Rudolf Kaufhold will aufgrund der Kiesvorkommen im Landkreis eine Bausteine-Industrie ansiedeln, um im produzierenden Sektor Arbeitsplätze zu schaffen. Foto: Wolfgang Marchewka/Archiv

Rudolf Kaufhold will aufgrund der Kiesvorkommen im Landkreis eine Bausteine-Industrie ansiedeln, um im produzierenden Sektor Arbeitsplätze zu schaffen. Foto: Wolfgang Marchewka/Archiv

01.03.2021

Appell an den Kreistag, „unsinnigen“ Beschluss von 1994 endlich aufzuheben

Kiesabbau und Kiesveredelung: Rudolf Kaufhold lässt nicht locker

Wittenberg (wg). „Beim Kiesabbau hat der Landkreis die Entwicklung im vergangenen Vierteljahrhundert verschlafen“, kritisiert Rudolf Kaufhold, „jetzt müssen wir endlich aktiv werden, denn nur die Veredelung des Rohstoffes vor Ort schafft Arbeitsplätze, generiert Wertschöpfung und trägt so zur Stabilisierung der Einwohnerzahl bei.“ Der Liberale, der von 1990 bis 2004 Mitglied des Kreistages und bis 2014 Mitglied des Wittenberger Stadtrates war, hatte als Mitarbeiter der Abteilung Wirtschaftsförderung der Lutherstadt in den 1990er Jahren einen Investor für den Abbau und die Verarbeitung von Kies gefunden, Kreis und Land waren dagegen. 

Vor allem geht es Kaufhold um Aufklärung: „1994 fasste der Kreistag einen Beschluss gegen den großflächigen Kiesabbau in der Elbaue, dieser beruhte auf gravierende Fehleinschätzungen.“ Denn begründet worden sei dieser Beschluss mit einer zu befürchtenden Grundwasserabsenkung von zwei Metern und dadurch zu erwartenden Schäden an Gebäuden, außerdem sei die Trinkwassergewinnung gefährdet und wertvolle Biotope würden vernichtet. Statt sachlich zu informieren, habe man Stimmung gemacht und in der Bevölkerung Ängste erzeugt. 

Mit dem plakativen Slogan „Rettet die Elbaue“ sei der Kiesabbau in den 1990er Jahren sogar zum Wahlkampfthema geworden, der in dem aus Kaufholds Sicht „unsinnigen und fatalen Beschluss“ des Kreistages von 1994 gegipfelt habe, der durch Fachgutachten „hinreichend widerlegt“, aber bis heute nicht aufgehoben worden sei. Damals habe das Land die Abbaufläche von 302 auf 70 Hektar reduziert, der Investor sei daraufhin abgesprungen: „Eine Investition in Höhe von 70 Millionen D-Mark wurde so verhindert und damit auch 230 neue Arbeitsplätze, die in der verarbeitenden Industrie bei einer damaligen Arbeitslosenquote von mehr als 20 Prozent geschaffen werden sollten.“ Die Bausteine-Industrie sollte damals im Gewerbegebiet Pratau angesiedelt werden. 

Längst wurde die Abbaufläche bei Rackith wieder auf 302 Hektar erweitert, dort nahm die in Kemberg ansässige Fenger-Gruppe im August 2020 das wohl modernste Kieswerk Deutschlands in Betrieb, circa acht Millionen Euro wurden investiert. Dort wird circa eine Million Tonnen Sand und Kies pro Jahr produziert. 

„Auch jetzt ist es nicht zu spät, eine Bausteine-Industrie im Landkreis aufzubauen, zumal es außer Rackith weitere interessante Kiesabbaustätten in der Region gibt“, rät Kaufhold und verweist auf eine für die Region günstige Entwicklung: „Im Süden und Westen Deutschlands sind die meisten Kiesgewinnungsgebiete erschöpft, gleichzeitig wird Kies aufgrund der hohen Nachfrage im Schnitt um fünf Prozent pro Jahr teurer.“ Statt den kostbaren Rohstoff über weite Strecken per Bahn zu transportieren, wäre es sinnvoller die Bausteine-Industrie hierzulande anzusiedeln – in Rackith oder im Gewerbegebiet Pratau. 

Um die Chance zu nutzen, sollte aus Sicht Kaufholds ein Projektentwickler beauftragt werden, alle Fakten bezüglich Kiesqualität, verkehrlicher Infrastruktur und Standorte für die Verarbeitungsstätten zusammenzutragen und auf Fachmessen wie der Expo Real in München zu bewerben, um Investoren zu gewinnen. An Kreisverwaltung und Kreistag appelliert Kaufhold, den Beschluss von 1994 endlich aufzuheben und die Bevölkerung zu informieren, dass mit dem Kiesabbau in der Elbaue keinerlei Gefahren verbunden seien, um unnötige Ängste zu nehmen.




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