Dr. Stefan Rhein, Kustos Jörg Bielig, Elke Witt, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Welterbe-Region Anhalt-Dessau-Wittenberg und Stadtkirchenpfarrer Dr. Johannes Block vor der Thesentür in freudiger, aber vergeblicher Erwartung des Welterbe-Trucks. Foto: Wolfgang Gorsboth

Dr. Stefan Rhein, Kustos Jörg Bielig, Elke Witt, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Welterbe-Region Anhalt-Dessau-Wittenberg und Stadtkirchenpfarrer Dr. Johannes Block vor der Thesentür in freudiger, aber vergeblicher Erwartung des Welterbe-Trucks. Foto: Wolfgang Gorsboth

04.12.2020

Holpriger Kampagnenstart: Truck kam in Wittenberg nicht an

Alle Welterbestätten des Landes Sachen-Anhalt vereint

Wittenberg (wg). Schlechtes Omen für den Kampagnenstart? Nach knapp einer Stunde langen Wartens in der Kälte kam die Nachricht, dass der Truck mit den Motiven für das Unesco-Weltkulturerbe „Luthergedenkstätten in Wittenberg und Eisleben“ mit technischem Defekt auf der Autobahn stehen geblieben sei und abgeschleppt werden müsse. Immerhin: Der Truck mit den Motiven des Bauhauses und des Dessau-Wörlitzer Gartenreiches erreichte pünktlich Dessau, Wörlitz und Oranienbaum. 

Um 15.15 Uhr sollte der Truck vor der Wittenberger Schlosskirche eintreffen, dort hatten sich mit Dr. Stefan Rhein, Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, Jörg Bielig, Kustos des Schlosskirchenensembles und Stadtkirchenpfarrer Dr. Johannes Block die Vertreter der örtlichen Welterbestätten vor der Thesentür postiert, um den Truck in Empfang zu nehmen. 

Trotz der Panne und des vergeblichen Wartens wird die neue Marketing-Kampagne des Landes unter dem Titel „6 Staunenswerte“, die Freitagmittag in Magdeburg offiziell startete, begrüßt. „Es ist eine langfristige Kampagne, die sich auf die Höhepunkte des Landes konzentriert und die bisherigen Themenjahre wie Reformationsjubiläum und Bauhaus-Jubiläum ablöst“, sagte Dr. Rhein. 

Man sei von Beginn an an den Vorbereitungen beteiligt gewesen und wolle die Aktion, die zunächst bis 2025 befristet sei, gerne mittragen. Die Image-Kampagne wolle auch den Tourismus fördern mit Blick auf die Zeit nach Corona. Erstmals seien alle Welterbestätten des Landes in einem partnerschaftlichen Netzwerk verbunden. 

„Wir freuen uns als Stadtkirchengemeinde dabei zu sein“, betonte Stadtkirchenpfarrer Dr. Johannes Blick. Der Dreiklang von Kunst, Geschichte und Natur in der Region sei beeindruckend, die Dichte der Welterbestätten weltweit einmalig. Trotz der Corona-Pandemie sei Luthers Predigtkirche eine offene Kirche mit Gottesdiensten, Mittagsgebeten und Andachten. 

Dramatische Einnahmesituation

Kirchenführungen und Souvenirverkauf seien eingebrochen: „Die Einnahmesituation ist dramatisch, doch das dicke Ende kommt in 2021, wenn infolge der Einbrüche bei der Einkommensteuer auch die Kirchensteuern zurückgehen werden“, befürchtete Block. Beiträge und Spenden seien für eine Kirchengemeinde, die kein Wirtschaftsunternehmen sei, gerade in diesen schweren Zeiten enorm wichtig. 

„Wir leiden unter dem Ausbleiben der Touristen“, bestätigte auch Kustos Bielig. Weil die Schlosskirche und die Reformationsgeschichtliche Forschungsbibliothek im Schloss geöffnet hätten, sei auch das Besucherzentrum geöffnet. „Wir müssen deshalb vor Weihnachten keine Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken, aber die Einnahmesituation hat sich dramatisch verschlechtert.“ 

Hintergrund 

Alle Unesco-Welterbestätten des Landes Sachsen-Anhalt präsentieren sich erstmals unter einem Dach und werden künftig ihre Kommunikation, Marketing-Maßnahmen und Aktivitäten bündeln. Außerdem präsentieren sich die Welterbestätten erstmal in einem einheitlichen Erscheinungsbild.

Zum Kampagnenstart auf der Magdeburger Sternbrücke wurden drei Trucks vorgestellt, je einer für zwei Welterbestätten, die auf großen LED-Flächen die Highlights als Schlüsselbilder präsentieren und sich anschließend auf den Weg nach Berlin machten: Vor Erreichen der Bundeshauptstadt sollten die jeweiligen Welterbe-Standorte angefahren werden. 

In Wittenberg gehören das Luther- und das Melanchthonhaus sowie die Stadt- und die Schlosskirche zum Weltkulturerbe, in Eisleben sind dies Luthers Geburts- und Sterbehaus. Ebenfalls Welterbe sind das Bauhaus Dessau, das Gartenreich Dessau-Wörlitz, der Naumburger Dom St. Peter und Paul, die Himmelsscheibe von Nebra als Weltdokumentenerbe sowie Stiftskirche, Schloss und Altstadt von Quedlinburg.




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