13.11.2020

Bausoldaten-Ausstellung zeigt seltene Fotos und Dokumente

Die 40. Friedens-Dekade hat das Motto „Umkehr zum Frieden“

Bad Schmiedeberg (wg). Aus Anlass der 40. Friedens-Dekade kann die vom Archiv Bürgerbewegung in Leipzig herausgegebene Ausstellung „Graben für den Frieden? – Die Bausoldaten für den Frieden“ noch bis zum 30. November in der Evangelischen Stadtkirche besichtigt werden: Dienstag und Freitag von 10 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 16 Uhr und Samstag und Sonntag von 14 bis 16 Uhr. „Die Schau arbeitet auf 15 Tafeln die Geschichte einer vom Staat und der Gesellschaft marginalisierten Gruppe historisch auf und präsentiert auch Fotos sowie Dokumente, die bisher noch nicht veröffentlicht worden sind", berichtet Pfarrer i.R. Christoph Krause. 

Nach der Einführung der Wehrpflicht in der DDR im Jahr 1962 begannen eine Reihe vorwiegend christlicher Menschen den Wehrdienst zu verweigern und waren sogar bereit, ins Gefängnis zu gehen. Die SED-Funktionäre zeigten sich zu Beginn der 60er Jahre an solchen Konflikten nicht interessiert und schlossen deshalb einen Kompromiss: Wehrdienstverweigerung durfte es nicht geben, statt dessen Bausoldaten. Durch eine Anordnung des Nationalen Verteidigungsrates der DDR wurden am 7. September 1964 sogenannte „Baueinheiten“ in der NVA ins Leben gerufen, die Bausoldaten dienten nicht mit der Waffe und bekamen auch keine waffentechnische Ausbildung. 

Bausoldat konnte werden, wer die Ausbildung an der Waffe aus „religiösen Anschauungen oder aus ähnlichen Gründen“ ablehnte. Bausoldaten wurden diskriminiert, nur wenige wurden danach zu einem Studium zugelassen, Berufsbeschränkungen waren die Folge. „Besonders das Ministerium für Staatssicherheit sah in Bausoldaten eine „Konzentration negativ-feindlicher Kräfte“, erzählt Krause. 

Die Beschäftigung der Bausoldaten war absichtlich so angelegt, dass sie Gewissenkonflikte hervorrief: Ihr Arbeitseinsatz konzentrierte sich oft auf den Bau von Militärflugplätzen und Schießanlagen. Konflikte waren deshalb nicht selten, Verweigerungshandlungen der Bausoldaten wurden mit drakonischen Strafen geahndet. 

Statt der ursprünglich geplanten Vernissage gibt es am 16. November um 19.30 Uhr in der Stadtkirche einen Gesprächsabend. Nach dem Impulsfilm „Schwerter zu Spaten“ berichtet einer der letzten Bausoldaten der DDR, Kantor Otto-B. Glüer, von seinen Erfahrungen.




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