Schein, denn hier schaut schon lange kein Kurfürst mehr aus dem Fenster“, sagt Zugehör. Stattdessen sei mit dem Predigerseminar, der Reformationsgeschichtlichen Forschungsbibliothek und der Stiftung Christliche Kunst öffentliches Leben eingezogen. 

„Wir hatten Corona-bedingt noch nie so viel Zeit, eine zentrale Eröffnung des Denkmaltages vorzubereiten“, verspricht Dr. Steffen Skudelny, Vorstand der DSD, eine besonders gehaltvolle Veranstaltung. „Am 12. September stellen wir eine Stadt in das Schaufenster der Denkmalpflege, die Großartiges im Erhalt originaler Denkmalsubstanz geleistet und praktikable Lösungen für deren denkmalgerechten Nutzung gefunden hat“, betont Skudelny, „denn in der modernen Denkmalpflege geht es immer um den Erhalt von Bauleistungen aus der Vergangenheit und den richtigen Umgang damit in der Gegenwart.“ 

In Wittenberg habe man viel Geld in hohe denkmalpflegerische Qualität investiert. Zur Denkmalpflege gehörten auch moderne, zeitgemäße Neubauten, um Verlorenes zu ergänzen, um Denkmäler von störenden Fremdnutzungen wie Garderobe, Museumsshop und Toiletten zu befreien bzw. barrierefrei zu erschließen. Hier habe die Stiftung Luthergedenkstätten Großartiges geleistet, jede Epoche müsse ihre Spuren hinterlassen, wie dies am Lutherhaus ablesbar sei. 

Selfisch-Haus am Markt 3 

Mitten im Prozess der Denkmalsanierung steht das Selfisch-Haus, Markt 3. „Allein die Sicherung des Gebäudes ist eine Mammutaufgabe“, erklärt Bauherr Thomas Bolbrock, vor allem durch Nässe sei die Bausubstanz des aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts stammenden Hauses erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden. Planungen der Architekten zur Nutzung des Hauses habe er gestoppt, „weil das Denkmal dann kein Denkmal mehr gewesen wäre.“ Jetzt gehe es darum, dass für Wittenberg so wichtige Haus der Nachwelt zu erhalten, den Barockseitenflügel habe man gesichert, ebenso das Dach und in diesem Jahr würden die Fassade und der Eingangsbereich konserviert. Zum Tag des offenen Denkmals wird es Führungen durch das Objekt geben und in Schauwerkstätten zeigen Handwerker, wie in früheren Zeiten gebaut wurde. 

Das Programm 

Zur Eröffnung des Denkmaltages ist ein dreitägiges Programm geplant, welches das Team der DSD in Kooperation mit der Lutherstadt Wittenberg Marketing GmbH plant, deren Geschäftsführer Giorgos Kalaitzis verspricht Events, die Freude machen, die Lutherstadt zu entdecken. Am Freitag, dem 10. September, ist in der Leucorea eine Tagung zum Thema „Denkmalpflege im ländlichen Raum“ mit hochkarätigen Referenten geplant, während am Samstag und Sonntag vor allem das Erleben im Mittelpunkt steht: Alle Denkmäler werden geöffnet sein, an verschiedenen Orten in der Altstadt sorgen Künstler für Musik und abends werden herausragende Gebäude durch Licht in Szene gesetzt. 

Höhepunkt ist die gemeinsame Eröffnung des Denkmaltages durch die DSD und die Lutherstadt am Sonntag, dem 12. September, auf dem Marktplatz, anschließend erklingt in der Stadtkirche ein Konzert. In einer Freiluft-Ausstellung wird auf 24 Tafeln über denkmalpflegerische Projekte informiert, die in der Lutherstadt realisiert wurden. 

Hinweis:

„Wir laden alle Eigentümer, Initiativen , Vereine und Kirchen ein, ihre Denkmale an diesem besonderen Tag zu öffnen, je mehr sich beteiligen, desto bunter wird das Programm“, appelliert Dr. Ursula Schirmer, Pressesprecherin der DSD. Bis zum 31. Mai können sich Interessierte unter www.tag-des-offenen-denkmals.de anmelden. Bild: Bundesweit zentral wird der Tag des offenen Denkmals am 12. September auf dem historischen Marktplatz von Wittenberg eröffnet. Foto: Wittenberger Sonntag / Ellen Rinke




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