Der rote Stuhl steht am 25. November vor der AWO-Geschäftsstelle in der Marstallstraße. Foto: AWO

Der rote Stuhl steht am 25. November vor der AWO-Geschäftsstelle in der Marstallstraße. Foto: AWO

24.11.2020

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November

AWO Wittenberg will mit rotem Stuhl sichtbare Zeichen setzen

Wittenberg (wg). „Gerade die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie Frauen in Krisenzeiten beherzt anpacken, gleichzeitig aber auch verstärkt dem Risiko ausgesetzt sind, zu Opfern von häuslicher Gewalt zu werden“, erklärt AWO-Geschäftsführerin Corinna Reinecke zur Aktion „Roter Stuhl“ beim Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November vor der AWO-Geschäftsstelle in der Marstallstraße 13. Zusätzlich werde die Fahne von Terre des Femmes gehisst. 

An der Aktion werden sich die in AWO-Trägerschaft befindliche ambulante Beratungsstelle gegen häusliche Gewalt und das Frauenhaus Wittenberg beteiligen. Der rote Stuhl erinnert symbolisch an alle Frauen, die Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt wurden, verübt von Ehemännern, Lebenspartnern, Bekannten und Unbekannten. Als diese Frauen noch am Leben waren, haben sie Plätze wie den roten Stuhl eingenommen – am Arbeitsplatz, in der Gesellschaft, im Theater, in der Schule oder im Bus. Jetzt ist der Platz leer, weil ein Mann das so entschieden hat. 

Gewalt gegen Frauen ist ein weitverbreitetes Problem, der Frauenmord stellt dabei die schlimmste Form dar: Frauenmord beschreibt nicht das Geschlecht des Opfers, sondern vielmehr das Mordmotiv, also die Tötung einer Frau aufgrund eines angeblichen Verstoßes gegen die von Männern geprägten Rollenvorstellungen. Es ist dies die höchste Stufe von Gewalt gegen Frauen, meist das erschütternde Ende einer langen Zeit von Konflikten, körperlichen und psychischen Leiden. 

„Der Begriff ‚Häusliche Gewalt’ beschreibt dabei die Gewalteinwirkung durch eine Vertrauensperson, weil sie meistens in den eigenen vier Wänden stattfindet“, erläutert die AWO-Geschäftsführerin. Der rote Stuhl als „besetzter Platz“ sei ein Aufruf, der Scham, der Ohnmacht und dem Schweigen entgegenzutreten. Denn nicht nur für die betroffenen Frauen, auch für die Kinder, die Familien, den Freundeskreis seien Gewalterfahrungen ein Trauma, das lange nachwirkt, lähmt und große Wunden hinterlässt. 

„Auch in unserer Region wollen wir damit ein sichtbares Zeichen setzen, dass Gewalt gegen Frauen ein globales Problem ist und zugleich vor unserer Haustür stattfindet“, betont Reinecke. Häusliche Gewalt sei Ausdruck eines andauernden Macht- und Abhängigkeitsverhältnisses zwischen Täter und Opfer. Mehr als 40 Prozent der Frauen in Deutschland habe seit dem 16. Lebensjahr körperliche und sexuelle Gewalt erlebt, fast die Hälfte der Betroffenen habe noch mit niemandem darüber gesprochen. Dazu kämen weitere Tatbestände wie Stalking, Freiheitsberaubung, Nötigung und Bedrohung. 

Es gibt am 25. November die Möglichkeit, vor der AWO-Geschäftsstelle Flyer und Informationen über die Arbeit der Beratungsstelle bzw. des Frauenhauses zu erhalten. „Wichtig ist, dass das Schutzhaus Frauen mit oder ohne Kindern eine schnelle Unterbringung ermöglicht, wenn diese von physischer oder psychischer Gewalt betroffen sind“, erklärt Reinecke. Professionelle Hilfe biete auch die Beratungsstelle gegen häusliche Gewalt, hier könnten sich Frauen und Mädchen melden, welche jegliche Form der Gewalt erlebt haben oder erleben. „In der Corona-Situation wollen wir unter Einhaltung der aktuellen Hygienemaßnahmen zeigen, dass wir für von Gewalt betroffene Frauen da sind“, so Reinecke. 

Hinweis 

Zu beiden Stellen sind jederzeit Kontaktaufnahmen möglich: Ambulante Beratung – Häusliche Gewalt, Tel.: 03491/87 71 169, Handy: 0173/ 36 20 291; Frauenhaus Wittenberg, Tel.: 03491/66 78 27, Handy: 0152/23 201 635. Das Frauenhaus ist über einen Bereitschaftsdienst durch die Mitarbeiterinnen von Montag bis Sonntag 24 Stunden erreichbar.





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