Bürgermeister Jochen Kirchner (r.), Landschaftsplanerin Anett Paul und Wolf Schipplock, stellvertretende Vorsitzender des BUND-Kreisverbandes. Foto: Wolfgang Gorsboth

Bürgermeister Jochen Kirchner (r.), Landschaftsplanerin Anett Paul und Wolf Schipplock, stellvertretende Vorsitzender des BUND-Kreisverbandes. Foto: Wolfgang Gorsboth

16.10.2020

Auf dem Areal gibt es Teile der Bastion Donnersberg

Städtischer Pachtgarten wird eine Wildblumenwiese

Wittenberg (wg). Am Rand der Kleingartenanlage (KGA) „Am Stadtgraben“ wird der erste Garten zurückgebaut. Nach Abschluss aller Arbeiten soll hier eine öffentlich zugängliche Wildblumenwiese entstehen, deren Pflege in Kooperation mit dem Kreisverband des BUND erfolgen wird. 

„Im Garten liegen Reste der ehemaligen Bastion Donnersberg und damit ein Stück der Festungs- und Stadtgeschichte Wittenbergs“, erklärte Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos). Der Verein der KGA sei über die Abrissarbeiten informiert worden. 

Der Pächter hatte bereits Ende 2019 die südlich des Lutherhauses gelegene Parzelle gekündigt. Sie gehört nicht zum Kleingartenverein, sondern wurde direkt von der Stadt über das kommunale Unternehmen Wigewe verpachtet. Auf Grund des städtischen Entwicklungskonzepts zur Kleingartenanlage hatte die Stadt die Parzelle nicht neu verpachtet. 

Auf der circa 900 Quadratmeter großen Parzelle werden derzeit Gartenlaube, Garagen und Schuppen abgerissen, sämtliche befestigten Flächen rückgebaut, ebenso alle sonstigen Einbauten und Hangbefestigungen. Im Anschluss wird der Boden modelliert. Alle auf dem Grundstück befindlichen Obstbäume sowie Sträucher bleiben erhalten. 

Ende Oktober wird die Wildblumenmischung angesät, dazu, so Landschaftsplanerin Anett Paul, arbeite man mit der Fachhochschule Anhalt zusammen: Diese habe eine eigene Saatgut-Mischung mit 50 verschiedenen Arten kreiert, die viele regionaltypische Pflanzen enthalte, darunter auch Wildkräuter, aber kaum Gräser. 

Weitere Blühwiesen kündigt Paul im Bereich des Alten Elbhafens sowie Am Kurfürstenring/Hauptbahnhof an, diese seien Teil des bundesweiten Labelingverfahrens „StadtGrün naturnah“ (der Wittenberger Sonntag berichtete). Die Lutherstadt beteiligt sich seit Oktober 2019 als eine von deutschlandweit 16 Kommunen am Label, Ziel ist es, die Biodiversität zu steigern und damit einen Beitrag gegen das Bienen- und Insektensterben zu leisten. 

Der in Rückbau befindliche Garten grenzt direkt östlich an die Wallanlagen/Universitätspark an. Gegenüber sind sechs öffentliche Themengärten geplant. Der hier endende Weg soll aufgewertet und verlängert werden als direkte Verbindung zwischen Universitätspark und dem Teich. 

Die in dem Garten erkennbare Geländekante markiert die ehemalige Bastion Donnersberg als äußersten Bereich der Festungsmauer. Landschaftsplanerin Paul zeigte alte Ansichten, die belegen, dass diese Festungsmauer auch noch lange nach der Entfestigung bis in die 1940er Jahre existierte. Im Zweiten Weltkrieg sei die Mauer stark beschädigt, anschließend das gesamte Areal am Stadtgrabenteich zugeschüttet worden. Reste der Mauer sind heute mit Efeu bewachsen. 

Bürgermeister Jochen Kirchner kündigte an, dass das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie die Mauer näher untersuchen will. Nicht nur die Blühwiese, sondern auch die Reste der Bastion Donnersberg sollen künftig für die Öffentlichkeit zugänglich sein: In welcher Form die Festungsmauer gezeigt werden könne und welche Maßnahmen zur Sicherung erforderlich seien, entscheide das Landesamt. 

Kirchner betonte, dass der Rückbau des Pachtgartens eingebunden sei in das Entwicklungskonzept zur KGA „Am Stadtgraben“ mit dem Ziel, einen Kleingartenpark zu schaffen, in dem sowohl die Kleingärtner, als auch die Bürger und die Touristen einen naturnahen und erlebnisreichen Raum vorfinden. Zur besseren Erschließung und Erlebbarkeit sind Sitzbereiche, Terrassen und Stege am Wasser, eine neue Gastronomie und Vereinshaus sowie Gemeinschaftsgärten für Schulen und Kitas geplant.





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