29.03.2021

Erster Impftestlauf in zwei Städten, weitere Testzentren werden eingerichtet

Corona-Infektionszahlen im Landkreis Wittenberg steigen weiter

Wittenberg (wg). „Die Entwicklung bei den Infektionen mit dem Coronavirus ist ähnlich besorgniserregend wie im Dezember 2020“, erklärte Landrat Jürgen Dannenberg (Linke) beim Pressegespräch am Montagmittag, „deshalb mein dringender Appell an alle Bürgerinnen und Bürger, die Hygieneregeln zu beachten, die Abstände einzuhalten und einen Mund-Nasenschutz zu tragen.“ 

5.265 Personen im Landkreis seien positiv mit dem Coronavirus infiziert, die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 190 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern. „Vor zwei Wochen verzeichneten wir noch 141 Neuinfektionen, in der vergangenen Woche waren es bereits 267“, so Dannenberg, immer häufiger werde die britische Virusmutation (B.1.1.7.) festgestellt. Die Nachverfolgung potenzieller Infektionsketten könne derzeit noch gewährleistet werden. Von den 30 intensivmedizinischen Betten seien 24 belegt, davon sechs mit Covid-19-Patienten, wovon aktuell drei beatmet werden müssen.

„Die britische Variante treffen wir immer häufiger bei Kindern und Jugendlichen vom Hort bis zum Gymnasium an“, bestätigte Amtsarzt Dr. Michael Hable. Diese Mutation sei deutlich ansteckender und in vielen Fällen verlaufe die Krankheit schwerwiegender. Keine Infektionen verzeichne man aktuell in Kliniken und Pflegeheimen, hier seien Bewohner und Mitarbeiter durchgeimpft, Probleme habe man noch bei den häuslichen Pflegediensten, weil dort später mit den Impfungen begonnen worden sei. 

9,2 Prozent der Einwohner des Landkreises sind erst-, 4,3 Prozent zweitgeimpft, damit liegt der Kreis im Landesdurchschnitt, allein über das Wochenende wurde 838 Personen im Impfzentrum in der Turnhalle der Berufsschule erst- bzw. zweitgeimpft. „Wir wollen auch über die Osterfesttage impfen“, kündigte der Landrat an, pro Tag seien von Karfreitag bis Ostermontag je 300 Immunisierungen mit Astrazeneca geplant. Am 10. April sollen auch wieder Lehrer, Schulsozialarbeiter und Hausmeister geimpft werden. 

Impftestlauf in Coswig und Zahna-Elster 

Am Montag, dem 29. März, gab es den ersten Impftestlauf in Coswig und Zahna-Elster als den beiden ersten Städten im Landkreis. „Der Test war erfolgreich, das Angebot ist gut angenommen worden“, resümierte Dannenberg. Am Freitag nach Ostern wird auch in der Polizeiturnhalle in Wittenberg geimpft. 

An 20 Stellen im gesamten Kreisgebiet können sich Bürger wochentags auf das Virus testen lassen, zusätzlich sind Arztpraxen und Apotheker bereit, Tests auch an den Wochenenden abzusichern. Wie der Landrat ankündigte, will auch der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) weitere Teststationen einrichten, um im gesamten Landkreis flächendeckend ein solches Angebot abzusichern. Entsprechende Genehmigungen wurden vom Landkreis bereits erteilt. 

„Wir haben in der Kreisverwaltung eine Arbeitsgruppe gebildet, der auch Fachdienstleiter angehören, um alle Möglichkeiten auszuloten, nach Ostern eine Modellregion werden zu können“, berichtete Dannenberg. Die Anträge, die in Kürze beim Land eingereicht werden sollen, beträfen die Bereiche Sport, Kultur und Welterbe-Region. Voraussetzung für den Modellversuch ist, dass für die elektronische Nachverfolgung von Infektionsketten die Luca-App eingesetzt wird, diese App wird vom Land finanziert. 

Neue Rechtsverordnung ab 1. April 

Am 1. April 2021 tritt die „Rechtsverordnung zur Änderung der 2. Rechtsverordnung des Landkreises Wittenberg zur Eindämmung von SARS-CoV-2“ in Kraft, die bis zum 25. April 2021 gelten soll und die bisherige Rechtsverordnung ersetzt. Alle Anordnungen bleiben in Kraft, an zwei Stellen gibt es eine Präzisierung. Erstens: Positiv getestete Personen haben während der Absonderung „unverzüglich“ den direkten Kontakt mit anderen Personen einzustellen. 

Zweitens: „Während der Absonderung wird die Beobachtung angeordnet.“ Untersuchungen und Entnahmen von Untersuchungsmaterial wie Abstriche und Blutentnahmen durch das Gesundheitsamt sind zu dulden bzw. auf Verlangen bereitzustellen. Auch sind betroffene Personen gegenüber dem Gesundheitsamt zur Auskunft verpflichtet und müssen den Mitarbeitern Zutritt zur Wohnung gestatten.

Freie Impftermine zu Ostern 

Für Karfreitag können noch fünf, für Ostersamstag drei und für Ostersonntag 59 freie Impftermine vergeben werden, der Ostermontag ist bereits mit 300 Impfungen ausgebucht. Termine können unter der zentralen Hotline 116 117 oder im Internet gebucht werden. 

Bild: Landrat Jürgen Dannenberg. Foto: Wolfgang Gorsboth / Archiv




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