10.12.2020

Horst Dübner: „Das Cloppenburger Modell ist für Wittenberg geeignet“

Idee für kostenloses Kurzzeitparken: Sanduhr statt Parkzettel

Wittenberg (wg). Nach mehreren Anläufen und kontroversen Diskussionen hatte der Stadtrat auf seiner Sitzung im November eine neue Parkgebührenordnung beschlossen (der Wittenberger Sonntag berichtete), dabei wurde auch über Möglichkeiten des kostenlosen Kurzzeitparkens („Brötchentaste“) gesprochen. Horst Dübner, Fraktionschef der Linken, brachte eine in der Stadt Cloppenburg seit Mai 2019 erfolgreich erprobte Alternative ins Gespräch – eine Sanduhr, die an der Scheibe des Autos befestigt wird und 15 Minuten kostenloses Parken auf allen öffentlichen und kostenpflichtigen Parkplätzen erlaubt. 

„Ich war doch nur kurz Brötchen holen“ oder „Ich habe doch nur das Rezept in der Apotheke eingelöst“ - fast jeder Autofahrer kennt die Diskussionen mit der Politesse, wenn er für eine kleine Besorgung nicht extra einen Parkschein kaufen wollte. „Im niedersächsischen Cloppenburg gibt es diese Diskussionen nicht mehr und die dort gefundene Lösung könnte auch in Wittenberg praktiziert werden“, erklärt Dübner, der sich das dortige Kurzzeitpark-Projekt von Patrick Hochartz, Sachgebietsleiter Bürgerservice, erläutern ließ. 

In Cloppenburg seien alle mit der Parksanduhr zufrieden – die Autofahrer, die Gewerbetreibenden und die Stadtverwaltung. „Die speziellen Parkuhren gibt es zum Selbstkostenpreis von drei Euro im Bürgeramt, binnen drei Tage waren die von der Stadt bestellten 2.500 Sanduhren verkauft, kaputte können überdies kostenlos umgetauscht werden“, berichtet Dübner. 

Die Vorteile: Die meisten Parkscheiben lassen sich nur auf halbe Stunden einstellen, die Parksanduhr läuft dagegen genau 15 Minuten. Natürlich darf die Sanduhr nach Ablauf der Zeit nicht wieder umgedreht werden, um sich weitere 15 Minuten zu erschleichen. Ein technisches Nachrüsten der vorhandenen Parkautomaten auf eine „Brötchentaste“ wäre viel teurer und dass für jedes Kurzzeitparken Papierscheine gedruckt werden, ist auch nicht umweltfreundlich. 

Nach Auskunft der Cloppenburger Stadtverwaltung hätten schon viele Kommunen Interesse an der Sanduhr-Lösung angemeldet, so Dübner, ihm habe man eine Muster-Parksanduhr nebst Info-Flyern zugeschickt. Auch Wittenbergs Oberbürgermeister Torsten Zugehör (parteilos) kann sich vorstellen, dieses Modell in der Lutherstadt einzuführen, dazu müsse nicht einmal zwingend die Satzung geändert werden, weil es einen Ermessenspielraum gebe. 

In Cloppenburg besteht auch die Möglichkeit, dass Einzelhändler bei der Stadt größere Mengen Sanduhren bestellen und an ihre Kunden verteilen bzw. verschenken können. Richtig gestaltet lässt sich die Sanduhr auch als Werbeträger einsetzen: „Wir könnten mit unserem Wappen und dem Motto ‚Lutherstadt Wittenberg - Schön wie nie!’ werben“, meint Dübner, daraus könnten Stadt und Gewerbeverein doch eine gemeinsame Marketingaktion stricken. Aktuell sucht Dübner einen Sponsor für die Sanduhren – die Cloppenburger Version sei inzwischen auch bei Sammlern in ganz Deutschland begehrt.




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