27.10.2020

Vom Streich zur Sachbeschädigung

Halloween: Streiche und ihre Folgen

Wittenberg/Dessau (WiSo) Wenn Kinder und Jugendliche trotz der derzeitig besorgniserregenden Corona-Situation Halloween feiern wollen und am Reformationstag als Hexen oder Gespenster verkleidet durch die Straßen ziehen, sollten sie berücksichtigen, dass viele Türen pandemiebedingt geschlossen bleiben. Traditionsgemäß wird demjenigen, der nicht öffnet und keine Süßigkeiten gibt, ein Streich gespielt. Doch dabei sollte darauf geachtet werden, dass aus Ärger über Corona oder wegen verschlossener Türen aus einem harmlosen Streich keine Sachbeschädigung wird, denn das kann strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. 

 „Zunächst einmal sollte man seine Halloween-Aktivitäten den regionalen Corona-Vorgaben anpassen und unbedingt die AHA-Regeln einhalten - Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmaske in bestimmten öffentlichen Bereichen tragen, wenn dies vorgegeben ist“, betont Kriminaloberrat Harald Schmidt, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, „verschlossene Türen sind unbedingt zu respektieren“. 

Wer einen Streich spielen wolle, müsse darauf achten, dass keine Menschen zu Schaden kommen oder fremdes Eigentum beschädigt wird, so Schmidt: „Viele Streiche sind Sachbeschädigungen, die mit einer Geldstrafe und sogar mit bis zu zwei Jahren Gefängnis geahndet werden können“. Das könne beispielsweise beim Einwickeln eines Autos mit Toilettenpapier passieren, wenn dabei Kratzer im Lack entstehen. „So etwas ist kein harmloser Streich mehr, sondern eine Sachbeschädigung“, sagt Schmidt. 

Wer beim Umherziehen Parkbänke oder Haltestellenhäuschen zerstört, der begeht „Gemeinschädliche Sachbeschädigung“, weil dabei Gegenstände beschädigt oder zerstört werden, die der öffentlichen Nutzung dienen. In diesem Fall müssen die Täter mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe rechnen. Außerdem sind sie schadenersatzpflichtig und müssen den entstandenen Schaden ersetzen beziehungsweise bezahlen. 

Auch wer nur mit einer Streiche spielenden Gruppe umherzieht, sich aber nicht an den Streichen beteiligt, könne wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung zur Verantwortung gezogen werden, wenn es dabei zu Schäden kommt. In jedem Fall bedeute das mindestens eine Geldstrafe, hinzu komme noch die Schadenswiedergutmachung.

„Wer Zeuge oder Opfer einer solchen Straftat wird, sollte den Notruf 110 wählen", betont der Kriminaloberrat. 

Ansprechpartnerin für Themen der Prävention ist im Polizeirevier Wittenberg Polizeioberkommissarin Johanna Schröder-Rimkus, Tel. 03491 - 469 304, oder per Mail , und für technische Prävention / Einbruchschutz Polizeioberkommissar Tobias Trabitz, Telefon 03491 - 469 369, oder Mail  

Mehr zum Thema Vandalismus im Internet unter: http://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/jugendkriminalitaet/taeter-von-vandalismus/

Foto: AdobeStock




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