Die Grundschule „Heinrich Heine“ soll durch Veränderungen in den Schuleinzugsbezirken entlastet werden. Foto: Wolfgang Gorsboth

Die Grundschule „Heinrich Heine“ soll durch Veränderungen in den Schuleinzugsbezirken entlastet werden. Foto: Wolfgang Gorsboth

22.01.2021

Grundschule „Heinrich Heine“ entlasten, Standorte in Abtsdorf und Nudersdorf stärken

Alle Grundschulstandorte in der Lutherstadt sichern

Wittenberg (wg). Weil Veränderungen der Einzugsbezirke für Grundschulen immer für Verunsicherungen sorgen und um mögliche Konflikt-Potenziale zu entschärfen, hat die Stadtverwaltung am Freitag in einem Online-Gespräch die Presse über die geplante Anpassung der Schuleinzugsbezirke informiert. Seit Freitag, dem 22. Januar, ist auch die entsprechende Beschlussvorlage im Ratsinformationssystem der Lutherstadt frei geschaltet und in der kommenden Woche werden alle Ortsbürgermeister sowie die Schulelternräte in Kenntnis gesetzt. 

„Mit der frühzeitigen Information aller Beteiligten und einem Höchstmaß an Transparenz wollen wir bei diesem emotionalen Thema Misstrauen vermeiden“, betonte Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos). Mit der Anpassung der Schuleinzugsbezirke sollen die Grundschulen im ländlichen Raum langfristig gesichert werden, denn obwohl bis 2030 die Schülerzahlen in der Kernstadt und in der Ortschaft Reinsdorf steigen werden, nehmen sie in anderen Ortschaften ab. 

Mit dem Erhalt aller Kita-, Grundschul- und Hortstandorte trage man, so der OB, dem Grundsatz „kurze Beine, kurze Wege“ Rechnung und sorge dafür, dass die Ortschaften als Wohnstandorte für Familien attraktiv blieben. Nur so ließen sich örtliche Strukturen erhalten, zu denen auch die Freiwilligen Feuerwehren zählten: „Teure Investitionen in tolle Technik sind nutzlos, wenn der Nachwuchs fehlt.“ 

Von den acht kommunalen Grundschulen befinden sich vier in den Ortschaften, wobei die Grundschule „Heinrich Heine“ in Reinsdorf mit Kapazitätsproblemen zu kämpfen hat, während die Grundschulen in Nudersdorf und in Abtsdorf sinkende Schülerzahlen verzeichnen, so dass bei Unterschreitung von 16 einschulungspflichtigen Kindern perspektivisch die Schließung droht. 

„Wir wollen deshalb die Grundschule ‚Heinrich Heine’ entlasten und die beiden anderen Standorte stärken“, erläutert Stefan Polzer vom Fachbereich Stadtentwicklung, „die geplanten Veränderungen erfolgen auf der Grundlage räumlicher Zusammenhänge, um die Schulwege der Kinder möglichst kurz zu halten.“ 

Wahlrecht für Ortschaft Griebo 

Der Ortschaft Griebo soll ein Wahlrecht zwischen der Grundschule „Heinrich Heine“ in Reinsdorf und der Grundschule „Fröbel“ in Coswig zugesprochen werden, dazu muss eine entsprechende Schulträgervereinbarung zwischen der Lutherstadt Wittenberg und der Stadt Coswig geschlossen werden. Bis zum Zustandekommen einer Vereinbarung verbleibt die Ortschaft Griebo verbindlich im Schulbezirk der Grundschule „Heinrich Heine“. 

Grundschulen Abtsdorf und Nudersdorf 

Das bisherige Wahlrecht für die Ortsteile Labetz, Luthersbrunnen und Wiesigk zwischen der Grundschule „Geschwister Scholl“ in der Kernstadt und der Grundschule „Ferdinand Freiligrath“ in Abtsdorf soll zugunsten von Abtsdorf aufgehoben werden. Der Bereich zwischen Triftstraße und Zahnaer Straße soll ebenfalls von der „Geschwister Scholl“ zur „Ferdinand Freiligrath“ wechseln, davon wären betroffen: Dresdener Straße 22 bis 55 sowie 119 bis 141 C, Triftstraße ab Hausnummer 79 A, Mittelfeld, Johann-Kunckel-Weg, Fabrikstraße, An der Wendel. „Dadurch kann auch die Organisation des Schülerverkehrs vereinfacht werden“, so Polzer. 

Die Ortschaft Mochau mit den Ortsteilen Mochau und Thießen soll von der Grundschule „Heinrich Heine“ zur Grundschule Nudersdorf wechseln. Das Gleiche ist auch für den Reinsdorfer Ortsteil Braunsdorf vorgesehen: Hier sollen die neuen Erstklässler künftig die Grundschule Nudersdorf besuchen. „Beide Veränderungen lassen sich unproblematisch im Schülerverkehr anpassen und sind nicht mit längeren Schulwegen verbunden“, versichert Polzer. 

Grundschule Pratau 

Auch die Grundschule „Katharina von Bora“ in Pratau weist stark schwankende Schülerzahlen auf, durch die Lage südlich der Elbe ist eine Umstrukturierung des Einzugsgebiets allerdings nicht sinnvoll. Mit der Stadt Kemberg besteht seit dem Jahr 2016 eine Schulträgervereinbarung, die besagt, dass der Kemberger Schulbezirk Dabrun im Falle eines Unterschreitens der geforderten Schülerzahlen zur Grundschule „Katharina von Bora“ zugeordnet wird. Bisher steht der Schulstandort Dabrun jedoch nicht zur Disposition, die Vereinbarung zwischen den beiden Städten bleibt aber weiterhin bestehen. 

Die Neufassung der Satzung erfolgte mittels Analyse der aktuellen und zukünftigen Schülerzahlen basierend auf den der Stadtverwaltung vorliegenden Geburtenzahlen. Darüber hinaus fand hierbei auch die Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes der Lutherstadt Berücksichtigung, deren Beschlussfassung ebenfalls für dieses Jahr geplant ist. 

Im Zuge der Neuaufstellung sollen größere neue Wohnbauflächen in Braunsdorf, Abtsdorf sowie Pratau auf den Weg gebracht werden. Zusätzlich sieht die Stadtverwaltung vor, Baulücken und Innenentwicklungspotenziale aktiver zu vermarkten, um die Bautätigkeiten in den Ortschaften zu steigern. 

Hinweis 

Die Beschlussvorlage soll am 10. März dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Die aufgezeigten Änderungen sind bereits mit dem Landkreis, dem Eigenbetrieb Kommunale Bildungseinrichtungen, dem Landesschulamt sowie der für den Schülerverkehr zuständigen Vetter GmbH abgestimmt worden. Ausgehend von der neuen Bevölkerungsprognose des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) erhöht sich die Zahl der grundschulpflichtigen Kinder gesamtstädtisch von aktuell 2.305 auf 2.451 im Jahr 2030.





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