13.03.2021

Die Lebensqualität in der letzten Lebensphase so lange wie möglich erhalten

Gemeinsame Ressourcen zum Wohle der Patienten

Dessau/Wittenberg (WiSo). Nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stärker“ kooperiert das Palliativzentrum Sachsen-Anhalt Ost mit dem Palliativ-Care-Team der Anhaltischen Hospiz- und Palliativgesellschaft. Daniel Behrendt, Pflegedienstleiter des Städtischen Klinikums Dessau, begrüßt den Zusammenschluss: „Durch die Kompetenzbündelung werden wir die Qualität der Patientenversorgung steigern, es werden Synergien geschaffen und die Versorgungsprozesse insbesondere in den ländlichen Räumen nachhaltig optimiert.“ Zudem sei man gemeinsam gut gewappnet, um die künftigen Voraussetzungen des Bundesrahmenvertrags für die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) zu erfüllen. 

Dr. Anja Schneider, Geschäftsführerin der Anhaltischen Hospiz- und Palliativgesellschaft, sieht die nun vertraglich geregelte Kooperation als den richtigen Weg: „Unsere Teams arbeiten bereits seit Jahren gut zusammen. Außer der wichtigen Nutzung gemeinsamer Ressourcen wie die ärztlichen und pflegerischen Kompetenzen des Städtischen Klinikums können die Teams auch ihre eigenen Besonderheiten zum Einsatz bringen.“ Dazu zählten die enge Vernetzung mit den niedergelassenen Palliativärzten und den ambulanten Pflegediensten, die sich im Aufbau befindliche Versorgung und Begleitung von Kindern und Jugendlichen oder die Begleitung von Menschen am Rand der Gesellschaft. 

Pro Jahr sterben rund 950.000 Menschen in Deutschland, jeder zehnte benötigt eine Palliativversorgung. Entsprechend viele Ärzte und Pflegekräfte haben sich auf die Versorgung Sterbender spezialisiert. Bundesweit verfügen 20.000 Pflegende über eine anerkannte Palliative Care-Weiterbildung und mehr als 7.500 Ärzte über die Zusatzbezeichnung Palliativmedizin. 

Seit 2009 leistet die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) Sachsen Anhalt Ost eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung für unheilbar kranke Patienten in Dessau-Roßlau sowie in den Landkreisen Wittenberg und Anhalt-Bitterfeld. Das Palliativzentrum gehört zum Medizinischen Versorgungszentrum des Städtischen Klinikums Dessau. Die ärztliche Leitung liegt seit Anfang des Jahres bei den beiden Oberärzten der Klinik für Innere Medizin, Inessa Paulenz und Dr. med. Judith Pannier: „Uns ist wichtig, dass die Betreuung der Betroffenen stets individuell abgestimmt und ganzheitlich erfolgt.“ Der ärztliche Leiter der Anhaltischen Hospiz- und Palliativgesellschaft ist seit zehn Jahren der Anästhesist, Schmerztherapeut und Palliativmediziner Dr. med. Günther Scheithauer. 

Es gehe darum, die Lebensqualität der Betroffenen in der letzten Lebensphase durch symptomkontrollierte Therapieoptionen und professionelle Pflegeleistungen so lange wie möglich zu erhalten, sagt Nico Richter, Bereichsleiter und Koordinator des Palliativzentrums. Die Vermittlung von Handlungssicherheit für alle beteiligten Akteure insbesondere für die Angehörigen, habe in der Ambulanten Palliativversorgung oberste Priorität. 

Außer dem Hausarzt wird das Palliativ Care Team zum wichtigsten Partner des Schwerstkranken. „Trotz der persönlichen Einzelschicksale erfahren wir auch viel Anerkennung und Dankbarkeit in der täglichen Arbeit. In Nachsorgegesprächen mit Angehörigen werden Angebote der Trauerbewältigung aufgezeigt“, so Richter. Der Fachpfleger für Onkologie organisiert gemeinsam mit Sebastian Max auch Fortbildungsveranstaltungen sowie Netzwerktreffen für Palliativmediziner und Pflegekräfte: „Das sind mehr als qualitätssichernde Feedbackrunden. Im Gespräch wird Erlebtes verarbeitet, denn für die Begleitung im Umgang mit Sterben, Tod und Trauer brauchen auch die Helfer immer wieder Kraft und Halt.“ 

Bild: Sebastian Max, Dr. Anja Schneider, Daniel Behrendt und Nico Richter (v.l.n.r.). Foto: Gelfo Kröger




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