18.01.2021

Wittenberger Sonntag liest die Allgemeine Zeitung Mainz

Wahl des neuen CDU-Vorsitzenden Armin Laschet: Wähler gehen auf Nummer sicher

Mainz (ots) So sieht das Ergebnis aus, wenn Wähler auf Nummer sicher gehen. Verlässlich, erfahren, verbindend, bodenständig - dafür steht der neue CDU-Vorsitzende Armin Laschet. Darauf kann man sich einigen, wenn der Mut zu Aufbruch und Neuanfang fehlt, auch wenn der Sieg über Friedrich Merz mit 53 Prozent der Stimmen durchaus knapp war. Klar, Sicherheit und Verlässlichkeit klingen weniger sexy als Mut zum Risiko.

Wenn das aber wie bei Friedrich "Super-Ego" Merz unkalkulierbar ist, setzen sich nach 16 Jahren Regierungsverantwortung, die verlängert werden soll, doch nicht die Zocker durch. Mit seinem direkt nach der Niederlage formulierten "Angebot", mal eben den Wirtschaftsminister aus dem Amt zu kicken, bestätigt Merz, dass er weder ein Teamplayer noch ein guter Verlierer ist. Für das konservativ-wirtschaftsliberale Lager der CDU ist es bitter, dass sich ihr Hoffnungsträger so deutlich selbst im Weg steht. Die CDU kann versuchen, den unberechenbaren Merz einzuhegen und einzubinden, um dieses Lager nicht zu frustrieren. Am Ende wäre es aber für alle Beteiligten einfacher, wenn sich der zum zweiten Mal gescheiterte und schnell beleidigte Polarisierer einfach zurückziehen würde. 

Norbert Röttgen hingegen muss als neugewähltes Präsidiumsmitglied die Zukunft nach der Ära Merkel mitgestalten. Im Rennen der drei Alphamänner galt er als Außenseiter. Der 55-Jährige hat mit den Unterstützern der coolen "Röttgang" aber eine beachtliche Aufholjagd hingelegt. Am Ende hat es für den Mann des Aufbruchs nicht gereicht. Für einen Modernisierer, der die Partei jünger, weiblicher und digitaler machen will, sind große Teile der CDU noch nicht bereit. Armin Laschet muss es nun gelingen, eine gespaltene Partei zu einen, vor allem im gemeinsamen Wahlkampf. Den will er am liebsten auch als Kanzlerkandidat bestreiten, wenn nicht doch noch die Umfrage-Lieblinge Jens Spahn oder Markus Söder zum Zuge kommen.

Spahn hat sich auf dem Parteitag mit seiner plumpen Werbung für Laschet und sich selbst vielleicht aus dem Rennen gekickt. Und Söders genüsslich und selbstgefällig zelebrierte Nichtfestlegung vor weiß-blauen Fahnen ist mittlerweile vor allem eines: nervig. So spricht vieles dafür, dass auch der CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet heißen wird. 

Für Grüne und SPD wäre der Mann der Mitte, mit dem sich viele Koalitionen denken lassen, im Wahlkampf ein schwerer Brocken. An einem wie Friedrich Merz oder Markus Söder könnten sie sich leichter abarbeiten.




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