Bei archäologischen Grabungen vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie auf dem Wittenberger Arsenalplatz freigelegte Kelleranlagen. Foto: Archiv

Bei archäologischen Grabungen vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie auf dem Wittenberger Arsenalplatz freigelegte Kelleranlagen. Foto: Archiv

24.11.2020

Stadtverwaltung: Jahrelange Fördermittelaquise ist erfolglos geblieben

Aus der Traum für den Hans Lufft-Keller im Wittenberger Arsenal?

Wittenberg (wm) Es war im Monat März des Jahres 2011 als der Bauherr des damals noch in der Planungsphase ruhende Einkaufszentrum Arsenal nach Besichtigung der Ausgrabungen die frohe Botschaft verkündete, es sei Einigung darüber erzielt worden, dass der historisch bedeutsame Gewölbekeller des Wittenberger Buchdruckers Hans Lufft – er druckte dereinst die erste Lutherbibel – erhalten und zugänglich bleiben solle. 

Reiner Haseloff, damals noch Wirtschaftsminister in Sachsen-Anhalt, hatte das Treffen vor Ort angeregt, nachdem das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie den Hans Lufft-Keller in Zusammenhang mit der Geschichte der Reformation als „besonders bedeutsam“ bezeichnet hatte. 

Im Wonnemonat Mai desselben Jahres kam Reiner Haseloff – inzwischen Ministerpräsident – für den ersten Spatenstich zum Arsenalplatz und alles schien gut: Einkaufszentrum und Baudenkmal friedlich vereint. 

Als das Arsenal eröffnet wurde, stand der Hans Lufft-Keller tatsächlich noch am Rande der Tiefgarage und die Wittenberger Stadtverwaltung war bereits dabei, die für die aufwendige Konservierung des Kellers nötigen Fördermittel heranzuschaffen, während sowohl jüngere als auch ältere Zeitgenossen damit begannen, den „besonders bedeutsamen“ Ausgrabungsfund zu vermüllen. 

Die Jahre zogen ins Land, ein halbhohes Mäuerchen wurde zur Abgrenzung des Kellers gezogen – niedrig genug, sodass „besonders starke“ Zeitgenossen nicht nur Zigarettenkippen und anderen Kleinmüll, sondern gelegentlich auch einen dem Arsenal gehörenden Einkaufswagen darüber werfen konnten. 

Gelegentlich erschien ein Presseartikel der auch mal zur Folge hatte, dass weitere Versuche zur Fördermittelaquise gestartet wurden, aber heute, am 24. November 2020, kam der vorläufige oder auch endgültige Schlusspunkt in Sachen Hans Lufft-Keller-Erhalt: Die Wittenberger Stadtverwaltung teilte in einer schriftlichen Medieninformation mit, sie habe „sich auf Grundlage der in der Vergangenheit wiederholt abgelehnten Fördermittelanträge dafür entschieden, aktuell keine neuen Versuche zu unternehmen, die historischen Kelleranlagen im Untergeschoss des Einkaufszentrums ‚Arsenal‘ zu erhalten.“ 

Weiter wird mitgeteilt, „seit 2011 versucht die Lutherstadt Wittenberg über verschiedene Möglichkeiten Fördermittel zu akquirieren. Zuletzt richteten sich die Bemühungen auf eine Förderung von Denkmalpflegemitteln. Bedauerlicherweise wurde aber auch dieser Antrag am 16.06.2020 vom Landesverwaltungsamt aufgrund fehlender Fördermittel des Landes abgelehnt.“ 

Wenn ein Landesamt die ausgegrabenen Funde für „besonders bedeutsam“ hält, aber ein anderes Landesamt den dazu gehörenden Fördermittelantrag ablehnt, bleibt noch eine Frage zu klären: Was sagt Ministerpräsident Reiner Haseloff dazu?




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