Kurfürst Friedrich der Weise (1463-1525) auf einem von Hofmaler Cranach d.Ä. gemalten Porträt. Foto: Archiv

Kurfürst Friedrich der Weise (1463-1525) auf einem von Hofmaler Cranach d.Ä. gemalten Porträt. Foto: Archiv

05.11.2020

2025 soll des 500. Todestages des Kürfürsten gedacht werden

Ohne Friedrich III. keine Reformation in Wittenberg

Wittenberg (wg). Zum 500. Todestag Friedrich des Weisen in 2025 soll es ein angemessenes Gedenken geben, dies sieht ein Antrag der SPD-Fraktion vor, der im Stadtrat mit großer Mehrheit ohne Gegenstimme bei einer Enthaltung angenommen worden ist. „Der Kurfürst war ein ehrlicher Herrscher, friedensbereit und ein Mann des Kompromisse und damit auch in heutiger Zeit ein Vorbild“, erklärte SPD-Stadtrat Bernhard Naumann. 

 Der Kurfürst sei der diplomatische Beschützer Martin Luthers gewesen, ohne Friedrich hätte es keine von Wittenberg ausgehende Reformation gegeben, wäre Wittenberg heute keine „Lutherstadt“. Ihm sei es zu verdanken, dass sich Wittenberg auch „Stadt der Bildung“ nennen könne. Er habe zudem Wittenberg zur Stadt der Kunst, Kultur und des kreativen Unternehmertums gemacht. So war Friedrich nicht nur ein Förderer Lucas Cranachs d.Ä., sondern auch der größte Auftraggeber des jungen Dürer. 

„Der Kurfürst hatte die Grundlagen für das gelegt, was Wittenberg heute ausmacht“, erinnerte Naumann. In seiner 39-jährigen Regierungszeit habe er Wittenberg zu einer wichtigen Residenzstadt ausgebaut und zu einem religiösen und intellektuellen Zentrum seines Herrschaftsgebietes entwickelt. Mit Schloss, Schlosskirche und Leucorea gebe es viele gegenständliche Zeugnisse, die an das Wirken Friedrichs erinnerten. 

Deshalb, so der SPD-Antrag, der zunächst im Kulturausschuss behandelt werden wird, soll der Stadtrat den Oberbürgermeister beauftragen, in Abstimmung mit der Stiftung Luthergedenkstätten ein Gedenken zu organisieren, das diesem historischen Anlass gerecht werde. Anzudenken seien eine Landesausstellung sowie kulturelle und wissenschaftliche Veranstaltungen. „Infrastruktur, Erfahrungen und Expertise“ seien mit Blick auf das Cranach-Jahr 2015 und das Reformationsjubiläum 2017 vorhanden. 

2025 jährt sich außerdem der Bauernkrieg zum 500. Mal: Friedrich der Weise war der einzige Fürst, der den Bauern Verständnis entgegenbrachte und auf einen friedlichen Kompromiss ohne Blutvergießen setzte. „Friedrich war humanistisch geprägt und stellte damit einen neuen Herrschertypus dar“, so Naumann. 

Am 5. Mai 1525 starb Friedrich der Weise in Lochau (heute: Annaburg) und wurde in einer Fronleichnamsprozession nach Wittenberg überführt. Trauerfeier und Grablegung fanden am 10. Mai 1525 in der Schlosskirche statt. Friedrich der Weise gilt als erster Fürst der Reformation, der für die weltliche Sphäre so wichtig war wie Luther für die religiöse.




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