01.04.2021

Kulturausschuss folgt Anregungen aus Reinsdorf und Abtsdorf

Mehr Wahlfreiheit für Eltern von Erstklässlern

Wittenberg (wg).  Der Ausschuss für Kultur, Schule, Sport und Soziales hat die Beschlussvorlage zur Neufassung der Bezirke der kommunalen Grundschulen zur abschließenden Beschlussfassung am 14. April im Stadtrat freigegeben. Außerdem muss sich der Stadtrat mit zwei Änderungsanträgen befassen. 

Übergeordnetes Anliegen der Lutherstadt ist es, alle acht Grundschulstandorte zu erhalten, vier davon befinden sich in den Ortschaften Reinsdorf, Nudersdorf, Abtsdorf und Pratau. Obwohl sich die Gesamtzahl der grundschulpflichtigen Kinder von aktuell 2.305 laut Bevölkerungsprognose auf 2.451 in 2030 erhöhen wird, erfolgt die Verteilung sehr unterschiedlich – vor allem die Grundschulen in Nudersdorf und „Ferdinand Freiligrath“ in Abtsdorf bewegen sich bei der Bildung der Eingangsklassen an der unteren Grenze, während die Grundschule „Heinrich Heine“ in Reinsdorf sowie die „Geschwister Scholl“ in Friedrichstadt aus Sicht der Stadt mit Kapazitätsproblemen zu kämpfen hätten. 

Grundschule in Abtsdorf 

Deshalb sollen die künftigen Erstklässler aus dem Osten der Stadt nicht mehr die „Geschwister-Scholl“ besuchen, sondern nach Abtsdorf wechseln, damit würde für Labetz, Luthersbrunnen und Wiesigk die bisherige Wahlfreiheit entfallen und auch die Wohnadressen zwischen Triftstraße und Zahnaer Straße sollen Abtsdorf zugeordnet werden.

Abtsdorfs Ortsbürgermeister Marcus Wernicke (Freie Wähler) geht dieser Vorschlag nicht weit genug, seine Fraktion schlägt deshalb vor, für die gesamte Elstervorstadt ein Wahlrecht einzuräumen: Damit könne der Erhalt der Abtsdorfer Grundschule noch besser gesichert werden. Viele junge Familien aus der Elstervorstadt würden ihre Kinder in der Abtsdorfer Kita „Fuchs und Elster“ betreuen lassen, diese Eltern hätten den Wunsch, ihre Kinder nach der Kita-Zeit in Abtsdorf beschulen zu lassen, damit die Kinder ihre gewohnte Umgebung und ihren Freundeskreis nicht aufgeben müssten. Diesem Änderungsantrag stimmten acht Stadträte zu, einer enthielt sich. 

Außerdem wollte Wernicke wissen, ob die Stadt Wittenberg mit der Stadt Zahna-Elster Gespräche geführt habe, um Kindern aus Zörnigall das Wahlrecht für die Abtsdorfer Schule einzuräumen. Gespräche, so die Verwaltung, seien nicht geführt worden, da die seitens der Stadt geplanten Änderungen ausreichten, um den Schulstandort langfristig zu sichern. Auch der Vorschlag, der kompletten Elstervorstadt ein Wahlrecht einzuräumen, wird von der Verwaltung nicht befürwortet: Laut Stadtplaner Stefan Polzer entstünden dadurch zusätzliche Belastungen für den Schülerverkehr. 

Grundschule in Nudersdorf 

„Verschiebungen bei den Grundschulbezirken sind oft mit Zahlenspielereien der Verwaltung verbunden“, kritisierte Reinsdorfs Ortsbürgermeister Reinhard Rauschning (SPD). Es bringe nichts, Drohkulissen aufzubauen, da keine der ländlichen Schulen in den kommenden fünf Jahren in der Existenz gefährdet sei. Die Corona-Pandemie habe den Trend beschleunigt, dass junge Familien den ländlichen Raum der Stadt vorzögen: „Immobilien, die von ihren Besitzern aufgrund des hohen Alters aufgegeben werden, finden sofort einen Käufer.“ 

Die SPD halte an ihrem Änderungsantrag fest, dass die Kinder aus der Ortschaft Braundorf auch künftig in der „Heinrich Heine“-Grundschule in Reinsdorf unterrichtet und nicht Nudersdorf zugeordnet würden. Die Reinsdorfer Grundschule sei zudem keineswegs überbelegt, verwies Rauschning auf eine Stellungnahme der Schulleiterin. „Die Bedingungen für unsere Grundschüler dürfen sich nicht verschlechtern und deshalb sollten wir nichts unternehmen, was nicht notwendig ist“, betonte der Ortsbürgermeister. 

Das Wohl der Kinder und der Eltern aus Braunsdorf spräche für die Grundschule in Reinsdorf: „Alle Kinder gehen gemeinsam in die Kita und die Kinderfeuerwehr, diese gewachsenen Strukturen sollten nicht zerstört werden.“ Dass die Kinder aus Mochau und Thießen der Grundschule in Nudersdorf zugeschlagen würden, sei kein Problem, da sich die Schulwege nicht verlängern würden. 

Weil Florian Thomas von der Fraktion der Linken den weiterreichenden Antrag stellte, den Braunsdorfer Eltern ein Wahlrecht zwischen Reinsdorf und Nudersdorf einzuräumen, wurde dieser mit fünf Ja, einem Nein und drei Enthaltungen für den Stadtrat am 14. April freigegeben. Die Fraktionen der SPD und der Linken wollen bis dahin einen gemeinsamen Antrag erarbeiten. Die Verwaltung wurde gebeten, etwaige Auswirkungen auf den Schülerverkehr zu prüfen. 

Bild: Die Grundschule „Ferdinand Freiligrath“ in Abtsdorf. Foto: Nicole Kummer




Video

Oberbürgermeister Zugehör

mehr Videos

Videos Stimmen aus der Region

Oberbürgermeister Zugehör

Videos Kultur

Schlosskirche Wittenberg Sarah Herzer an der Orgel
Schlosskirche
Alaris Schmetterlingspark
Kommunaler Bildungsbericht im Kreistag vorgestellt
Kreistag beschließt mehr Geld für die Sporthalle im Volkspark


FIW mbH & Co. KG, Wittenberger Sonntag/Freizeit Magazin, 06886 Lutherstadt Wittenberg, Coswiger Straße 30 A, E-Mail: