Sabrina-Maria Geißler, Geschäftsführerin der Wittenberg-net GmbH, und Schulleiter Bernd Ludlei beim Vor-Ort-Termin in Sachen Digitalisierung im Lucas-Cranach-Gymnasium. Foto: Wolfgang Gorsboth

Sabrina-Maria Geißler, Geschäftsführerin der Wittenberg-net GmbH, und Schulleiter Bernd Ludlei beim Vor-Ort-Termin in Sachen Digitalisierung im Lucas-Cranach-Gymnasium. Foto: Wolfgang Gorsboth

02.04.2021

Vorwurf: Das Land benachteiligt lokale Anbieter zugunsten der Telekom

Endlich schnelles Internet für das Lucas-Cranach-Gymnasium

Wittenberg (wg). Dank der Initiative lokaler Partner kann das Lucas-Cranach-Gymnasium den vorhandenen Anschluss für schnelles Internet endlich nutzen. Damit findet ein seit drei Jahren andauernder und kostspieliger „Schildbürgerstreich“ ein gutes Ende, denn verlegt worden war das Glasfaserkabel bereits Anfang 2018 von der Stadtwerke-Tochter Wittenberg-net im Rahmen der Erschließung des Gewerbegebiets in Piesteritz. 

Schulleiter Bernd Ludlei hatte sich damals dafür stark gemacht. Doch nutzen konnte die Schule den vorhandenen Anschluss nicht, weil das Finanzministerium des Landes entgegen den Empfehlungen des Wirtschaftsministeriums in einem nach Expertenmeinung wenig transparenten Verfahren entschieden hatte, dass die Deutsche Telekom die Internetanschlüsse aller Schulen in Sachsen-Anhalt errichten und betreiben soll. 

Sabrina-Maria Geißler, Geschäftsführerin der Wittenberg-net GmbH, übt Kritik: „Parallel zu dem von uns auf eigene Kosten verlegten Kabel baute die Telekom ihre Leitung, die auch noch mit Fördermitteln subventioniert wird." In Konsequenz der als „widersinnig“ empfundenen Entscheidung des Landes wurde der Wittenberg-net GmbH der Anschluss des Gymnasiums nicht erlaubt und das Gymnasium konnte das Ergebnis der vom Wittenberger Unternehmen bereits erbrachten Leistungen nicht nutzen. 

Die Folgen bekamen Schüler und Lehrer schon im ersten Lockdown zu spüren: „Präsenzunterricht mit parallelen Homeschooling-Angeboten erforderte leistungsfähige und stabile Bandbreiten", erklärt der Schulleiter, „doch die von der Telekom zur Verfügung gestellten Bandbreiten wirkten bei uns im übertragenen Sinne wie ‘Flaschenhälse‘, die das digitale Arbeiten der Schülerinnen und Schüler behinderten." 

Da ergriff Ludlei erneut die Initiative und erzielte diesmal auch mit Unterstützung des Landkreises und dank der bereits vorhandenen Leitungsinfrastruktur eine schnelle und pragmatische Lösung: Für die Vertragslaufzeit von vorerst 12 Monaten stehen 200 Mbit/s sowohl in der Download- als auch in der Upload-Geschwindigkeit bereit. „Diese Leistung könnten wir jederzeit auf bis zu einem Gigabit pro Sekunde erweitern, wenn der Bedarf besteht“, erklärt Sabrina-Maria Geißler. Die Entscheidung des Landes pro Telekom bleibe ihrer Meinung nach fragwürdig, weil sie lokale Anbieter zugunsten eines Konzern benachteiligen: „So werden Investitionen eher verhindert und regionale Wertschöpfung behindert." 

Schulleiter Ludlei ist mit der nun erreichten Lösung vorerst zufrieden, denn: „Wir sind eine der wenigen Schulen im Landkreis, die jetzt über einen gut funktionierenden Glasfaseranschluss verfügen. Wir wollen weiterhin den innovativen Schwung nutzen, der durch die Corona-Pandemie ausgelöst worden ist.“ Aber auch in der Zeit nach Corona gehörten gut funktionierende digitale Lernplattformen zum Schulalltag. 

Im nächsten Schritt wird innerhalb der Schule das WLAN-Netzwerk verstärkt und jeder Raum mit einem Access-Point ausgestattet. Zudem sollen alle Schüler einer Klassenstufe iPads erhalten. Die Schulbücher können dann zu Hause bleiben, weil sie als PDF-Dateien auf den Geräten hinterlegt sind. 

Bild: Sabrina-Maria Geißler, Geschäftsführerin der Wittenberg-net GmbH, und Schulleiter Bernd Ludlei beim Vor-Ort-Termin in Sachen Digitalisierung im Lucas-Cranach-Gymnasium. Foto: Wolfgang Gorsboth




Video

Oberbürgermeister Zugehör

mehr Videos

Videos Stimmen aus der Region

Oberbürgermeister Zugehör

Videos Kultur

Schlosskirche Wittenberg Sarah Herzer an der Orgel
Schlosskirche
Alaris Schmetterlingspark
Kommunaler Bildungsbericht im Kreistag vorgestellt
Kreistag beschließt mehr Geld für die Sporthalle im Volkspark


FIW mbH & Co. KG, Wittenberger Sonntag/Freizeit Magazin, 06886 Lutherstadt Wittenberg, Coswiger Straße 30 A, E-Mail: