Anett Brachwitz, Leiterin des Eigenbetriebs Kommunale Bildungseinrichtungen (KommBi), hofft, dass sich viele Eltern und Erzieher an der Studie beteiligen werden. Foto: Wolfgang Gorsboth

Anett Brachwitz, Leiterin des Eigenbetriebs Kommunale Bildungseinrichtungen (KommBi), hofft, dass sich viele Eltern und Erzieher an der Studie beteiligen werden. Foto: Wolfgang Gorsboth

13.11.2020

Universität Bayreuth sucht Eltern und Erzieher als Teilnehmer

Die Lutherstadt Wittenberg beteiligt sich am Projekt „Sichere Kita“

Wittenberg (wg). Nach Bayreuth und Wolfsburg beteiligt sich auch die Lutherstadt Wittenberg an einer groß angelegten Studie zum Coronavirus und Kitas. „Alle Kitas in der Stadt wollen mitmachen“, erklärt Anett Brachwitz, Leiterin des Eigenbetriebs Kommunale Bildungseinrichtungen. Es habe eine gemeinsame Videokonferenz gegeben, die Akteure hoffen auf eine gute Beteiligung der Eltern. 

Gesundheitsforscher der Universität Bayreuth begleiten und untersuchen unter der Leitung von Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel, Geschäftsführer des Instituts für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften sowie Lehrstuhlinhaber, wie sich der Regelbetrieb in den Kitas seit der Wiederaufnahme nach dem Lockdown im März entwickelt hat. 

Die Schließung aller Kitas im März erfolgte aufgrund früherer Erkenntnisse bei Grippe-Infektionen, bei denen Kinder und Jugendliche meist besonders betroffen waren. Gilt dies auch für das Corona-Virus? War die Schließung medizinisch notwendig? Aus Sicht von Prof. Dr. Nagel gab es bislang bei Kindern keine schweren Krankheitsverläufe, Abstandsregeln seien bei Kleinkindern nicht realisierbar und vor allem seien die psychologischen Auswirkungen auf Kinder bislang nicht untersucht worden. 

Im sozial-empirischen Teil der Studie wollen die Wissenschaftler deshalb wissen, wie die Eltern ihre Kinder erlebt haben, als die Kitas schließen mussten und wie sich die Kinder bei der Wiedereröffnung der Einrichtungen unter den veränderten Bedingungen verhalten haben. Außerdem werden in Interviews per Telefon und Videokonferenz Eltern und Erzieher nach ihren Erlebnissen und Erfahrungen befragt: Fühlten sie sich sicher oder ängstlich und wie haben sie die aktuellen Herausforderungen im Alltag gelöst? 

Wer sich beteiligen möchte, kann sich direkt an Christina Kunz von der Universität Bayreuth per Mail an: wenden. Die an der Studie beteiligten Wissenschaftler melden sich bei den Eltern bzw. Erziehern, um einen Gesprächstermin zu vereinbaren und weitere Details der Teilnahme zu erläutern. Der Schutz persönlicher Daten ist gewährleistet, denn alle Aussagen werden vollständig anonymisiert und die Interview-Aufnahmen nach der Auswertung gelöscht. 

In einem zweiten Teil der Studie geht es um die medizinisch-epidemiologische Begleitung des Infektionsgeschehens. Dazu bekommen die Eltern von der Universität ein kleines „Elternbüchlein“ geschenkt, in dem sie die gesundheitlichen Veränderungen ihrer Kinder täglich eintragen können: Insbesondere soll hier auf die Corona-Verdachtssymptome wie Niesen, Husten, Schluckbeschwerden, Durchfall, Verlust des Geruchs oder Geschmacks, Übelkeit, Erbrechen und Fieber geachtet werden. 

Hotline 

„Wenn Veränderungen auftreten, die auf eine mögliche Infektion hinweisen, stellen wir den Eltern direkt Ansprechpartner zur Verfügung“, erklärt Brachwitz. Dazu habe man eine telefonische Anlaufstelle bei der Stadt eingerichtet, an die sich Eltern und Erzieher von Montag bis Freitag von 8 bis 10 Uhr unter Tel.: 03491/42 10 wenden können. 

Die Hotline nimmt nach einer kurzen Abfrage zu den Symptomen die Kontaktdaten der Anrufer auf und leitet diese an das Gesundheitsamt des Landkreises weiter. „Von dort wird dann ein Arzt oder eine Ärztin zurückrufen“, so Brachwitz. Nach der medizinischen Abklärung erfolgt bei Bedarf ein Abstrich, dabei werden auch alle Mitglieder des Haushalts getestet, wenn sie Symptome haben. Bei einem positiven Testergebnis des Kindes ist eine Testung aller Personen unabhängig von Symptomen obligatorisch. Bis die Testergebnisse vorliegen – in der Regel nach 48 Stunden – müssen die Kinder der Kita fernbleiben.




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