Aus Anlass des 30. Firmenjubiläums wird das Stadtwerke-Gebäude in der Lucas-Cranach-Straße mit einer besonderen Lichtinstallation angestrahlt. Foto: Stadtwerke

Aus Anlass des 30. Firmenjubiläums wird das Stadtwerke-Gebäude in der Lucas-Cranach-Straße mit einer besonderen Lichtinstallation angestrahlt. Foto: Stadtwerke

19.02.2021

Strom, Gas, Wasser, schnelles Internet: Alle Leistungen aus einer Hand

Ein Jubiläum voller Energie: 30 Jahre Stadtwerke Wittenberg

Wittenberg (wg). Am Freitag, dem 19. Februar, bekam jeder der 335 Mitarbeiter der Stadtwerke-Gruppe ein Geburtstagspräsent: Genau vor 30 Jahren wurden die Stadtwerke Lutherstadt Wittenberg aus der Abteilung Wärmeversorgung des ehemaligen VEB Gebäudewirtschaft gegründet: Der Beginn einer Erfolgsgeschichte, für die Hans-Joachim Herrmann, Geschäftsführer der ersten Stunde, drei wichtige Partner nennt: Die Stadt Wittenberg mit dem Aufsichtsrat, die treuen Kunden sowie die qualifizierten und motivierten Mitarbeiter. „

Nicht zuletzt in der durch tiefe Einschnitte geprägten Zeit der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, dass kommunale Unternehmen wie die Stadtwerke als Betreiber systemrelevanter Infrastrukturen ihrer besonderen Verantwortung gerecht werden und damit einen unverzichtbaren Beitrag zur Daseineinsvorsorge leisten“, erklärt Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos), der qua Amt auch Vorsitzender des Aufsichtsrates ist. „Die Stadtwerke-Gruppe hält das kommunale Leben zusammen, schafft Arbeits- und Ausbildungsplätze, generiert Wertschöpfung vor Ort und steuert einen wesentlichen Anteil zum städtischen Haushalt bei.“ 

Geschäftsführer Herrmann leite das Unternehmen seit 30 Jahren erfolgreich, er repräsentiere die Lutherstadt und die Stadtwerke in vielen Gremien und Netzwerken auf Bundes- und Landesebene, dort genieße er einen sehr guten Ruf. Unter anderem war Herrmann elf Jahre lang Vorsitzender der Landesgruppe Sachsen-Anhalt des Verbandes kommunaler Unternehmen, dort ist er jetzt stellvertretender Vorsitzender und er ist stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Verbundnetz Gas AG, dem umsatzstärksten ostdeutschen Unternehmen. Als „Multifunktionär“ im positiven Sinne lobte Ex-Ministerpräsident Wolfgang Böhmer den Stadtwerkechef. 

„Wir haben in 30 Jahren rund 260 Millionen Euro an Gehältern gezahlt und einen Umsatzerlös von 1,85 Milliarden Euro erzielt“, rechnet Herrmann vor. 117 Millionen Euro seien an die Stadt in Form von Gewinnausschüttung, Konzessionsabgaben, Gewerbesteuer und der steuerlichen Quersubventionierung für das Hallen- und Freibad durch die Stadtwerketochter Bäder und Freizeit GmbH geflossen. Außerdem habe man in den vergangenen 30 Jahren mehr als 230 junge Leute ausgebildet, zweimal sogar den besten Azubi Deutschlands stellen können. 

Mit einem Ver- und Entsorgungsgebiet von 1.500 Quadratkilometern sind die Wittenberger Stadtwerke flächenmäßig die größten in Sachsen-Anhalt und in neun Kommunen sowie zwei Landkreisen aktiv. Flächenmäßig, so Herrmann, wolle man in Zukunft nicht weiter expandieren, sich aber um weitere Konzessionen bewerben insbesondere in Ortschaften, die noch keinen Erdgasanschluss haben. Diese sollen sowohl mit Gas als auch Glasfaser erschlossen werden. 

Digitalisierung und Klimaschutz 

Nachdem etliche Ortschaften bereits schnelles Internet haben, soll auch die Kernstadt an das Glasfasernetz angeschlossen werden, dies konnte aus förderrechtlichen Gründen nicht vorher realisiert werden. Die Stadtwerke selbst wollen die Digitalisierung nutzen, um ihre eigenen Prozesse zu optimieren und die Energienetze in der Steuerung smarter zu machen mit Blick auf die Einspeisung erneuerbarer Energien. 

Ein weiterer Schwerpunkt wird auf den Umwelt- und Klimaschutz mit dem Ziel weiterer Kohlendioxid-Reduzierungen gelegt. „Hier arbeiten wir eng mit Unternehmen wie der Wittenberger Wohnungsbaugesellschaft zusammen“, verweist Herrmann auf das Projekt „Nahwärmversorgung Wohnquartier Rothemarkstraße“ (der Wittenberger Sonntag berichtete): Ein hochmodernes Blockheizkraftwerk (BHKW), welches sich durch eine energieeffiziente Kraft-Wärme-Kopplung auszeichnet und außer Gas zusätzlich in Form von Pellets erneuerbare Energieträger einsetzt, wird 184 Wohnungen künftig mit umweltfreundlicher Wärme versorgen, rund 575.000 Euro werden investiert. 

Ein zweites BHKW wird auf dem Gelände des Klärwerks gebaut werden, um noch mehr Strom und Wärme aus Faulschlamm zu gewinnen. Mit SKW ist derzeit ein euer Vertrag in Arbeit zur Nutzung der Industrieabwärme und umweltfreundlich sind die Stadtwerke auch in der Mobilität: Autofahrer, die von Benzin oder Diesel auf Erdgas umsteigen, erhalten als Anreiz 500 Kilogramm Erdgas für einen Zeitraum von einem Jahr kostenfrei, außerdem betreiben die Stadtwerke zwei Erdgastankstellen sowie 15 E-Ladesäulen mit 24 Ladepunkten. 

Rasante Entwicklung 

1992 übernahmen die Stadtwerke die Gasversorgung und stiegen aus der Kohle aus, 1993 erfolgte die Übernahme der Straßenbeleuchtung, 1994 der Wasserversorgung, gefolgt von der Stromversorgung 1995. Ein Jahr später kam die kaufmännische Betriebsführung für den Entwässerungsbetrieb hinzu. 1997 folgte die Gründung der Kommunalservice GmbH, 2005 wurde die Bäder und Freizeit GmbH gegründet und 2016 sind die Stadtwerke mit der Übernahme der Wittenberg-net GmbH in die Telekommunikationssparte eingestiegen. 

Die Stadtwerke unterhalten ein Stromnetz von 1.364 Kilometern Länge mit 42.000 Zählern, ein 417 Kilometer langes Gasnetz mit 13.000 Zählern, ein 368 Kilometer langes Wassernetz mit 13.000 Zählern, ein 36 Kilometer umfassendes Fernwärmenetz mit 700 Zählern sowie ein 250 Kilometer langes Glasfasernetz mit 6.000 Verträgen und ein 375 Kilometer umfassendes Abwassernetz für 45.000 Einwohner. 

Familienfest und Aktionen 

Unter dem Motto „Wir sagen Danke!“ wird es im Sommer ein Familienfest mit einem Tag der offenen Tür geben. Vorher startet eine Aktion für gemeinnützige (Sport-)Vereine, Organisationen und Initiativen: Die Stadtwerke wollen anlässlich ihres 30-jährigen Firmenjubiläums 30 Vereine mit je 300 Euro unterstützen. Bewerbern können sich auch Initiativen, die sich um Jugend, Gleichstellung und Integration bemühen, für Umweltschutz, Kultur und soziale Projekte engagieren. 

Im Vordergrund der Förderung steht der gemeinnützige und nachhaltige Zweck, außerdem sollte das Projekt in 2021 umgesetzt werden und einen Bezug zu Wittenberg haben. Dazu bis zum 30. Juni 2020 eine kurze Bewerbung mit dem Betreff „Vereinsaktion“ per Mail oder per Post an die Stadtwerke senden. 

Unter dem Motto „Energie der Zukunft“ steht ein Kreativ-Wettbewerb für Kinder und Jugendliche, bei dem Gewinne bis zu 2.000 Euro winken. Wie sieht die Zukunft in Wittenberg aus, wie fahren, heizen und fliegen die Menschen morgen? Darauf sollen Kinder und Jugendliche eine kreative, fantasievolle Antwort finden. Beteiligen können sich Schulklassen, Gruppen oder Einzelpersonen. Die besten Bilder und Bastelarbeiten werden in den Stadtwerken ausgestellt. Die Preise werden in den Kategorien Kindergarten, Grundschule und weiterführende Schule vergeben, Einsendeschluss ist der 30. Juni 2021.





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