16.10.2020

Sammler Klaus-Jürgen Tischer stellt bei Cranachs aus

Neue Sonderschau zeigt Exlibris von Michel Fingesten

Wittenberg (wg). Für den Wittenberger Sammler Klaus-Jürgen Tischer ist Michel Fingesten einer der besten Exlibris-Künstler überhaupt und einer der „fleißigsten und produktivsten“: Mehr als 800 Exlibris und Gebrauchsgrafiken sind bekannt. Die neue Sonderschau im Cranach-Haus, Markt 4, zeigt 67 Blätter aus der Sammlung Tischer sowie zwei Landschaftsgemälde aus der Sammlung Deeken. 

Seit 30 Jahren sammelt Tischer Exlibris, auf Fingesten wurde er durch die Publikation des Kronacher Zahnarzes Norbert Nechwatal über das grafische Werk des 1884 in Galizien geborenen Künstlers aufmerksam.

Arbeiten von Fingesten tauchen ab 1910 auf, in den 1920er Jahren hat er sich auf das kleine Format spezialisiert, offenbar war während der Weltwirtschaftskrise die Nachfrage nach großformatigen Gemälden gering. Der Künstler mit jüdischen Wurzeln lebte ein abenteuerliches Leben, er heuerte als Seemann an, war in den USA, jobbte in Australien.

Ab 1913 lebte er in Berlin und wurde dort Mitglied der „Berliner Secession“. Handwerkliches Können verband sich bei ihm mit überbordender Fantasie und dem Hang zu groteskem Humor, auch in seinen erotischen Grafiken. 1935 ging er mit seinem Sohn, dem Bildhauer Peter Fingesten, nach Italien und wurde dort 1940 interniert. Nach der Befreiung durch alliierte Truppen 1943 starb er im Oktober desselben Jahres an einer Infektion infolge eines chirurgischen Eingriffs.

Hinweis 

Die Ausstellung „Michel Fingesten – Exlibris und Gelegenheitsgrafik aus der Sammlung Klaus-Jürgen Tischer“ ist bis zum 29. November 2020 in der Cranach-Stiftung, Markt 4, zu sehen. Einen öffentlichen Ausstellungsrundgang mit dem Sammler gibt es am 13. November um 16 Uhr, Treffpunkt ist an der Kasse.




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