22.10.2020

Wittenberger Sonntag liest die Kölnische Rundschau

Missbrauchstudie im Erzbistum Köln: Wahrheit macht frei

Köln (ots) Wann hört das endlich auf? Die Studie zum Umgang mit Sexualdelikten an Kindern im Erzbistum Köln ist immer noch nicht veröffentlicht, bereits zum zweiten Mal dringt aber ein Bruchstück an die Öffentlichkeit. Dieser Ablauf wird weder dem höchst respektablem Ziel der Studie gerecht noch den Opfern - und auch nicht jenen Amtsträgern, die nun öffentlich beschuldigt werden. 

Nach und immer noch neben dem heutigem Hamburger Erzbischof Stefan Heße steht nun mit Günter Assenmacher der ranghöchste Kirchenjurist des Erzbistums im Fokus. Offensichtlich teilten er und Heße die Einschätzung der Staatsanwaltschaft, die in ihrem Verfahren gegen einen Priester die Akten schloss, nachdem die mutmaßlichen Opfer nicht ausgesagt hatten. Das könnte man nachvollziehen, wenn da nicht die klandestine Form wäre, in der die Entscheidung umgesetzt worden sein soll - immer vorausgesetzt, die Informationsbruchstücke treffen zu. 

Zudem hat Heße demnach ein Gespräch mit dem Beschuldigten nicht ordentlich dokumentiert. Das Erzbistum selbst geht davon aus, dass in dem Fall gegen Kirchenrecht verstoßen wurde, sieht den Leiter seines Kirchengerichts deswegen aber nicht explizit belastet. Und jetzt? 

Dieses Debattieren über Informationsbruchstücke in so ernsten Fällen sollte umgehend sein Ende finden. Alle Betroffenen haben die Gelegenheit zur Stellungnahme erhalten. Es ist dringend zu wünschen, dass die Veröffentlichung jetzt erfolgt und nicht durch weitere juristische Einwände aufgehalten wird. Erst danach besteht eine Grundlage für eine faire Beurteilung und eventuelle Konsequenzen. 

In der Zwischenzeit ist allerdings kein Geistlicher daran gehindert, sich selbst zu äußern und gegebenenfalls auch Fehler einzuräumen. Die Wahrheit, lehrt das Johannesevangelium, macht uns frei.





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